Mit Erwachsenenbildung kennt sich Raphaela Wehl sehr gut aus. Foto: Gottfried Stoppel

Raphaela Wehl leitet seit Januar die Volkshochschule. Die Remstälerin hat lange an der Nordsee gelebt, ist jetzt wieder in ihren Heimatort Plüderhausen gezogen.

Winnenden - Der Sprung von der Groß- in die Kleinstadt war für Raphaela Wehl nicht so schlimm. „Ich bin dem Ruf der Heimat gefolgt“, sagt sie, danach gefragt, wie schwierig es für sie war, von Bremen nach Plüderhausen zu ziehen. Denn in der Remstalgemeinde ist sie aufgewachsen, in Schorndorf hat die neue Leiterin der Volkshochschule Winnenden Abitur gemacht. „Ich wollte einfach mal weit weg“, erklärt sie, warum ausgerechnet Bremen der Studienort sein sollte. „Ich konnte mich an mehreren Unis bewerben. Passau war mir zu nah, Frankfurt an der Oder hat mir nicht zugesagt, also wurde es Bremen.“

Fortbildung für 1700 Mitarbeiter organisiert

Dort hat die 39-Jährige nicht nur Kultur- und Arbeitswissenschaft sowie Soziologie studiert, sondern nach dem Magisterabschluss 2009 auch an einem Institut der Universität Bremen gearbeitet. In einem Team ihres früheren Professors nahm sie an mehreren Forschungsaufträgen teil, in denen es um nachhaltiges Personalmanagement ging. „Wir haben mit Firmen zusammen gearbeitet und speziell zu deren Problemen Lösungen gesucht. Wir waren wie eine Unternehmensberatung.“

Die Firmen kamen aus dem Pflegebereich. „Da herrschte bereits vor zehn Jahren Fachkräftemangel.“ Schließlich arbeitete sie selbst in diesem Bereich: Sie wurde Fortbildungsreferentin der Rotenburger Werke, einer großen diakonischen Einrichtung in Rotenburg an der Wümme. „Das liegt in einer sehr schönen Moorlandschaft in der Nähe von Bremen.“ Dort war sie für das Fortbildungsprogramm von 1700 Mitarbeitern zuständig. Mit Erwachsenenbildung kennt sich Raphaela Wehl daher gut aus. „Wir boten 250 Kurse an. Langweilig wurde es nicht“, sagt sie und lacht

Direkt nach dem Uni-Abschluss hatte es sie noch weiter weg gezogen. Auf Teneriffa managte sie mehrere Monate lang das Büro einer Schule für Wellenreiten. „Das ist eine Leidenschaft von mir“, sagt sie. Die kanarischen Inseln sind ein Dorado für Wellenreiter, da es dort jede Menge Brandung gibt.

Auswahlverfahren mit drei Durchgängen

Im Jahr 2017 habe es für sie privat einige Veränderungen gegeben und so kam bei Raphaela Wehl der Wunsch auf, wieder in den Süden zu ziehen. „Ich habe gesehen, dass diese Stelle ausgeschrieben war und habe mich beworben.“ Das Auswahlverfahren ging über drei Durchgänge, schließlich wurde sie gewählt. „Ich bin wieder nach Plüderhausen gezogen. In einem Haus, das meine Großeltern gebaut haben, war eine Wohnung frei.“ Nun, so sagt Raphaela Wehl, sei sie auf Winnenden, Schwaikheim und Leutenbach gespannt. Die ersten Eindrücke seien bereits sehr schön gewesen.

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