Neue Tierrettung Rems-Murr Tierfreunde tun sich zusammen

Von Phillip Weingand 

Sybille Impagliatelli (links) und Verena Dull helfen Tieren in Not. Foto: Frank Eppler
Sybille Impagliatelli (links) und Verena Dull helfen Tieren in Not. Foto: Frank Eppler

Entlaufene Hunde, verletzte Vögel und gefundene Schlangen: Um solche Fälle will sich in Zukunft die Tierrettung Rems-Murr kümmern. Die Initiative steht noch ganz am Anfang – bekommt aber von vielen Seiten Unterstützung.

Allmersbach - Nana hat Glück gehabt. Die Mischlingshündin wuselt um die Füße von Sybille Impagliatelli herum – die Allmersbacherin hat die Hündin vor zwei Jahren über ein Tierheim aus einer italienischen Tötungsstation gerettet. Seitdem genießt sie ein gutes Hundeleben in Allmersbach.

Tierlieb sei sie schon immer gewesen, erzählt die 59-jährige Impagliatelli. Nun will sie einen Schritt weiter gehen: Vor drei Wochen ging sie mit dem Wunsch an die Öffentlichkeit, eine Tierrettung Rems-Murr ins Leben zu rufen. Schon jetzt hat die Facebook-Gruppe, die sie gegründet hat, 300 Mitglieder, täglich werden es mehr. Der Plan: Wenn zwischen Rudersberg, Schwäbisch Hall, Ellwangen und Schwäbisch-Gmünd ein Tier in Not gerät, sollen Freiwillige dafür sorgen, dass es artgerecht behandelt wird und zu einem geeigneten Tierarzt kommt.

Kontakte knüpfen, Spenden sammeln – zu tun gibt es vieles

Sybille Impagliatelli hat in den vergangenen Wochen Kontakte zum Veterinäramt, zur Feuerwehr und der Polizei geknüpft. „Im Revier in Backnang waren sie regelrecht begeistert“, sagt sie. In der Zusammenarbeit mit Behörden sieht sie einen Schwerpunkt der künftigen Aufgaben. „Aber bestimmt rufen uns irgendwann auch Leute direkt an, wenn wir etwas bekannter geworden sind,“, ist sie überzeugt. Visitenkarten mit der Notfallnummer 0 15 20/1 47 67 33 sind schon gedruckt, auch eine Webseite ist gerade in Arbeit.

Zur Koordination der Einsätze soll eine What’s-App-Gruppe dienen. „Bald wird sich zeigen, wie viele von den Menschen in der Facebookgruppe sich wirklich engagieren“, meint Impagliatelli. Wenn sich 40 regelmäßig Aktive fänden, sei sie zufrieden.

Die Vorbereitungen auf den ersten Einsatz der Tierrettung laufen

Eine Mitstreiterin der ersten Stunde ist Verena Dull: Die 29-jährige Backnangerin hat sich gleich bei ihr gemeldet und wird vermutlich den Posten des zweiten Vorstandes übernehmen. „Ich kümmere mich im Moment zum Beispiel um Visitenkarten und die Buchhaltung. Wenn es losgeht, bin ich aber auch bei Einsätzen dabei“, sagt Dull, die in der Finanzverwaltung der evangelischen Kirche in Stuttgart arbeitet.

Die neuen Tierretter stehen nicht allein auf weiter Flur: „Wir schließen eine Lücke“, erklärt Impagliatelli. Im Südwesten, inklusive Schorndorf, Waiblingen und Winnenden, sind schon die ehrenamtlichen Kollegen von der Tierrettung Esslingen zuständig. Und im Westen, bis Backnang und knapp vor Murrhardt, kümmert sich die Tierrettung Unterland um in Not geratene Vierbeiner. „Deren Vorsitzender Jan Franke ist uns eine riesige Stütze“, erzählt Impagliatelli.

Haben Sie ein Tier in Not gefunden? Diese Tierrettung ist für ihren Landkreis zuständig:

Die Tierrettung Unterland gibt es seit drei Jahren, sie verfügt über drei Einsatzautos und ist in sieben Landkreisen im Einsatz. Viele Mitglieder sind ausgebildete Tierrettungssanitäter. Von Fahrzeugen mit Transportboxen, Fangausrüstung und einem gelben Signallicht träumt auch Impagliatelli schon. Doch bis die Helfer im Rems-Murr-Kreis diesen Professionalisierungsgrad erreichen, wird es etwas dauern. „Wir werden anfangs noch mit unseren Privatautos losfahren“, sagt Impagliatelli.

Bald geht es zur Rehkitz-Rettung – Helfer sind willkommen

Auch sie hat vor, Aktive professionell schulen zu lassen. „Die Ausbildung beim Bundesverband der Tierrettungen werden wir wohl erst einmal aus eigener Tasche zahlen“, sagt sie. Das Spendensammeln wird nun eine der großen Daueraufgaben sein.

Der erste Einsatz der Tierrettung Rems-Murr steht bald bevor: „Eine Landwirtin hat uns um Hilfe gebeten“, erzählt Impagliatelli. Bevor sich der Mähdrescher an die Arbeit macht, soll die Tierrettung die Wiesen abgehen und nach Rehkitzen suchen. Impagliatelli hofft auf viele Helfer – „eine Drohne mit Wärmebildkamera wäre auch perfekt“, sagt Impagliatelli.

Hier geht es zur Facebook-Seite der Tierrettung Rems-Murr

Lesen Sie jetzt