Am Gartengrill im Vhy (von links): Künstler Tim Bengel, Koch Timo Kadner und Betriebsleiter Bjoern Boltz. Foto: /ubo

Wer ohne Fleisch grillt, grillt nicht nur Beilagen. Der neue Küchenchef im Vhy , Timo Kadner, gibt beim Terrassen-Opening des Restaurants Tipps für die vegane Küche im Freien.

Vor zwei Jahren hat der frühere National- und VfB-Torwart Timo Hildebrand sein Herzensprojekt eröffnet, unterstützt vom Künstler Tim Bengel: das Restaurant Vhy im Stuttgarter Westen, das zum Statement für vegane Lebensfreude werden sollte. Den Spaß hat der frühere Fußballstar nicht verloren, auch wenn personell nicht alles immer rund lief. Sein gastronomisches „Baby“ wächst heran – ganz zu seiner Freude. „Wir haben jetzt ein geiles Team sowie eine tolle neue Speisekarte“, jubelt der 44-Jährige, „und wir haben unseren Garten im Innenhof noch viel schöner gestaltet.“

 

Den Start der Draußensaison an einem idyllischen und überraschend ruhigen Ort, wie man ihn im Stuttgarter Westen gar nicht vermutet, hat das Vhy mit geladenen Gästen und Freunden des Hauses gefeiert.

Kadner kommt vom Killesberg-Restaurant Bellevue

Und mit einem neuen Küchenchef: Als der hochgelobte, auch für den VfB Stuttgart zaubernde Küchenchef Timo Kadner im Februar vom zuvor vegetarischen Bellevue auf dem Killesberg in den Kessel zu Hildebrands „In-plants-we-trust“-Restaurant wechselte, weil er nach der gastronomischen Umstellung am alten Arbeitsplatz keine Schnitzel braten wollte, sorgte dies in Veggie-Kreisen für Aufsehen.

Nun also baut Kadner die gusseiserne Grillpfanne im neu gestalteten Vhy-Garten auf, und was sich die Gäste dort bei ihm holen können, macht diese sichtlich zufrieden. Künstler Tim Bengel, Mitgesellschafter des Restaurants, ist vor allem von der veganen Paella angetan. „Die passt am besten zum Sommer“, sagt er, „und wird in der Umgebung mit inspirierenden Menschen noch mehr zum Genuss.“ Sein Lob gilt dem Koch: „Mit seinen Impulsen kommt man ganz ohne Produkte aus der Massentierhaltung durch die Grillsaison.“

Der neue Küchenchef wirbt für pflanzliche Alternativen

Was sind die Tipps von Timo Kadner für die nachhaltige und fleischlose Sommerküche? „An pflanzlichen Alternativen“, sagt der Küchenchef, „fehlt es inzwischen auch in den Supermärkten nicht.“ Dort gebe es etwa vegane Würste oder Burger, die man auf den Grill werfen könne. Wer gar keine Ersatzprodukte möge, könne auch „sehr geil Gemüse grillen und mit deftigem BBQ-Gewürz pimpen“. Als Ersatz für Fleisch mag er „Pilze extrem“, die könne man etwa mit Kräuterseitlingen und „Umami-Knallern“ kombinieren und mit diversen Soßen noch verfeinern.

Das Wort „umami“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „wohlschmeckend“, „köstlich“ und „würzig“. Neben süß, bitter, sauer und salzig hat sich inzwischen dieser fünfte Geschmack etabliert. Timo Kadner bezieht diesen Geschmack etwa auf Austernpilze, Sellerie oder Tomaten und sagt: „Das ist das Zeug, von dem du nie genug bekommen kannst.“