So etwa sollen die Burger des neuen Mitbewerbers Five Guys aussehen, der bald seine erste Filiale in Deutschland eröffnen will. Foto: Five Guys

Die Burger-Kette Five Guys ist in Deutschland nur mäßig bekannt, in den USA genießt sie Kultstatus. Jetzt soll die erste Filiale bundesweit in Frankfurt eröffnen. Die Mitbewerber sehen den Vorstoß gelassen: Vom Burger-Boom profitierten alle.

Frankfurt - Es gibt heute mindestens zwei Dinge, die sich scheinbar immer verkaufen lassen. Erstens: Alles, was mit Einhörnern zu tun hat. Zweitens: Hackfleisch, das zwischen zwei Brötchenhälften angeboten wird. Der Burger-Boom ist ungebrochen und füllt die Gastrospalten auf Internetblogs und in klassischen Zeitungen gleichermaßen. Mit Five Guys bekommen die etablierten Burgerbratereien jetzt einen neuen Konkurrenten aus den USA, der hier relativ unbekannt ist, dort aber als Kult gilt – was bei über einer Million Facebook-Fans durchaus behauptet werden darf. Wer ist der neue Wettbewerber am Markt? Und was bedeutet das für McDonald’s, Burger King und Co.?

Ob Five Guys hier ebenso gut angenommen wird wie in den USA, wird wohl die erste Filiale zeigen, die Anfang November in Frankfurt eröffnen soll. Das Konzept ist simpel: Es gibt Burger, der Belag kann vom Gast individuell ausgewählt werden. Dazu stehen ein paar Sandwiches auf der Karte und kuriose Milchshakes: Ob sich Speckgeschmack durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Preislich jedenfalls ist Five Guys etwas über McDonald’s und Burger King angesiedelt und etwas unter kleineren Ketten wie „Hans im Glück“.

Über das genaue Vorgehen, wie sich das Familienunternehmen aus den Vereinigten Staaten am deutschen Fastfood-Markt etablieren will, hält sich ein Sprecher von Five Guys auf Anfrage unserer Zeitung zurück. 1,5 Millionen Euro will die Kette pro Filiale investieren, für das Jahr 2018 ist die Eröffnung von weiteren Filialen geplant, mögliche Standorte nennt er nicht. An Mitteln dafür dürfte es aber nicht fehlen. Five Guys ist in den USA mittlerweile riesig, dort gibt es über 1000 Filialen.

Die Platzhirsche geben sich gelassen

Nichtsdestotrotz: Mit einer allzu aggressiven Expansionsstrategie ist wohl auch im nächsten Jahr nicht zu rechnen: „Five Guys verfolgt ein gesundes Wachstum und expandiert Schritt für Schritt“, sagt der Sprecher. Nach der Eröffnung von Ablegern in Großbritannien, Frankreich und Spanien, sei Deutschland – als ebenfalls sehr bevölkerungsreiches Land – der nächste logische Schritt gewesen.

Die Platzhirsche auf dem Fastfood-Markt geben sich ob des neuen Mitbewerbers auf dem deutschen Markt gelassen. McDonald’s ist mit 1477 Filialen alleine in Deutschland und einem Marktanteil von nach eigenen Angaben 70 Prozent der größte Burger-Produzent in der Bundesrepublik. Nachdem die Zahlen in den Jahren 2013 und 2014 schwächelten, wähnt sich das Unternehmen jetzt aus der Krise und tritt sehr selbstbewusst auf.

„Für uns ist Five Guys keine wirkliche Konkurrenz“, sagt Philipp Wachholz, Pressesprecher von McDonald’s Deutschland. Im Gegenteil: „Wir begrüßen den Wettbewerb, der sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Dadurch entstand ein neuer Burger-Boom. Und dieser hat schlussendlich auch uns gut getan.“ Außerdem sei Five Guys vom Preisniveau her deutlich höher als McDonald’s.

Die wahren Konkurrenten sind die Bäcker

Die wirklichen Konkurrenten seien ohnehin eher die großen Bäckereiketten, die es in ähnlicher Masse gebe wie McDonald’s-Filialen. Und während es Five Guys vor allem in die Stadtzentren sieht, wächst McDonald’s ganz wo anders. „Im Hinblick auf Neueröffnungen liegt aktuell ein Schwerpunkt auf attraktiven Verkehrsknotenpunkten wie Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen“, sagt Wachholz.

Auch Burger King ist nicht entgangen, dass ein neuer Mitbewerber in den deutschen Markt drängt. „Wir verfolgen die aktuellen Marktentwicklungen genau“, sagt eine Sprecherin. Wie Burger King den Markteintritt von Five Guys bewertet, dazu will das Unternehmen nichts sagen.

Die deutsche Burgerkette „Hans im Glück“ mit Sitz in München sieht sich dagegen ausdrücklich nicht in direkter Konkurrenz zu Five Guys. „Prinzipiell beleben die unterschiedlichen Angebote anderer Systemgastronomen das Geschäft“, sagt Thomas Hirschberger, Gründer und Inhaber der „Hans im Glück“-Franchise. Vor allem durch die „einzigartige Inneneinrichtung“ habe man sich eindeutig von Mitbewerbern ab.

Die Kunden nehmen das Konzept offenbar an. Der Expansionskurs geht auch bei „Hans im Glück“ weiter, 48 Burger-Restaurants gibt es aktuell, zwei davon haben erst in der zweiten Jahreshälfte von 2017 eröffnet. Geplant sind noch zwei weitere in Dortmund und Augsburg. Doch auch bei der Luxusausgabe unter den Burger-Restaurants wird bereits in größeren Dimensionen gedacht. „Wir schlagen bald mit gleich drei neuen Filialen in der asiatischen Metropole Singapur ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte auf“, sagt Hirschberger. Landesgrenzen scheint das Burger-Geschäft jedenfalls nicht mehr zu kennen.

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