Kaum ist die neue Center-Managerin Eva Jansen in de Wal im Amt, folgt die erste große Ankündigung für das Jahr 2024. Doch nicht jeder freut sich auf den neuen, großen Lebensmittelmarkt. Schon jetzt gibt es Ärger mit Nachbarstädten.
Seit Anfang des Jahres leitet Eva Jansen in de Wal als neue Center Managerin das Breuningerland und darf schon nach wenigen Wochen einen neuen, großen Mieter verkünden. David Matković wird Ende des Jahres seine achte Edeka-Filiale im Breuningerland eröffnen. Nach drei Jahren kehrt damit ein Lebensmittelhändler ins größte Kaufhaus des Landkreises zurück. Kritik gibt es aus Bietigheim-Bissingen und Tamm, die Städte führen bereits einen Rechtsstreit gegen das Breuningerland und beklagen jetzt die mangelnde Abstimmung.
Das Breuningerland sehe sich nicht nur als klassische Shopping-Adresse, sondern auch als Nahversorger , sagt Jansen in de Wal bei der Vorstellung des neuen Mieters am Montag. Der Edeka solle Zugpferd dieser Nahversorgungskampagne sein. In Verbindung mit den bereits vorhandenen Geschäften: Drogeriemarkt, Bäcker und Feinkostladen werde es im Westen des Breuningerland-Erdgeschosses eine Ecke für die alltäglichen Einkäufe geben. Ende 2024 sollen die Umbaumaßnahmen fertig sein und der soll Edeka einziehen.
Achte Filiale wird Herausforderung
„Wir wissen aus Befragungen, dass sich die Kunden das wünschen – Lebensmittel, Frische und Fashion“, sagt Jansen in de Wal. Auch der Bedarf sei im Vorfeld ermittelt worden. Damit füllt die Breuningerland-Leitung eine Lücke, die seit dem Auszug des Rewe-Marktes im Februar 2021 auf dem Tammer Feld klafft.
Für Lebensmittelhändler David Matković ist die Breuningerland-Filiale eine neue Herausforderung. Seine bisherigen Ableger sind alles alleinstehende Märkte, keiner befindet sich in einem Einkaufscenter. Matković startete 2010 mit der Filiale in Ditzingen, 2016 kam der Markt in Korntal-Münchingen hinzu. Schnell folgten weitere in Asperg, Gerlingen, Tamm und Möglingen. Matković übernimmt zudem den bisherigen Edeka Dörr in Leonberg. „Edeka Matković steht für Qualität und ist in der Region bereits gut vernetzt“, erklärt Jansen in de Wal die Wahl des neuen Mieters.
Während sich einige Kunden über den neuen Supermarkt freuen werden, blicken die Verantwortlichen zweier Rathäuser skeptisch auf die Nachricht vom Tammer Feld. Bietigheim-Bissingen und Tamm führen bereits einen Rechtsstreit gegen die Erweiterung des Breuningerlands. Geplant sind 2500 Quadratmeter für Gastronomie, Dienstleistungen und Läden. Das wollen die zwei angrenzenden Städte verhindern, das Einkaufscenter ziehe bereits Kaufkraft aus ihren Zentren und verursache viel Verkehr, so die Argumentation.
Ein einzelner Edeka sei nicht das Problem, sagt Bietigheims Stadtsprecherin Anette Hochmuth. Er sei aber ein „weiterer Baustein“, „ein Symptom“ des Gesamtproblems zwischen den Städten und dem Breuningerland. Das Einkaufscenter werde nun noch attraktiver und ziehe mehr Menschen aus den Innenstädten.
„Natürlich schaue ich da skeptisch drauf“, sagt der Tammer Bürgermeister Martin Bernhard am Montag. Die Stadt versuche aktuell den Einzelhandel nach der Pandemie wieder aufzupäppeln, die Nachricht des neuen Edekas komme da zur Unzeit. „Wir beklagen außerdem schon seit längerem die schlechte Abstimmung des Breuningerlands mit uns Nachbarkommunen.“ Seine Verwaltung und die Tammer Einzelhändler würden ihr Angebot gerne auf das des Breuningerlandes abstimmen, „die Lücken füllen“, sagt Bernhard. „Wenn aber keine Absprache erfolgt, sind wir am Ende die Leidtragenden.“