Barbara Rose mit dem Buch „Waiblinger Stadtgeschichte für Kinder“. Sie war überrascht, wieviele Kinder tolle Beiträge für das Sachbuch verfasst haben. Foto: Edgar Layher

Seit Samstag gibt es das erste Sachbuch für Kinder zur Stadtgeschichte Waiblingens. Das Besondere: die Autorin Barbara Rose hat es zusammen mit Drittklässlern verfasst, zudem ist es unter anderem illustriert mit gemalten Bildern von Schülern.

Waiblingen - Der große Stadtbrand von 1634 war ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte Waiblingens. Und auch heute noch macht das Inferno mächtig Eindruck: Julia aus der Rinnenäckerschule hat das rot-orangefarbene Flammenmeer gemalt und Zoe, Lilly, Melina sowie Madita haben sich vorgestellt, wie es wohl war, beim Stadtbrand dabei gewesen zu sein: „Kinder riefen verzweifelt nach ihren Eltern. Ich sah die Stadt versinken in gelben Flammen“, schreiben die Drittklässler.

Die Büchereileiterin vermisst eine Stadtgeschichte für Kinder seit 31 Jahren

Die Beiträge der Schüler sind Teil eines neuen Buches über die Stadtgeschichte Waiblingens. Geschrieben hat es die Kinderbuch-Autorin Barbara Rose zusammen mit Drittklässlern der Waiblinger Grundschulen. Auf ein solches Buch hat die Büchereileiterin Ute Bräuninger-Thaler schon lange gewartet: „Seit 31 Jahren arbeite ich hier, und ich habe oft festgestellt, dass Kinder kommen, die etwas über Waiblingen wissen möchten – aber dass uns ein kindgerechtes Sachbuch fehlt“, berichtet sie.

Mit den Kinder- und Jugendbuchwochen, die im vergangenen Jahr in Waiblingen stattfanden, kamen die Chance und die nötigen Mittel, ein solches zu entwickeln. Barbara Rose bearbeitete in Schreibwerkstätten die einzelnen Themenfeldern, gab den Kindern Tipps – und las ihnen abschreckende Textpassagen aus dem Stadtgeschichte-Buch für Erwachsene vor: „Da habe ich nur große Fragezeichen in den Augen gesehen“, sagt Barbara Rose und lacht. Andere Drittklässler setzten sich in Bildern mit der Stadtgeschichte auseinander – sie wurden dabei von Christine Lutz angeleitet, der Leiterin der Kunstschule.

Seit Samstag gibt es die Waiblinger Stadtgeschichte für Kinder zu kaufen

„Ich war überrascht, dass ich so viele, so tolle Beiträge bekommen habe. Leider konnte ich nicht alle Texte nehmen, aber ich habe alle noch“, sagt Barbara Rose, die mit ihrer Familie in Fellbach lebt und viel über die Nachbargemeinde Waiblingen gelernt hat. Unterteilt ist das Buch, das seit Samstag in den Waiblinger Buchhandlungen Taube und Osiander zu kaufen ist, nicht einfach in klassische Epochen. Im Kapitel „Kauft, Leute, kauft!“, erfährt man viel darüber, wie der Handel und Handwerk früher funktioniert haben. In „Wer sagt, was gemacht wird?“, geht es um Verwaltung und Politik, in „Wir gehören zusammen!“ werden alle fünf Ortsteile vorgestellt. Ein verbindendes Element ist die Ratte Remsi, das Maskottchen des Hauses für Stadtgeschichte. Sie taucht immer wieder in Bildern auf und neben den Seitenzahlen.

Es gibt den Haupttext von Barbara Rose, Infokästen zu Personen oder Fachbegriffen und die Beiträge der Kinder. Lia zum Beispiel beschreibt, dass das Beinsteiner Backhaus früher das Waschhaus war und wie anstrengend es damals war, die Kleider zu waschen. Sie findet es cool, dass es ihr Beitrag in das neue Stadtgeschichte-Buch geschafft hat. „Aber ich finde das Buch auch schön wegen den gemalten Bildern“, sagt sie, die zur offiziellen Vorstellung in der Waiblinger Stadtbücherei gekommen ist.

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