Es gibt wieder Gastronomie im Mehrgenerationenhaus. Alexander Fetzer und Sabine Kindl wollen mit ihrer Café- und Weinbar nostalgische Erinnerungen aufleben lassen.
Sanfte Klaviermusik erfüllt den Raum, Vinylplatten und alte Weinkisten prägen das Ambiente, auf den Tischen stehen hübsche Filzblumen und auf Ginflaschen montierte Lampenschirme, aus dem Ofen duftet es nach Flammkuchen. Elegant und gemütlich kommt sie daher, die neue Gastronomie im Böblinger Treff am See.
Unter dem Namen „Fetzers café | bar | vino“ haben Sabine Kindl und Alexander Fetzer hier einen eigenen Gastrobetrieb eröffnet. Das „Fetzers“ schließt die Lücke, die Salvatore und Saveria Militello hinterlassen haben, seit sie im Sommer mit ihrem Eiscafé Jesolo an die wenige Meter entfernte neue Adresse in der Uferstraße 7 gezogen waren.
Neuer Betreiber kommt aus Möbelbranche
Für den neuen Chef und Namensgeber Alexander Fetzer ist dies die erste Station in der Gastronomie. Davor war der 56-jährige Diplom-Kaufmann 25 Jahre lang im Möbelhandel tätig. Bis 2022 hatte er zehn Jahre lang das Küchen- und Bettenstudio Ambiente 464 in Holzgerlingen geführt. Nach einer beruflichen Zwischenstation in Stuttgart erfüllen er und seine Partnerin Sabine Kindl sich hier den gemeinsamen Traum vom eigenen Gastrobetrieb. Sabine Kindl bringt bereits langjährige Gastronomieerfahrung mit – unter anderem war sie neun Jahre lang Betriebsleiterin im V8 Hotel bei der Motorworld auf dem Flugfeld. Ihre Mutter, die langjährige Grünen-Stadträtin Edith Mühlich sowie deren Ratskollegin und Freundin Magdalena Arp-Luke hatten sie dazu ermunter, das Stadtcafé zu übernehmen.
Hier wollen Alexander Fetzer und Sabine Kindl auch ganz persönliche Erinnerungen an das Böblinger Künstlerviertel wieder aufleben lassen. „Wir sind ja alte Böblinger“, spielt Kindl auf die einst so geschäftige Kneipenmeile in unmittelbarer Nähe zum heutigen Treff am See an. Im Fetzers bieten sie jetzt nachmittags Kuchen von der Eselsmühle im Siebenmühlental und abends Wein und Cocktails sowie Antipasti, Bruschetta, Brote, Flammkuchen und Nacho-Chips an.
„Es hat menschlich und fachlich einfach sofort gepasst“, sagt Rolf Hirschbühl. Der Leiter des Bürger- und Mehrgenerationenhauses hatte das Pächterpaar gemeinsam mit einer Jury aus zehn Bewerbungen für dieses spezielle Engagement ausgewählt. Schließlich ist dies kein gewöhnlicher Gastrobetrieb, denn das Café mit seiner breiten Fensterfront und der großen Terrasse mit Blick auf den Oberen See befindet sich in einem frei zugänglichen, öffentlichen Gebäude, das als Böblingens Bürgertreff dient. Außerhalb der Bürozeiten sind die Café-Betreiber deshalb Ansprechpartner für alle möglichen Fragen rund um das Haus.
Eine weitere Besonderheit ist das Foyer, das direkt ins darunterliegende Café übergeht. Der Raum, in dem kostenlos Wasser und Tee angeboten wird, steht für die gesamte Bürgerschaft offen. „Hier sitzen Leute, die am Laptop arbeiten und das WLAN nutzen wollen, Schüler, die ihre Hausaufgaben machen oder Eltern, die warten, während die Kinder zum Ballettunterricht oder ins Kino gehen“, erklärt Hirschbühl.
„Das offene Konzept entspricht unserer Lebensart“, sagt Fetzer. Als Möbelhausleiter sei ihm jeder Lieferant auf einen Kaffee willkommen gewesen. „Wenn jeder ein bisschen was für andere tut, wird das große Ganze deutlich besser“, lautet sein Motto.
Zur Eröffnung soll Fetzers Bruder spielen: der Jazzgitarrist Andreas Fetzer
Seit Freitag ist die Café- und Weinbar offiziell eröffnet. Am ersten Abend sowie an diesem Samstagabend spielen Profimusiker zur Unterhaltung, darunter Alexander Fetzers Bruder, der Jazzgitarrist Andreas Fetzer.
Öffnungszeiten sind donnerstags bis samstags von 14 bis 24 Uhr, sonntags und montags von 14 bis 23 Uhr. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag, das Café ist dann mit einem Gitter geschlossen, das Foyer bleibt während der Hausöffnungszeiten offen.