Reiner Gauger war bis dato Hauptreferent des CDU-Wirtschaftsrats. Foto: Gottfried Stoppel

Reiner Gauger war Unternehmer, Präsident des heutigen Fußball-Bundesligaklubs FC Augsburg und bis dato Hauptreferent des CDU-Wirtschaftsrats. Jetzt soll er die Wirtschaft in Backnang in Schwung halten.

Backnang - Ist dieser Mann womöglich überqualifiziert für seinen Job als neuer Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Backnang? Der 56-jährige Wirtschaftsingenieur Reiner Gauger war unter anderem leitender Mitarbeiter verschiedener Firmen, er hat von 2003 bis 2013 eine Marketingagentur geleitet. Anschließend war der Mann, der in Gaildorf geboren ist – „Gaildorf gehörte zum Altkreis Backnang, darauf lege ich Wert“ –, rund fünf Jahre lang Bezirksgeschäftsführer der CDU-Nordwürttemberg und dann acht Monate lang Hauptreferent beim Wirtschaftsrat der Christdemokraten.

Auch von einem kurzen Intermezzo als Präsident des heutigen Fußball-Bundesligisten FC Augsburg erzählt Gauger an diesen Sommertag bei einem Kaffee auf der Terrasse einer Bar in der Grabenstraße in Backnang.

„Der Job muss Spaß machen.“

Mit der Anstellung bei der CDU habe er sich „das Hobby zum Beruf gemacht“, denn er sei schon als Schüler in die Junge Union (JU) eingetreten. Damals sei die JU „der Stachel im Fleisch der CDU gewesen“. Gauger erzählt, dass er von 1984 bis 1986 Kreisvorsitzender der JU in Schwäbisch Hall war und dass er damals unter anderem ein Tempolimit auf den Autobahnen und einen Umweltbeauftragten für das Landratsamt gefordert habe. Die Frage, ob er sich denn zum linken Flügel seiner Partei zähle antwortet Gauger spitzbübisch: „jedenfalls nicht zum konservativen Flügel“.

Und auf die Frage nach einer möglichen Überqualifikation sagt er augenzwinkernd: sicher, er habe schon viel mehr Geld verdient, komme aber auch mit weniger gut aus. Er sei ledig, habe keine Kinder, lebe in Kornwestheim in einer schönen Wohnung, habe keine Auto (mehr). „Der Job muss Spaß machen“ – und das Einkommen reiche allemal aus, „um dreimal im Jahr Skifahren zu gehen“. In reize die Aufgabe als Wirtschaftsbeauftragter in einer schönen Stadt mit guter Verkehrsanbindung und im Vergleich mit anderen Kommunen noch relativ großem Angebot an Gewerbeflächen.

„Keine CDU-Connection“

Diese indes dürften auch in der selbst ernannten Murrmetropole über kurz oder lang ausgehen. Die Nachfrage nach Parzellen auf den Lerchenäckern ist groß. „Wir brauchen etwas Neues“, sagt der Mann mit dem freundlichen Lachen – wohl wissend dass es schwierig werden dürfte die nötigen Flächen für ein weiteres (möglichst interkommunales) Gewerbegebiet zu finden. Zu den wichtigsten Aufgaben zählt Gauger die Beschleunigung des Internets speziell in den Backnanger Teilorten und die Nachfolgeregelung für leer stehende und von der Schließung bedrohte Einzelhandelsgeschäfte. Für Radio Burgel – die Firma hat kürzlich Insolvenz angemeldet – sei man an einer Lösung dran. „Wir suchen einen neuen Standort.“ Die Lage des Geschäft mitten in der Innenstadt sei nicht mehr zeitgemäß.

Der neue Wirtschaftsbeauftragte sagt, sein Arbeitsplatz im Rathaus sei auch deshalb toll, weil Backnang Potenzial habe und einen „guten Oberbürgermeister, der frisch gewählt worden ist“. Eine CDU-Connection mit dem CDU-OB Frank Nopper habe es übrigens nicht gegeben, er habe sich „ganz normal“ beworben.

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