Pädagogischen Hochschulen wie die in Ludwigsburg sind bei Studenten gefragt. Foto: factum/Granville

Die Zahl der Studierenden hat in Baden-Württemberg wächst kontinuierlich, aber langsamer als noch vor zwei Jahren. Die größten Zuwächse verbuchen die Pädagogischen Hochschulen.

Stuttgart - Fast 360 000 junge Menschen waren im vergangenen Wintersemester 2016/17 an den Hochschulen in Baden-Württemberg eingeschrieben. Damit meldet das Statistische Landesamt einen neuen Höchststand. Die Anzahl der Studierenden sei gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent oder 3000 Personen gestiegen.

Allerdings ist der Zuwachs wie schon im Jahr 2015 deutlich moderater als früher. Seit dem Wintersemester 2009/2010 habe sich die Studierendenzahl sechs Jahre lang stets um mindestens drei Prozent erhöht, erklären die Statistiker.

Am stärksten war der Anstieg im Jahr 2012, als der doppelte Abiturjahrgang an die Hochschulen kam. Damals wuchs die Zahl der Studierenden im Land von 305 000 (Wintersemester 2011/12) auf 330 200 im Wintersemester 2012/13. Inzwischen nähert sich das Gros dieser Jahrgänge ihren Abschlüssen oder hat die Hochschulen bereits verlassen.

Bauer will Studienplätze erhalten

Doch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) warnt vor Überlegungen, für diese Jahrgänge neu geschaffene Studienplätze wieder abzubauen. Sie merkt zu der neuesten Statistik an: „Auch nach den doppelten Abiturjahrgängen sehen wir keinen Rückgang der Zahlen: Statt über dem Berg befinden wir uns auf einer ausgedehnten Hochebene.“ Der neue Rekord bei den Studierenden zeige, „dass wir uns als Landesregierung darauf einstellen müssen, dass wir dauerhaft genügend Studienplätze bereitstellen.“

Größtes Plus an den Pädagogischen Hochschulen

Unter den Hochschularten machten die Pädagogischen Hochschulen im vergangenen Wintersemester am meisten Boden gut. Sie verzeichneten ein Plus von 2,8 Prozent. Die Kunsthochschulen dagegen verloren 2,2 Prozent. Sie erlebten bei den Anfängern einen Rückgang von mehr als 13 Prozent. Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) wuchsen um ein Prozent, die Universitäten um 0,7 und die Duale Hochschule um 0,6 Prozent.

Am beliebtesten sind nach wie vor die Universitäten, dort sind 49,7 Prozent aller Studierenden eingeschrieben. An den HAW studieren 32,7 Prozent, an der Dualen Hochschule 9,5 Prozent. 6,8 Prozent werden an einer Pädagogischen Hochschule ausgebildet, 1,2 Prozent sind an einer Kunsthochschule immatrikuliert.

Deutlich mehr ausländische Studierende

Zum ersten Mal zählten die Statistiker im Wintersemester 2016/17 mehr als 50 000 ausländische Studierende an den baden-württembergischen Hochschulen. Das sind 5,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Den höchsten Ausländeranteil haben die Kunst- und Musikhochschulen. Dort ist mit 35 Prozent mehr als jeder Dritte ein internationaler Student. An den Universitäten liegt der Ausländeranteil bei 18 Prozent, an den HAW bei 13 Prozent. Kaum internationale Studierende gibt es an den Pädagogischen Hochschulen (fünf Prozent) und an der Dualen Hochschule (vier Prozent).

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