Ralf Trettner – hier bei seiner Verabschiedung in Pleidelsheim – gibt künftig den Takt beim Neckar-Energieverband an. Foto: Werner Kuhnle

Zum alten Eisen zählt sich Ralf Trettner beileibe nicht. Der Ex-Bürgermeister von Pleidelsheim (Kreis Ludwigsburg) wird Geschäftsführer beim Neckar-Energieverband.

Nach 24 Jahren im Amt des Pleidelsheimer Bürgermeisters schlägt Ralf Trettner ein neues Kapitel in seiner beruflichen Laufbahn auf. In dieser Woche wurde der 52-Jährige einstimmig zum neuen Geschäftsführer des Neckar-Energieverbands (NEV) gewählt.

 

Trettner übernimmt vom 1. März an eine Aufgabe, die für ihn „ein idealer Übergang“ sei – weg vom rund um die Uhr präsenten Bürgermeister hin zu einem geregelteren Arbeitsalltag. Vor allem aber spiegle die Tätigkeit sein „langjähriges und tiefes Interesse an Fragen der Energiewirtschaft“ wider, wie der Pleidelsheimer sagt.

Die Energiewende – um sie und ihre finanziellen Folgen für Kreise und Kommunen dreht sich das Denken von Ralf Trettner schon seit Längerem. Foto: IMAGO/Wolfilser

Ganz fremd ist ihm der Verband ohnehin nicht: Zehn Jahre lang war Trettner stellvertretender Verbandsvorsitzender, weitere vier Jahre stand er an der Spitze des NEV, der für 167 Städte und Gemeinden sowie neun Landkreise in Baden-Württemberg die Interessen vertritt.

Als Mario Dürr, der langjährige Geschäftsführer, frühzeitig angekündigt hatte, 2025 aufzuhören, rückte Trettner als möglicher Nachfolger rasch in den Fokus. Die nun erfolgte einstimmige Wahl wertet er als großen Vertrauensbeweis.

Trettner will die Energiewende gestalten

Im Mittelpunkt seiner künftigen Arbeit steht ein Thema, das derzeit landauf, landab diskutiert wird: die Energiewende. „Sie ist natürlich in aller Munde“, sagt Trettner. Für das Verbandsgebiet bedeute dies vor allem, die Stromnetze fit für die Zukunft zu machen. Der Ausbau sei notwendig, um wachsende Mengen regenerativ erzeugten Stroms weiterleiten zu können.

Außerdem beschäftigt die Kommunen und Kreise im NEV ein weiterer zentraler Punkt: die turnusmäßige Erneuerung ihrer Stromkonzessionen. Alle 20 Jahre müssen diese neu vergeben werden – ein Prozess, den Ralf Trettner aus seiner Zeit im Rathaus bestens kennt. Bereits jetzt, mit Blick auf 2032, seien umfangreiche Vorarbeiten nötig.

Nach seinem Abschied aus dem Pleidelsheimer Rathaus im vergangenen Herbst hat Trettner die ungewohnte freie Zeit genutzt, um den Garten auszumisten, im Keller aufzuräumen und sich sportlich zu betätigen. Tischtennis beim TTV Pleidelsheim hält ihn, wie er schmunzelnd sagt, „jung und in Form“.

Der Arbeitsplatz liegt in Esslingen, aber auch daheim und unterwegs

Sein neuer Arbeitsplatz liegt künftig in Esslingen, doch wohnen bleiben will Trettner weiterhin in Pleidelsheim. Von dort aus könne er auch gelegentlich im Homeoffice arbeiten, wenngleich er davon ausgeht, mehrfach pro Woche im Verbandsgebiet unterwegs zu sein. Gleichzeitig möchte er sich verstärkt seinem Ehrenamt als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion widmen. Dort ist er unter anderem für die Krankenhäuser im Landkreis zuständig.

Zum alten Eisen zählt sich der Ex-Bürgermeister beileibe nicht, und er will alles andere, als die Hände in den Schoß zu legen: „Mit 52 stehe ich in der Blüte meines Berufslebens“, sagt Trettner. Der Wechsel zum NEV markiere für ihn daher keinen Übergang in stille Fahrwasser, sondern den Beginn eines neuen, spannenden Abschnitts.