In diesem Jahr haben mehr Touristen als je zuvor das Mittelmeerland besucht. Auch für 2026 stehen die Zeichen auf Wachstum. Mehr Besucher sollen auch aus Indien kommen.
Griechenland hat im zu Ende gehenden Jahr eine neue Bestleistung im Tourismus aufgestellt. Zu verdanken ist das nicht zuletzt den deutschen Urlaubern, bei denen das Land immer beliebter wird. Noch fehlen in der Tourismus-Statistik die letzten beiden Monate des Jahres, aber an dem neuen Rekord ist nicht mehr zu rütteln.
Das zeigen die Zahlen, die diese Woche die griechische Zentralbank veröffentlicht hat. Danach kamen in den ersten zehn Monaten 35,26 Millionen ausländische Urlauber nach Griechenland. Das waren fast so viele wie im gesamten Jahr 2024. Die Einnahmen aus dem Tourismus lagen Ende Oktober mit 22,38 Milliarden Euro sogar schon über dem Niveau des gesamten Vorjahres. 2024 brachten die Urlauber 21,7 Milliarden ins Land. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten Tourismuserlöse von 23,4 Milliarden. Der Tourismus ist für das Land ein wichtiger Wachstumsmotor und trägt ein Fünftel zur Wirtschaftsleistung bei.
Deutsche Besucher haben großen Anteil
Deutsche Besucher haben an dem Boom einen großen Anteil. Sie stellten in den ersten zehn Monaten mit 5,6 Millionen Urlaubern die größte Nation vor den Briten. Die Zahl der deutschen Reisenden nahm gegenüber dem Vorjahr doppelt so stark zu wie die der ausländischen Urlauber insgesamt. Für 2026 zeichnet sich weiteres Wachstum ab, es könnte das vierte Rekordjahr in Folge werden. Die Deutschen spielen eine Schlüsselrolle. Das zeigen die Buchungstrends, die Europas größter Reiseveranstalter Tui jetzt publizierte. Hellas sie das Topziel für den Sommerurlaub im kommenden Jahr.
Das Land liegt in der Rangliste von Tui nahezu gleichauf mit Spanien, dem traditionell beliebtesten ausländischen Reiseziel der Deutschen. Rund die Hälfte der Griechenland-Urlauber zieht es auf die Inseln. Bei Deutschen besonders beliebt sind laut Tui Kreta, Rhodos, Kos, Korfu und Samos. Die Halbinsel Peloponnes mit ihren vielfältigen Landschaften, langen Stränden und antiken Stätten wie Olympia ist vor allem für Rundreisen gefragt. Aber auch die Hauptstadt Athen gewinnt für Städtetrips zunehmend an Beliebtheit. Nach einer Prognose der National Bank of Greece (NBG) könnte Griechenland bis zum Jahr 2040 jährlich etwa 55 Millionen Urlauber begrüßen.
Hostpots stoßen an ihre Grenzen
Touristische Hotspots wie Mykonos, Santorin, Paros und Rhodos stoßen allerdings in den Monaten Juli und August schon jetzt an ihre Kapazitätsgrenzen. Weiteres Wachstum kann das Land nur in der Vor- und Nachsaison verkraften. Dieser Trend zeichnet sich bereits ab: In diesem Jahr stiegen die Besucherzahlen im Frühling und Herbst überproportional an. Vor allem der Oktober wird als Reisezeit immer beliebter. Dazu trägt auch der Klimawandel bei: Viele Touristen versuchen, die im Mittelmeerraum zunehmend von Hitzewellen und Waldbränden geprägten Sommermonate zu meiden.
Studie rät zu neuen Märkten
Um weiteres Wachstum zu generieren, sollte Griechenland der NBG-Studie zufolge seine „verborgenen Schätze“, also alternative Destinationen entwickeln, vor allem auf dem Festland. Bisher entfallen rund 50 Prozent des Tourismus auf die Inseln, obwohl diese nur 15 Prozent der Landesfläche ausmachen. Die Verfasser der Studie raten auch dazu, Märkte wie die USA und das aufstrebende Indien zu erschließen. Urlauber aus Amerika und Asien interessieren sich mehr für Landschaften, Kultur und die Antike als für einen Badeurlaub, wie er bei vielen Europäern beliebt ist. Das kann helfen, die Saison zu verlängern.
Neue Flugverbindungen
Schon jetzt wächst die Zahl der nicht-europäischen Urlauber in Griechenland überproportional. Dazu tragen neue Flugverbindungen bei. Der Luftverkehr zwischen den USA und Athen wuchs im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent. Vor der Pandemie gab es Nonstop-Verbindungen zwischen Griechenland und vier Städten in den USA, in diesem Jahr waren es bereits neun.
Die Passagierzahlen aus Indien stiegen in den ersten acht Monaten 2025 gegenüber dem Vorjahr um 26,5 Prozent, von Januar an soll es erstmals Direktflüge zwischen Delhi und Mumbai nach Athen geben.