Schöckingen wird im Südosten ein Stück größer. Foto: Stadt Ditzingen/Intern. Stadtbauatelier

Der Stadtteil Schöckingen wird größer. Nach einem Grundsatzbeschluss sind nun die Planer gefragt. Der Gemeinderat hat dazu am Dienstag das vorerst letzte Wort.

Ditzingen - Im kleinsten Ditzinger Stadtteil ist die dörfliche Struktur immer noch ablesbar. Daran soll sich auch nichts ändern, die „gute Stube Ditzingens“ wie Schöckingen auch genannt wird, soll nicht schwinden, wenn es den Anforderungen der Moderne entsprechend wächst. Im Südosten, zwischen Ortsrand und der Umfahrung, ist ein gut vier Hektar großes Wohngebiet geplant. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat am Dienstag dem Gemeinderat empfohlen, die Planung auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwurfs des Stuttgarter Büros Internationales Stadtbauatelier (ISA) weiterzuverfolgen.

Die Ruhe im Ort, auf den ersten Blick idyllisch, gereicht den Schöckingern heute zum Vorteil – anders noch als Mitte des 20. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt waren die Orte ringsum von einer modernen Infrastruktur geprägt, und ein Bahnanschluss beschleunigte das Wirtschaftswachstum. Nach Schöckingen aber fuhr die Bahn nicht. Der recht große Waldbesitz, der die Schöckinger Bürger in ihrer Gesamtheit bis zu diesem Zeitpunkt zu Bewohnern eines reichen Ortes gemacht hatte, galt nicht mehr viel.

In dem Buch, das der frühere Stadtarchivar Herbert Hoffmann anlässlich des 1200-Jahr-Jubiläums Schöckingens im vergangenen Jahr verfasst hat, wird ein Eindruck von der wechselvollen Entwicklung des ehemals ebenso selbstständigen wie selbstbewussten Ortes vermittelt. Der Wandel Schöckingens ist deshalb von einem Bewusstsein für die Fortentwicklung wie auch für die Bewahrung der prägenden Dorfidylle geprägt. In diesem Spannungsfeld bewegen sich auch heute noch die Stadtplaner.

Das Büro ISA hatte sich gegen zwei weitere eingereichte Entwürfe durchgesetzt. Dessen städtebauliches Konzept ist aus der bestehenden Siedlungsstruktur heraus entwickelt, die Bebauung ist dicht. Allerdings sei das „grüne Rückgrat“ gut und ausreichend dimensioniert, heißt es in der Bewertung des Entwurfs. Es markiert den Übergang in die Landschaft, zu Wiesen und Ackerflächen. Eine Durchgangsstraße ist nicht geplant, das Gebiet ist geprägt von Stichstraßen. Die Bewertungskommission unter dem Vorsitz des Architekten und Stadtplaners Gerd Baldauf hatte aber unter anderem die ihrer Meinung „massiven Geschossbauten entlang des Grünzugs“ kritisiert. Der Plan soll deshalb auch in diesem Punkt überarbeitet werden.

Der CDU-Stadtrat Peter Rombold hob nun am Dienstag die Möglichkeit hervor, durch den Ankauf der Entwürfe aller drei beteiligten Büros diese auch mischen zu können. Entsprechend soll der Dorfplatz nach dem Plan des Büros Zoll überarbeitet werden. Auf eine Frage von Horst Kirschner (Freie Wähler) führte der Bürgermeister Ulrich Bahmer zudem aus, den Verkehr über den Südrand in das Baugebiet leiten zu wollen. Ulrich Steller (Grüne) äußerte sich zufrieden mit dem Plan: „Die Gesamtanlage gefällt mir sehr gut.“ Bei den weiteren Planungen werden unter anderem jetzt auch die Beschlüsse zur Unterbringung von Flüchtlingen eingearbeitet. Weil der Ausschuss einmütig dem Gemeinderat empfahl, den Verwaltungsantrag zu beschließen, gilt dessen Zustimmung am Dienstag als sicher.

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