Mit einem Poller soll die Verbindung zwischen der Edelhalde und dem Esslinger Stadtteil Zell gekappt werden. Foto: /Philipp Braitinger

Im Zuge der Entwicklung eines kleinen Neubaugebiets im Westen der Gemeinde Altbach wird darüber nachgedacht, die Verbindung ins benachbarte Zell mit einem Poller zu kappen. Doch dieser Vorschlag ist nicht unumstritten.

Es ist nicht mehr als ein schmaler Streifen Wiese, der zwischen Altbach und dem Esslinger Stadtteil Zell liegt. In ost-westlicher Richtung verläuft dort die Lenaustraße, die mit dem Übertritt nach Zell zur Mettenhaldenstraße wird. Wenige Meter weiter im Norden ist es die Altbacher Edelhalde, die in Zell als Weinbergstraße fortgeführt wird. In dem Gebiet zwischen der Lenaustraße, der Edelhalde und der Badstraße soll ein kleines neues Wohngebiet entstehen, das zu einem späteren Zeitpunkt weiter nach Norden wachsen könnte. Die verkehrliche Erschließung soll über eine neue Straße von der Kreuzung Lenau-, Bad- und Kirchstraße zur Edelhalde erfolgen. Ob die bisher offene Verbindung der Edelhalde nach Zell mit einem Poller dichtgemacht werden soll, darüber diskutierte der Altbacher Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung kontrovers. Bisher wird nur mit einem Schild auf ein Durchfahrtsverbot hingewiesen.

 

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Während der Sitzung des Gemeinderats stellte Oliver Bausch, Mitarbeiter des Verbandsbauamts, die Pläne vor. Es war bereits der zweite Anlauf für die weitere Planung. Ein erster Versuch im Januar war an der streikenden Präsentationstechnik im Ratssaal gescheitert. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst, der Planentwurf gebilligt und ein Beschluss zur erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange gefasst.

UWV kritisiert die Pläne

Geplant ist, die Verbindung der Edelhalde in die Zeller Weinbergstraße mit einem Poller zu kappen. Zum Wenden soll ein Wendehammer gebaut werden – allerdings nur für Autos, nicht für Lastwagen. An diesen Plänen übten vor allem Gemeinderäte der UWV-Fraktionen Kritik. „Warum müssen wir mit Gewalt einen Poller hinstellen“, fragte der Gemeinderat Peter Schnirzer (UWV). Er bezweifele, dass die Verkehrsbehörde des Landratsamts Esslingen einen Poller genehmige. Und wenn der Poller nicht genehmigt werde, müsse auch kein teurer Wendehammer gebaut werden.

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Schnirzers Fraktionsvorsitzender Mathias Lipp fragte, weshalb denn nicht erst einmal der Poller beantragt werde. „Das ist für mich der erste Schritt“, meinte Lipp. Nach einer Entscheidung könne weitergeplant werden. Dass ein Poller an dieser Stelle gebaut werde, bezweifele er ebenfalls. Die Krux mit dem Poller ist, dass an der Edelhalde/Weinbergstraße eine Durchfahrt für Versorgungsfahrzeuge, Anlieferung, Feuerwehr, Müllfahrzeug erhalten bleiben soll. In der Praxis müssten dann die Versorgungsfahrzeuge den Poller umlegen, durchfahren, und dann den Poller wieder aufstellen.

Durchgangsverkehr soll ausgesperrt werden

Eine klare Mehrheit der Gemeinderäte stimmte für Poller und Wendehammer. Vertreter anderer Fraktionen hoben hervor, dass der nun zu beschließende Plan nicht in Stein gemeißelt sei. Wichtig sei zunächst der Versuch, den Durchgangsverkehr zu verhindern. „Wir sind uns doch alle einig, dass wir den Durchgangsverkehr nicht wollen“, meinte die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Barth. Ähnlich sah es der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Euchenhofer.

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Das Landratsamt Esslingen betont, dass es schon triftige Gründe für die Aufstellung eines Pollers geben müsse. Wenige Meter weiter unten gibt es aber bereits einen Poller, der die Altbacher Lenaustraße und die Zeller Mettenhaldenstraße trennt. Wie ist das möglich? Esslingen hat als Große Kreisstadt im Gegensatz zur Gemeinde Altbach eine eigene Verkehrsbehörde. Wie es zwischen der Edelhalde und der Weinbergstraße weitergeht, das muss nun die Verkehrsbehörde des Landratsamts mit der städtischen Verkehrsbehörde Esslingens klären. „Wir haben zwei Straßenverkehrsämter, die sich einigen müssen“, erklärte die stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamts Sarah Panten.

Es müssen mehr Stellplätze gebaut werden

Es war aber nicht allein der fahrende Verkehr, der die Gemeinderäte bei der bisherigen Planung beschäftigte. Auch die Anzahl der vorgeschriebenen Parkplätze pro Wohneinheit schien bislang nicht ausreichend. Nun hat das Verbandsbauamt nachgelegt und die Stellplatzzahl erhöht. Ab einer Wohnungsgröße von 61 Quadratmetern sollen zwei Stellplätze nachgewiesen werden. Für kleinere Wohnungen soll es bei einem Stellplatz bleiben. Abweichungen sollen aber möglich sein, sofern die Bauherrn Fahrradabstellplätze oder einen Carsharing-Platz zur Verfügung stellen. Es sollen Impulse für eine zeitgemäße Mobilitätsgestaltung geschaffen werden.

Anwohner ärgern sich über den Schleichverkehr

Schleichweg
Wenn auf der Esslinger Straße viel Verkehr ist, versuchen manche Autofahrer offenbar Parallelstraßen durch Wohngebiete im Esslinger Stadtteil Zell und in Altbach zu nehmen. Dies wiederum ärgert gemäß Altbacher Gemeindeverwaltung die dortigen Anwohner. Deshalb würde die Gemeinde Altbach die Nutzung der Straßen gerne einschränken.

Stellplätze
Der Gemeindeverwaltungsverband schlägt nun vor, dass Wohnungen bis 60 Quadratmeter einen Stellplatz nachweisen müssen. Größere Wohnungen sollen zwei Stellplätze nachweisen müssen.

Erschließung
Die neuen Häuser sollen über eine Straße von der Kreuzung Lenau-, Bad- und Kirchstraße zur Edelhalde erschlossen werden.