Einen umstandslosen Radweg von der Schweißbrücke nach Marbach gibt es noch nicht. Und auf der Straße zu fahren, ist keine attraktive Alternative. Foto: Werner Kuhnle)

Zwischen Erdmannhausen und Marbach (Kreis Ludwigsburg) soll ein neuer Radweg entstehen. Doch dazu braucht es erst eine Einigung mit den Besitzern eines Schlüssel-Grundstücks.

Zu einer schier unendlichen Geschichte entwickelt sich langsam, aber sicher der Bau eines Radwegs von der Schweißbrücke über Erdmannhausen nach Marbach. Die ersten ernsthaften Überlegungen dazu ploppten schon vor Jahren auf. Bis heute ist die Umsetzung ungewiss. Knackpunkt sind weiter Grundstücksangelegenheiten.

 

Angedacht ist grob, dass man die Radfahrer von der Schweißbrücke auf dem bestehenden Radweg an der Straße hoch zum Bahnhof nach Erdmannhausen führt, wo sie dann entlang der Gleise auf einem neu zu bauenden Abschnitt bis zu der Stelle gelotst würden, wo Autos auf der Landesstraße 1124 zwischen Marbach und Erdmannhausen per Brücke die Schienen überqueren. Die Brücke soll erneuert werden, die Pedaleure dabei berücksichtigt werden, damit sie hier auf die andere Seite gelangen können, um auf dem vorhandenen Wegenetz ihre Fahrt in Richtung Marbacher Wohngebiet Kirchenweinberg und Bahnhof fortsetzen zu können.

Die Frage ist, ob auf dem Areal ein Zaun möglich ist

Der Erdmannhäuser Bürgermeister Marcus Kohler hofft, in den nächsten Wochen das fehlende Grundstück für den Radweg sichern zu können. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Um diese Variante tatsächlich realisieren zu können, braucht es aber noch ein Grundstück am Bahndamm. Die Eigentümer hatten das Areal erst nicht zur Verfügung stellen wollen, vor ungefähr einem Jahr zeichnete sich dann aber ein Durchbruch ab. Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) und der Erdmannhäuser Bürgermeister Marcus Kohler deuteten an, dass sich eine Lösung abzeichne. Bloß: In trockenen Tüchern ist das Ganze bis heute nicht.

Die Eigentümer würden sich auf dem Areal einen Zaun wünschen, um den Radweg von der Restfläche abzugrenzen, erklärt der Rathauschef, woran es hapert. Es werde aktuell noch geprüft, ob das aus naturschutzrechtlichen Gründen möglich ist. „Wir hoffen, das in den nächsten Wochen klären zu können, um einen Vertrag mit den Grundstücksbesitzern abzuschließen zu können“, sagt Kohler. Anschließend könne sich das Regierungspräsidium an die Detailplanung machen.

Die Umsetzung ist für 2027 geplant

Derzeit werde an einem Entwurf gearbeitet, erklärt Lisa Tempus, Pressereferentin des Regierungspräsidiums. Zum konkreten Ablauf der Arbeiten könne man noch nichts sagen. Aber grundsätzlich wolle man sich im kommenden Jahr an die Umsetzung machen, und zwar im Zuge des Neubaus der Brücke auf der Landesstraße 1124. „Im Rahmen des Brückenneubaus eröffnet sich die Möglichkeit, auch die Radwegführung im Bereich der Querung neu zu gestalten“, erläutert Tempus.

Doch zunächst muss eben ein Knopf an die Grundstücksverhandlungen gemacht werden. Diese würden „aktuell in enger Abstimmung mit der Kommune“ geführt, sagt die RP-Sprecherin.