Leonie (links) und Luisa Roos eröffnen in Esslingen das Café Bertis. Foto: privat

Das beliebte Café Fräulein Margot in Esslingen schließt zum 31. Januar. Wer Kaffeeklatsch liebt, muss sich jedoch auf keine lange Durststrecke einstellen.

Es war mitten in der Corona-Pandemie, als die Schwestern Miriam und Svenja Bay ihren Traum verwirklichten und in Esslingen ein Café eröffneten, das sie nach ihrer Oma benannten. Nun schließt das Café Fräulein Margot nach über fünf Jahren. Zu dieser Entscheidung habe nicht die mangelnde Nachfrage der Gäste geführt. Ganz im Gegenteil: Der Retro-Charme mit den stilsicher drapierten Möbelstücken und Accessoires aus den Fünfzigern sowie dem Geschirr mit Goldrand machte das „Margot“ schnell zu einem der angesagtesten Cafés. „Es war ein Wohlfühlort und auch ein Wohnzimmer für viele Gäste“, schreiben die Betreiberinnen auf ihrem Instagram-Kanal. Die Beliebtheit hat jedoch auch zu einer sehr hohen Arbeitsbelastung für sie geführt. Nun haben sie die Reißleine gezogen.

 

Zum 31. Januar wird der Cafébetrieb eingestellt. Ein letztes Mal kann man Kaffee und Kuchenkreationen am Samstag, 7. Februar von 10 bis 16 Uhr beim Flohmarkt im Café Margot genießen. Die Bay-Schwestern werden dann Geschirr, Deko, Blumen, Backzubehör und einzelne Einrichtungsgegenstände verkaufen. Wie es für sie beruflich nach dem Café Margot weitergeht, ist offen.

Doch die Café-Tradition im historischen Gebäude der „Goldenen Biene“ wird fortgesetzt. Mit Leonie und Luisa Roos sind die künftigen Betreiberinnen erneut zwei Schwestern. In Karlsruhe führen sie bereits das Café Bertis, und so soll auch das Café in Esslingen heißen. Der Name geht auf den Spitznamen „Berti“ zurück, mit dem sich die Geschwister früher eine Zeit lang gegenseitig ansprachen. Sie sind in Esslingen zur Schule gegangen und im Kreis aufgewachsen. „Wir haben Lust, unser Café und unser Konzept auch in der Heimat aufzubauen“, sagt Luisa Roos. Die 25-Jährige ist gelernte Konditorin und hat im Anschluss ein Studium begonnen. Ihre 28-jährige Schwester Leonie arbeitete vor der Selbstständigkeit als Projektmanagerin. „Das steht aber nicht mehr im Vordergrund, beruflich verstehen wir uns heute als Gastronominnen“, sagt Luisa Roos

Der Standort sei „megagut“

Das Café Margot im Unteren Metzgerbach schließt. Nachfolger wird das Café Bertis. Foto: Roberto Bulgrin

Sie kennen ihre Vorgängerinnen seit Längerem. Als sie vor zweieinhalb Jahren ihr erstes Café in der badischen Fächerstadt eröffneten, nahmen Luisa und Leonie Roos Kontakt zu den Bay-Schwestern auf, um sich Tipps geben zu lassen. Seitdem stehen sie in lockerem Austausch. „Der Standort ist natürlich megagut“, sagt Luisa Roos über die neue Location im Unteren Metzgerbach, die sie ab März gemietet haben. Wann genau das „Bertis“ eröffnet, steht aber noch nicht fest.

Kuchen, Limos, Aufstriche und andere Spezialitäten sind hausgemacht

Optisch soll sich das Café vom „Fräulein Margot“ unterscheiden. „Wir möchten ihm bewusst unseren eigenen Charakter verleihen. Daher setzen wir nicht auf den Retro-Look, sondern orientieren uns an unserem bestehenden Café in Karlsruhe“, sagt Luisa Roos. Einige Möbelstücke werden sie von den Vorgängerinnen zwar übernehmen. Insgesamt soll das Bertis aber ein moderneres Erscheinungsbild bekommen.

Anbieten wollen sie eine große Auswahl an Kuchen, die selbst gebacken sind. „Das ist so etwas wie unser Aushängeschild“, sagen die Schwestern. Außerdem wird ein breites Frühstücksangebot mit Frühstücksplatten, Stullen und Bowls auf der Karte stehen. Neben Kaffeespezialitäten soll es auch selbst gemachte Limonaden, Matcha, Chai und ein paar wechselnde Specials geben. Leonie und Luisa Roos legen viel Wert auf eigene Herstellung. So sind die Sirupe für Limos und Chai genauso wie Aufstriche und andere Frühstückskomponenten hausgemacht. „Bei uns gibt es zudem sehr viele vegane Optionen und wir achten auf frische Produkte“, betonen die Cafébesitzerinnen.