Neue Züge auf der Murrbahn Langersehnte Verbesserungen

Von Frank Rodenhausen 

Landrat Richard Sigel (rechts) und der Murrhardter Bürgermeister Armin Mössner (daneben) sind sichtlich zufrieden. Der Sulzbacher Schultes Dieter Zahn (stehend) hat eigens Sekt zum Anstoßen organisiert. Foto: Gottfried Stoppel
Landrat Richard Sigel (rechts) und der Murrhardter Bürgermeister Armin Mössner (daneben) sind sichtlich zufrieden. Der Sulzbacher Schultes Dieter Zahn (stehend) hat eigens Sekt zum Anstoßen organisiert. Foto: Gottfried Stoppel

Der Landrat und die Rathauschefs der Anrainerkommunen machen eine Jungfernfahrt mit den neuen Zügen auf der Murrbahnstrecke. Ihr erster Eindruck dürfte kaum verwundern.

Murrhardt - Als einen „Quantensprung“ in Sachen Raum, Komfort, Sicherheit und Optik hat Richard Sigel jene Elektrotriebzüge bezeichnet, die mit dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag offiziell auf der Murrbahn in Betrieb gegangen sind. Der Landrat und die Rathauschefs der Anrainerkommunen haben sich in einer gemeinsamen Fahrt mit Ziel in Schwäbisch Hall-Hessental am Sonntag selbst ein Bild von den neuen Wagen des Herstellers Bombardier gemacht. Die im Volksmund Silberlinge genannten Züge, die rund 40 Jahre lang auf der Strecke verkehrt sind, wurden ausrangiert.

Austausch der Züge immer wieder angemahnt

Ihnen weint wohl niemand eine Träne nach. Die Beschwerden über mangelnden Komfort und unzumutbare Zustände bis hin zu Türen, die sich nicht mehr öffnen ließen, hatten in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Sigels Vorgänger Johannes Fuchs und die Kommunalverantwortlichen hatten gegenüber der Bahn und dem Verkehrsministerium immer wieder auf einen Austausch des Zugmaterials gedrungen. Bei der Jungfernfahrt am Sonntag herrschte hingegen große Zufriedenheit – was sicherlich nicht nur an dem Sekt lag, den der Sulzbacher Bürgermeister Dieter Zahn unter den Gästen ausschenkte. Auch der erste Eindruck von Landrat Richard Sigel ist gut: „Vieles ist praktisch gedacht, das fängt schon bei dem ausklappbaren Trittbrett am Einstieg an.“

Aber nicht nur bezüglich des Wagenmaterials habe der Fahrplanwechsel langersehnte spürbare Verbesserungen gebracht. Auch das Fahrangebot sei „beachtlich“ ausgebaut worden. So beinhalten die Verbesserungen laut Jochen Biesinger vom Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) in der Zeit zwischen Montag und Samstag bis in die Abendstunden einen durchgehenden Halbstundentakt, der insbesondere das Obere Murrtal zwischen Backnang und Murrhardt wesentlich besser mit der Landeshauptstadt verbinde als bisher. So habe sich sich die Zahl der Fahrten von und nach Stuttgart unter der Woche von bisher 21 auf 33 Verbindungen erhöht, samstags von 17 auf 30. „Das ist ein echter Mehrwert und ein Standortfaktor für den Nordosten unseres Landkreises“, sagt der Landrat, der einräumt, mit den Verbesserungen vor allem den Pendlerverkehr nach Stuttgart im Blick gehabt zu haben.

Hoffnung für die Fernverbindung

Nach wie vor unbefriedigend ist hingegen die Verbindung in Richtung Nürnberg. Weil die Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall teilweise nur eingleisig verläuft, sind einer Weiterentwicklung der Fernverbindung in Sachen Kapazität und Geschwindigkeit Grenzen gesetzt. Ein Vorstoß von Kommunalpolitikern, einen Intercity zwischen Stuttgart und Nürnberg verkehren zu lassen, ist deshalb erst jüngst von der Bahn abschlägig beschieden worden. Doch der Backnanger CDU-Bundestagsabgeordnete und kommissarische Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, Norbert Barthle, hat die Hoffnung offenbar noch nicht aufgegeben. Mit den neuen Zügen und dem neuen Takt nämlich sei die Strecke auch anderweitig attraktiver geworden. „Das ist ein weiterer Baustein hin zur Höherstufung der Murrbahn vom potenziellen in den vordringlichen Bedarf“, lässt sich der Bundespolitiker in einer Pressemitteilung zitieren.

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