Manz produziert Maschinen und Anlagen für die Fertigung von Batteriezellen, aber auch für Displays und die Solarbranche. Foto: Manz

Manz-Chef Eckhard Hörner-Marass verabschiedet sich von Manz. Nachfolger wird sein Kollege Martin Drasch.

Stuttgart - An der Spitze des Reutlinger Maschinenbauers Manz AG kommt es zu einem Wechsel. Der Vorstandsvorsitzende Eckhard Hörner-Marass wird das Unternehmen Ende des Jahres verlassen. Der scheidende Vorstandschef beende seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Hörner-Marass war für die Neuausrichtung des lange Zeit rote Zahlen schreibenden Maschinenbauers verantwortlich. Sein Vertrag wäre noch bis Ende des kommenden Jahres gelaufen. Nun aber seien bereits wichtige Ziele erreicht worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Damit sei der richtige Zeitpunkt für die Übergabe an einen Nachfolger gekommen. Hörner-Maras war seit 2016 Mitglied und seit Juli 2017 Vorsitzender des Vorstands gewesen. Sein Nachfolger Martin Drasch kommt aus den eigenen Reihen.

Noch ist zwar nichts beschlossen, der Aufsichtsrat will Drasch aber zum künftigen Vorsitzenden des Vorstandes ernennen. Der 1974 in Böblingen geborene künftige Vorstandschef gehört diesem Gremium bereits seit 2015 an. Nach einem Studium des Maschinenbaus an der Fachhochschule Konstanz war er bis zu seinem Wechsel zu Manz in verschiedenen Positionen für den Anlagenbauer Eisenmann in Böblingen tätig.

Im März ist schon der Finanzvorstand ausgeschieden

Bereits im März dieses Jahres hatte es eine Veränderung im Vorstand gegeben. Damals war der bisherige Finanzvorstand Gunnar Voss von Dahlen mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Offiziell wurde dies mit unterschiedlichen Auffassungen über die Zukunft des Unternehmens begründet.

Im Februar 2016 war der chinesische Maschinenbaukonzern Shanghai Electric bei dem 1987 als Manz Automatisierungstechnik GmbH gegründeten Unternehmen eingestiegen. Manz produziert unter anderem Maschinen und Anlagen für die Herstellung von Batteriezellen. Dabei kann es sich nach den Angaben des Sprechers um große Zellen etwa für Autobatterien, aber auch um sehr kleine, beispielsweise für Hörgeräte, handeln. Zudem werden Maschinen etwa für die Herstellung von Displays produziert.

In diesem Jahr wird ein kleiner Gewinn erwartet

Im laufenden Jahr strebt das Unternehmen eine Steigerung des Umsatzes um bis zu 14 Prozent und ein leicht positives operatives Ergebnis (Ebit) an. Dazu sollen verschiedene Großaufträge beitragen, die dieses Jahr verbucht wurden. Bei einem dieser Großaufträge handelt es sich um Maschinen für die Herstellung von Dünnschichtsolarzellen. Dieser Auftrag führt dazu, dass die weit zurückgefahrene Produktion solcher Maschinen, die auch am Anfang des Unternehmen stand, wieder an Bedeutung gewinnt. 2017 war der Umsatz um mehr als 40 Prozent auf 325 Millionen Euro gestiegen. Beim Ebit wurde dank des Verkaufs eines Unternehmensteils ein Plus von 1,6 Millionen Euro nach einem Verlust von 35,9 Millionen Euro 2016 erreicht. Beschäftigt werden weltweit 1700 Mitarbeiter, davon 500 in Deutschland. In Reutlingen arbeiten 450 Beschäftigte.

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