Das Gute wächst vor der Haustür. Wo genau es auch zu kaufen ist, verrät ein neues Angebot im Netz. Foto: Stefanie Schlecht

Auf der neuen Internetseite „Bauern bieten“ können Verbraucher sehen, welche Produkte die Landwirte ihrer Umgebung anbauen und direkt verkaufen. Neben Kartoffeln und Eiern sind auch einige Überraschungen dabei.

Während vor nicht allzu langer Zeit noch angesagt war, Lebensmittel von möglichst weit weg zu kaufen – Tomaten aus Sizilien oder Wildfleisch aus Neuseeland galten als Gütesiegel –, hat zuletzt bei vielen Menschen ein Umdenken stattgefunden.

 

Einkaufen auf dem Bauernhof

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf Lebensmittel, die vor ihrer Haustüre produziert werden. Aus Gründen des Klimaschutzes, weil sie damit die lokale Wirtschaft unterstützen, aber auch, weil sie die Bauernhöfe besuchen und somit einen Einblick haben können, unter welchen Bedingungen die Produkte entstehen. Und nicht zuletzt, weil Lebensmittel, die reif auf dem Feld nebenan geerntet statt kilometerweit transportiert wurden, meistens leckerer sind.

Doch nicht immer wissen Verbraucher, welche Produkte überhaupt in ihrer Umgebung wachsen oder erzeugt werden, wo der nächste Hofladen oder Selbstbedienungsautomat ist oder welcher Bauer seine Erzeugnisse auch liefert. Um die Suche zu vereinfachen, hat das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz des Landkreises Böblingen nun eine eigene Homepage kreiert, auf der all das gefunden werden kann. Ganz neu ist das zwar nicht, denn auch zuvor konnte man bereits nach dem regionalen Angebot suchen. Allerdings musste man sich dafür durch die allgemeine Internetseite des Landkreises klicken oder eine Broschüre in die Hand nehmen, die zwangsläufig nicht immer auf dem alleraktuellsten Stand sein konnte. Seit Kurzem nun gibt es also eine eigene Website, ihr eingängiger Titel: www.bauernbieten.de.

Suchen nach Hofläden, Automaten, Produkten oder Bio-Siegel

Die Suche kann ganz unterschiedlich gefiltert werden. Wer möchte, kann gezielt nach dem Angebot in seiner Ortschaft suchen. Von Aidlingen bis Weissach sind alphabetisch 24 Ortschaften des Landkreises aufgelistet sowie auf einer interaktiven Karte verzeichnet. Legt ein Kunde Wert auf biologischen Anbau, so kann er sich alle 13 Betriebe anzeigen lassen, die, Stand heute, biozertifiziert sind – die meisten haben das Bioland-Siegel, auch ein Demeterbetrieb ist dabei. Wer gerne unabhängig von Öffnungszeiten unterwegs ist, der kann speziell nach Selbstbedienungsautomaten suchen. Diese wiederum lassen sich filtern nach den Produktkategorien Obst und Gemüse, Eier, Fleisch, Milch und Wein. Kunden, die lieber nebenbei ein Schwätzchen halten oder sich beraten lassen, bekommen über die Suchfunktion auch alle Hofläden im Landkreis angezeigt, 117 an der Zahl sind es aktuell.

Und schließlich kann der Besucher der Internetseite auch ganz gezielt nach einem bestimmten Produkt suchen. Wer baut bei mir in der Nähe Kartoffeln an? Wer verkauft die Heckengäulinse? Wo kann ich Eier von glücklichen Hühnern kaufen? Wer backt frisches Brot? Wo darf ich im Sommer selbst Erdbeeren pflücken?

Neben den gängigen Lebensmitteln finden sich in der Liste auch einige Überraschungen wie zum Beispiel Spitzkraut und Sauerkraut, Wild aus heimischer Jagd oder Ziegenlammfleisch, das beim örtlichen Metzger geschlachtet wurde. Und auch Nicht-Essbares tummelt sich in der Produktliste aus regionaler Erzeugung, zum Beispiel Weihnachtsbäume, Filzpantoffeln, Fahrradhandschuhe aus Strickfilz oder Holzknöpfe. Und wer nach einem guten Essen aus regionalen Lebensmitteln noch etwas erleben möchte, der kann auf der Internetseite auch gezielt nach Erlebnisangeboten suchen. Vor allem Höfe mit Pferden und Ponys werden aufgelistet, ein Hof wirbt allerdings auch mit Kamelen und Lamas.

Auch Müll wird so vermieden

Gepflegt und aktualisiert wird die Internetseite vom Amt für Landwirtschaft und Naturschutz, teilweise auch von den Betrieben selbst. Dort ist man vom vielfältigen Nutzen der Seite überzeugt, die nicht nur für die Verbraucher einen hohen Wert hat: „Neben der Unterstützung der regionalen Landwirtschaft geht es indirekt um den Erhalt der Kulturlandschaft im Landkreis Böblingen sowie das Thema Nachhaltigkeit, denn hier gelingt der Einkauf relativ unverpackt“, sagt Simone Hotz, Pressesprecherin des Böblinger Landratsamtes.

Die Plattform zeige auf, welche Vielfalt an regionalen und saisonalen Produkten es gebe. Als Ausblick kündigt Hotz an, dass in naher Zukunft auch das Angebot der Kreisapfelsaftinitiative auf dem Portal eingepflegt werden solle, „als weiteres äußerst wichtiges Angebot gerade auch mit Blick auf den Erhalt der Streuobstbestände“.