Großer Bahnhof: Mit einem Sonderzug sind die Festgäste durch den neuen Tunnel zur Haltestelle Staatsgalerie gefahren. Foto: Lichtgut/Ferdinando / Iannone

Mit viel Prominenz an Bord ist am Samstag erstmals wieder eine Stadtbahn vom Hauptbahnhof zur Haltestelle Staatsgalerie gefahren. Verkehrsminister Hermann verknüpft das mit einer Bitte an den Stuttgarter Gemeinderat.

Nach jahrelangen Bauarbeiten rund um die Haltestelle Staatsgalerie ist das Stadtbahnnetz der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) seit Samstagvormittag wieder komplett. Ein Sonderzug fuhr um kurz nach elf Uhr die knapp 400 Meter lange Tunnelstrecke vom Hauptbahnhof zur Staatsgalerie. An Bord der Bahn war reichlich Prominenz, die sich den Moment nicht entgehen lassen wollte: Neben SSB-Chef Thomas Moser nahmen Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Regionalpräsident Thomas Bopp, der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper (beide CDU) sowie Olaf Drescher und Michael Pradel, beide aus der Geschäftsführung der Stuttgart-21-Projektgesellschaft, Platz.

 

Bauzeit deutlich länger als geplant

Der neue Bahnknoten Stuttgart, für den die Kosten auf jenseits der 11-Milliarden-Euro-Marke steigen dürften, war Auslöser für den Neubau der Haltestelle Staatsgalerie und der anschließenden Stadtbahntunnelstrecke. Weil die bisherige SSB-Infrastruktur den geplanten Bahntunneln im Weg war, musste sie weichen. In der Baugenehmigung von Stuttgart 21 war die Rede von wenigen Wochen, in denen die Stadtbahnen nicht ihren gewohnten Weg würden nehmen können. Daraus wurden sieben Jahre Bauzeit.

SSB-Chef Thomas Moser dankte den Fahrgästen, die diese Einschränkungen „anstandslos akzeptiert haben“. Er hoffe, dass das für das von Sonntag an gültige neue SSB-Netz auch gelte. Dank der neuen Tunnelverbindung können Stadtbahnen nun wieder zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof unterwegs sein. Dort ist dann neben der gewohnten U 9 neu die Linie U 1 unterwegs. Die U 14, die vor den Umbauten den Hauptbahnhof ansteuerte, fährt stattdessen via Charlottenplatz.

Schneller zum Wasen und zum Stadion

OB Frank Nopper unterstrich, dass auch die Veranstaltungslinie U 11 profitiere und sich die Fahrzeit aus der Innenstadt zum Wasen und zum Stadion verkürze. „Und zum VfB kann man ja in diesen Tagen gar nicht schnell genug sein“. Er freue sich, dass die Infrastruktur an dieser zentralen Stelle – „in der Herzkammer des SSB-Stadtbahnnetzes“ – verbessert und modernisiert worden sei.

Verkehrsminister Winfried Hermann lobte die enge Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsarten an der Haltestelle Staatsgalerie, wo es nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 einen direkten Zugang zu den Fern- und Regionalzügen geben wird. Geld, das in den Ausbau des Nahverkehrs investiert werde, sei gut angelegt. Er habe gehört, dass sich Stuttgart über ein weiteres Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen freuen könne und wünschte sich vom Stuttgarter Gemeinderat, dass Teile der Mehreinnahmen für Bus und Bahn aufgewendet werden.