Das Team vom neuen Restaurant„Nam An“ mit Thuy Nguyen (Dritte von links), die das Konzept erstellt hat. Foto: Werner Kuhnle

Südostasiatische Küche und Kultur verspricht das neue Restaurant „Nam An“ in Bietigheims Altstadt (Kreis Ludwigsburg). Warum der Betreiber mit mehr als Geschmack überzeugen will.

Flugreisen in ferne Länder sind aktuell schwierig, wer aber zumindest schon mal auf den Geschmack kommen möchte, taucht kulinarisch zumindest in andere Erdteile ein. Eine weitere Möglichkeit dazu bietet sich seit Ende Januar in Bietigheims Altstadt. Unweit des Marktplatzes hat in der Schieringerstraße das „Nam An“ eröffnet.

 

„Wir wollen eine Brücke nach Vietnam sein“, sagt Thuy Nguyen. Sie hat das Konzept des Restaurants erarbeitet. Die Vietnamesin lebt seit mehr als 20 Jahren in Deutschland und berät den Betreiber des „Nam An“ – übersetzt bedeute das so viel wie „friedliches Vietnam“.

Ruhe strahlt die Inneneinrichtung des in der Fußgängerzone gelegenen asiatischen Restaurants dann auch aus. Dunkle Holztöne bestimmen, aufgelockert von bunten Gegenständen und Gemälden aus Vietnam. „Der Stil ist inspiriert von Restaurants und Cafés in Hoi An“, sagt Nguyen. Die Stadt gilt wegen ihrer historischen Gebäude und Altstadt als eines der Tourismusziele des südostasiatischen Vielvölkerstaats.

Thuy Nguyen präsentiert ein Markenzeichen des neuen Restaurants „Nam An“: die original vienamesische Pho. Foto: Werner Kuhnle

„Nam An“ soll Botschafter des Landes sein und mehr vermitteln als nur gutes Essen. Wobei das ein großer Bestandteil der vietnamesischen Kultur ist. Nguyen hat sich genau überlegt, wen sie mit dem Restaurant ansprechen will. „Wir haben festgestellt, dass in der Innenstadt viele ältere Menschen unterwegs sind“, sagt die dreifache Mutter.

„Es geht uns um langfristigen Erfolg hier.“

Thuy Nguyen, Nam An

Es geht also darum, die vietnamesische Küche zunächst an die Menschen heranzuführen, die damit noch nicht viel Erfahrung haben. Es gibt Frühlingsrollen, die traditionelle Suppe Pho, aber auch Gerichte mit Gemüse, Fleisch und Fischsoße.

Sushi und vietnamesische Küche

Groß ist die Produktpalette im „Nam An“ in Bietigheim. Foto: Werner Kuhnle

Daneben kommen auch Sushi-Freunde auf ihre Kosten. Das sei gerade auch für jüngere Kunden mit auf der Karte. Beides – vietnamesische Warmgerichte und japanisches Sushi – muss sich vor der Konkurrenz in der Region nicht verstecken. Handwerklich hochwertig werden die Speisen frisch zubereitet.

Und weil es um die Kultur geht, kann wer will auch einen Einblick in die vietnamesische Kaffeekunst erhalten. „Wir erklären den Menschen gerne auch, wie Gerichte in Vietnam gegessen werden“, sagt Nguyen. Dort ist es üblich mehrere Gerichte an einem Tisch zu teilen.

Mittagsangebot bis 15 Uhr

Das „Nam An“ hat täglich ab 11 Uhr geöffnet und bis 15 Uhr unter der Woche auch ein Mittagsangebot mit verschiedenen Gerichten. Das wird auch in den ersten Wochen schon gut angenommen. „Wir sind zufrieden mit dem Start, aber wir werden uns immer weiterentwickeln und verbessern“, kündigt Nguyen an. Neben dem Abholangebot will man auch das Lieferangebot weiter ausbauen, derzeit fehle noch ein wenig Personal, um immer einen Lieferdienst anbieten zu können.

Mit dem im Dezember eröffneten Tutam in der Freiberger Straße gibt es in Bietigheim nun gleich zwei Restaurants mit vietnamesischem Touch. Auch wenn die Inhaber sich kennen, sei es Zufall gewesen, dass beide nun in Bietigheim eröffnen, sagt Nguyen. Die Konzepte unterschieden sich auch deutlich voneinander, sodass genug Raum für beide ist.

Dass am Standort in der Schieringerstraße der Vormieter wenig Glück hatte, spielt für Nguyen keine Rolle. Sie hat schon viele Restaurants gestaltet und sieht das „Nam An“ auf einem guten Weg. „Es geht uns um einen langfristigen Erfolg“, sagt sie. Für die Innenstadt bietet das Restaurant jedenfalls eine bislang fehlende Komponente in der Angebotspalette.