Links entsteht die neue Autobahnauffahrt und dort, wo die Flugfeld-Allee eine Rechtskurve macht, soll es künftig vierspurig geradeaus weitergehen – bis zur Wolfgang-Brumme-Allee, wo dann der neue Knotenpunkt entsteht. Foto: /sts

Wegen der sogenannten Querspange Ost entsteht in der Wolfgang-Brumme-Allee, kurz vor der Brücke über die Autobahn, eine neue, große Kreuzung. Jetzt wurden die Pläne angepasst und stoßen auf Kritik.

Die Planungen für die Querspange Ost in Böblingen schreiten voran. Mit der neuen Umgehungsstraße sind große Hoffnungen verbunden. Für sie sollen Flugfeld-Allee und Leibnizstraße verbunden und so die Innenstadt vom Autoverkehr entlasten werden. Eingebettet ist das Ganze in den Ausbau der A 81. Und so muss beides immer zusammengedacht werden.

 

Die Auffahrt auf die Autobahn verschiebt sich auf Böblinger Seite um einige Hundert Meter nach Westen, Richtung Flugfeldklinik. Sie macht gewissermaßen Platz für eine große Kreuzung an der Wolfgang-Brumme-Allee, kurz vor der Brücke über die Autobahn. Dort treffen künftig Flugfeld-Allee und die verlängerte Leibnizstraße aufeinander. Und eben jene neue Kreuzung hat in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses in Böblingen eine kritische Diskussion entfacht. Denn weil die Autos mehr Platz brauchen, sollen auf einer Seite Rad- und Fußweg weichen.

Neue Verkehrsdaten ursächlich für Anpassung

Pablo Burkhardt, Tiefbauamtsleiter der Stadt Böblingen, und Jens Kirschnick, Abteilungsleiter Tiefbau, präsentierten den Stadträten die überarbeitete Pläne des neuen Knotenpunkts, die unter anderem vorsehen, dass im Westen die Wege für Radfahrer und Fußgänger entfallen. Stattdessen sollen sie, einige Meter versetzt, eine eigene Brücke über die A81 und die vierspurige Flugfeld-Allee bekommen. Grund für die Anpassung der Kreuzung sind laut Burckhardt neue Verkehrsdaten. In der ursprünglichen Planung war demnach noch nicht klar, dass die Flugfeldklinik kommt. Inzwischen gehen Verkehrsplaner davon aus, dass mehr Autos über die Kreuzung fahren werden.

An der Anschlussstelle Böblingen-Sindelfingen entsteht auf Böblinger Seite der neue Knotenpunkt. /Zapletal

Da klingt ein eigener Steg für Fußgänger und Radler eigentlich nach einer guten Lösung für alle. Das Problem: Er ist noch nicht beschlossen. Und das zu tun, obliegt nicht allein dem Böblinger Gemeinderat, sondern dem Zweckverband Flugfeld, dem die Städte Böblingen und Sindelfingen angehören. So sollten die Stadträte zwar zur Kenntnis nehmen, dass der Zweckverband die Absicht habe in Zusammenhang mit der Planung des Baufelds 48 – zwischen neuer Autobahnauffahrt und Wolfgang-Brumme-Allee – auch den Rad- und Fußverkehr zu bedenken. Aber eine bloße Absichtserklärung schien den Räten durch die Bank weg Unbehagen zu bereiten. „Was ist, wenn man auf Sindelfinger Seite sagt, das ist ein Böblinger Problem?“, fragte Pascal Panse (CDU). „Gibt es nicht irgendeine Möglichkeit, mehr Verbindlichkeit zu schaffen?“

Nicht nur Sorge wegen Steg, sondern auch Kritik an Kreuzung

Offenbar nicht, denn am Ende blieb es dabei. Das Beispiel zeigt, wie komplex die Situation um den neuen Knotenpunkt ist und dass sich verschiedene Beteiligte abstimmen müssen. Das gilt auch für die Kreuzung selbst. Da plant die Stadt Böblingen, aber die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft), die für den Ausbau der A81 zuständig ist, baut und zahlt. Daher steht die Stadt unter Druck, die Planungsentscheidung muss zeitnah fallen, damit die Deges ihren Zeitplan halten kann.

So einfach gaben sich aber vor allem Grüne und SPD nicht geschlagen. Sie hakten kritisch nach. „Warum planen wir erst die Autostraße und schauen hinterher, wie man noch die Radfahrer unterbringt?“, fragte etwa Tim Göhner (Grüne). Seinem Parteikollegen Markus Helms stieß vor allem der auf der östlichen Seite eingeplante Radstreifen sauer auf. Er verläuft auf der Straße zwischen Geradeaus- und getrennter Rechtsabbiegespur. „Der ADFC lehnt eine solche Führung ganz klar ab“, meinte er. Burkhardt betonte hingegen, dass die Kreuzung alle geltenden Regelwerke einhalte.

Wie es jetzt weitergeht

Nach längerer Diskussion brachte schließlich Dorothea Bauer, Fraktionsvorsitzende der Grünen, einen Änderungsantrag ein, der die Beschlussvorlage um zwei Ziffern ergänzt. Die Stadtverwaltung wird unter anderem aufgefordert, zu klären, wie ein Radweg auf der westlichen Seite der Wolfgang-Brumme-Allee weitergeführt und besser an den Mercaden-Kreisel angebunden werden kann. Wie also eine gute Anbindung des möglichen Stegs ans Böblinger Radverkehrsnetz aussehen könnte.

Der neue Beschlussvorschlag erhielt am Ende eine Mehrheit. Das letzte Wort hat in zwei Wochen der Gemeinderat. Stimmt er zu, kommt die Kreuzung in der neuen Version. Wann genau, ist zwar noch nicht fix, einen groben Zeitplan gibt es aber: Der Bau des neuen Knotenpunkts kann laut Burkhardt Ende des kommenden Jahres beginnen – nachdem die Brücke über die A81 erneuert worden ist.

Was ebenfalls noch fehlt, sind weitere Bauarbeiten auf der Flugfeld-Allee, die ihrer Rolle als Autobahnzubringer und Umgehungsstraße angepasst wird. Erst kürzlich wurde der vierspurige Ausbau der Straße zwischen neuem Autobahnanschluss und dem Festplatz fertig. Ein komplett neuer Abschnitt, der nördlich des Tower 66 entlangführt, und an den neuen Knotenpunkt in der Wolfgang-Brumme-Allee anschließt, könnte dann ab Mitte des Jahres 2026 folgen.