Lara Steimle-Lochmann überzeugt sich ganz praktisch davon, dass das neue Bowlingcenter im „Dick“ startklar ist. Foto: Roberto Bulgrin

Gut eine Million Besucher werden jedes Jahr im Esslinger Freizeit- und Erlebniscenter „Das Dick“ gezählt. Nun soll es noch attraktiver werden: Vier Millionen Euro investiert die Betreiberfamilie Lochmann in ein Bowlingcenter, das an diesem Freitag eröffnet wird.

In den USA sind Bowlingcenter schon lange eine große Nummer – mittlerweile setzt sich dieser Freizeittrend auch hierzulande immer stärker durch. Nun rollt die Bowlingkugel auch im Freizeit- und Erlebniscenter „Das Dick“ in der Esslinger Weststadt: Wo sich früher Tanz- und Partybegeisterte in der Diskothek One tummelten, ist mit Bowl & Co. eine moderne Bowlingbahn mit 19 Bahnen und Gastronomie entstanden. Rund vier Millionen Euro hat die Betreiberfamilie Lochmann, unter deren Regie sich das Dick-Center kontinuierlich weiterentwickelt hat, in das neue Angebot investiert. Von diesem Freitag an ist die neue Bowlingbahn geöffnet, von der sich das Center, das schon jetzt Jahr für Jahr mehr als eine Million Besucher verzeichnet, zusätzliche Attraktivität verspricht.

 

„Ein Center wie „Das Dick“ ist etwas sehr Lebendiges“

Für den Rudersberger Kino- und Immobilienunternehmer Heinz Lochmann, der „Das Dick“ vor mehr als 20 Jahren übernommen und in die Erfolgsspur geführt hat, war schon immer klar, dass Stillstand für ein Freizeit- und Erlebniscenter Rückschritt bedeuten würde. Das sieht seine Tochter Lara Steimle-Lochmann, die die Geschäftsführung übernommen hat, nicht anders: „Ein Center wie ‚Das Dick’ ist etwas sehr Lebendiges, das sich immer wieder verändern darf und muss, um immer attraktiv zu bleiben. Manches mag verschwinden, doch dafür kommt immer wieder Neues nach.“

Wie gut ein Bowlingcenter funktionieren kann, sehen die Lochmanns in Leonberg. Dort betreibt Heinz Lochmanns Sohn Marius Lochmann schon länger unter dem dortigen Traumpalast-Kinocenter erfolgreich eine Bowlingbahn – ebenfalls unter der Marke Bowl & Co. Doch obwohl das Esslinger Center denselben Namen trägt, hat es einen ganz eigenen Charakter, der unverkennbar die kreative Handschrift von Lara Steimle-Lochmann trägt. Zwei Jahre lang hat die 25-jährige studierte Psychologin auf den Tag der Eröffnung hingearbeitet. Und wer sich im neuen Bowlingcenter im Untergeschoss des „Dick“ umschaut, spürt sofort, dass nicht nur die großen Linien stimmen, sondern auch viel Liebe ins Detail investiert wurde.

Tradition bleibt erhalten

Wie zwei Etagen höher im Esslinger Traumpalast wurde viel dafür getan, Elemente der alten Fabrikarchitektur zu erhalten. An vielen Stellen zeigen sich Teile des alten Backstein-Mauerwerks. Und wo zu Zeiten der Feilen- und Messerfabrik Dick noch Stahl geschmolzen wurde, bilden 100 Jahre alte Kohleschütten und Schmelzöfen einen attraktiven Kontrast zu den modernen Bowlingbahnen. „Mir war es wichtig, die historische Bausubstanz so weit wie nur möglich in unser innenarchitektonisches Konzept einzubeziehen“, sagt Lara Steimle-Lochmann, die konsequent auf der Baustelle vor Ort war, um jeden Schritt zu begleiten.

So ist im Untergeschoss des Dick-Centers ein stylisches Freizeitangebot entstanden: Insgesamt 19 Bowlingbahnen, die sich auf drei Säle verteilen und mit modernster Technik des Herstellers Brunswick ausgestattet sind, können zu Preisen zwischen 28 und 45 Euro pro Stunde gebucht werden. Bereits bei der Anmeldung kann man die beteiligten Spielerinnen und Spieler registrieren, die dann auf der Digitalanzeige gelistet werden. Jede Bahn verfügt über ein Display, über das zum Beispiel die Spiele organisiert, Essen und Getränke geordert, Unterstützung durchs Personal angefordert und Statistiken geführt werden können. Vier Bahnen sind zusätzlich mit so genannter Spark-Technologie ausgestattet, die gegen Aufpreis mit weiteren visuellen Extras aufwartet.

Stylisch und edel zugleich

Von der Piazza aus erhalten Neugierige einen ersten Einblick: Das Interieur ist modern und edel zugleich, das aufwendige Beleuchtungskonzept war Lara Steimle-Lochmann ein besonderes Anliegen. Einzelne Bereiche können für geschlossene Gesellschaften abgetrennt werden – schon jetzt liegen zahlreiche Buchungen für Weihnachtsfeiern vor. Die Gastronomie bietet Drinks, Cocktails und eine Speisekarte mit Pizza, Burger und Salaten an, wobei das Angebot bis zum Herbst nochmals erweitert wird.

Lara Steimle-Lochmann ist überzeugt, dass das neue Bowlingcenter das Angebot des Dick-Centers weiter abrunden wird: „Wir wollen erreichen, dass die Menschen gerne hierher kommen und dann auch bleiben – zum Beispiel einen Besuch in den Traumpalast-Kinos mit einer Partie Bowling verbinden. Dabei haben wir auch Familien verstärkt im Blick.“ So sind einige Bahnen zusätzlich so ausgestattet, dass sich Kinder anfangs beim Bowlen etwas leichter tun. Die Eröffnung von Bowl & Co. an diesem Freitag soll nur eine weitere Etappe auf dem Weg des Dick-Centers in die Zukunft sein. So bastelt die Geschäftsführerin bereits an Ideen, wie sich die Piazza im Untergeschoss weiterentwickeln lässt: „Das ist solch ein attraktiver Ort – daraus lässt sich noch viel mehr machen.“ Und das will sie dann auch konsequent angehen – getreu der Familienphilosophie, dass Stillstand früher oder später Rückschritt bedeuten würde.

Meilensteine auf dem Weg zum Freizeit- und Erlebniscenter „Das Dick“

Geschichte
 Die einstige Werkzeugfabrik Friedrich Dick ist die größte Fabrikanlage in der Esslinger Weststadt. Die Anfänge des Unternehmens reichen ins Jahr 1778 zurück. Paul Friedrich Dick kaufte 1889 Grundstücke in der Weststadt, um eine Fabrik mit Bahnanschluss bauen zu lassen. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Gebäudekomplex mehrfach erweitert. Heute gilt das einstige Firmengelände als Beispiel für Architektur der frühen Moderne in Esslingen.

Neubeginn
Nachdem die Firma Dick 1997 Esslingen den Rücken gekehrt hatte, wurde das Fabrikareal denkmalgerecht saniert und zum Freizeit- und Erlebniscenter umgebaut. Die Gründer des Dick-Centers mussten 2001 die Segel streichen, ein Jahr später kam das Ende für das Moviedick-Kinocenter. Der Rudersberger Kinounternehmer Heinz Lochmann übernahm 2002 zunächst das Kino, das er zum Traumpalast umgestaltete. Heute wird das gesamte Center von der Lochmann-Grundstücksvermietungsgesellschaft betrieben.