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Auf ihrem neuen Album „Infinite“ belebt die Band Deep Purple noch einmal ihren typischen Sound. Am 14. Juni spielen die britischen Hardrocker in der Stuttgarter Schleyerhalle.

Stuttgart - Retro? Altrock? Old School? Deep Purplesind weit darüber hinaus. Sie sind Pioniere, Mythos und haben sich fest im kollektiven Gedächtnis der Rockmusik verankert. Die Briten haben zudem einen eigenen Sound, was sich in der langen Bandgeschichte als wichtiges Erkennungs-, ja, Alleinstellungsmerkmal herausstellen sollte. Diesen Sound variieren sie auf ihrer neuen CD „Infinite“ (Ear Records) noch einmal. Die Gründungsmitglieder stehen kurz vor den Siebzig oder sind schon drüber – agil sind sie immer noch, was sie am 14. Juni in der Stuttgarter Schleyerhalle sicher belegen werden.

Klar, der Stimmumfang des Sängers Ian Gillan ist eingeschränkt, die Besetzung hat so manches mal gewechselt, und die ganz großen Experimente vergangener Tage stehen nicht mehr auf dem Programm. Doch mit dem von Bob Ezrin produzierten Album „Infinite“ hätten sie vielleicht nicht so weit in Richtung der Wiederbelebung alter Purple-Klischees gehen sollen. Ihr Album „Now What?!“ aus dem Jahr 2013 hatte teilweise überraschende musikalische Erweiterungen gezeigt, doch das sich im Booklet aus polarischer Kälte heraus präsentierende „Infinite“-Album scheint wieder einen Schritt zurück zu gehen. Einzig der Titel „The Surprising“ kann so etwas wie Überraschungen zwischen dem Gitarristen Steve Morse und dem Keyboarder Don Airey bieten, ansonsten ist solide Purple-Hausmannskost angesagt. Und mit „Roadhouse Blues“ spielen sie mit Bluesharmonikaeinsatz noch auf ihre Anfänge als kleine Rockband an. Natürlich zeigen sie, welch versierte Musiker sie geworden sind. Ob das reicht?

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