Jede Woche ein Buch: In einem Blog schreibt Eva Reitenbach seit September 2011 über die Bücher, die sie gelesen hat. Seit ... Foto: SIR-Screenshot

In einer Serie stellen wir Stuttgarter und ihre Blogs vor. Jede Woche eine Buchrezension - das hat sich Eva Reitenbach mit dem Projekt "Ein Jahr, 52 Bücher" vorgenommen. Hört sich stressig an, ist es aber nicht. Im Gegenteil.

Stuttgart - Jane Austen und Axel Hacke, Hermann Hesse und Stieg Larsson. Wie diese vier Autoren zusammenpassen? Vermutlich gar nicht. Aber das müssen sie auch nicht.

Denn Eva Reitenbach liest quer durch den Garten. Alles, was sie interessiert, ihr empfohlen wird oder sich ihr irgendwie aufdrängt. Den Klassiker, der schon seit Jahren im Bücherregal liegt, genauso wie das Lieblingsbuch des Kollegen.

Und was die Stuttgarterin dann darüber denkt, das veröffentlicht sie in ihrem Blog 1jahr52buecher.de . Und über Twitter. Und zwar seit September 2011. Seit damals ist so einiges zusammengekommen, denn der Name ihres Blogs ist Programm: "Ein Jahr, 52 Bücher".

Nun gut, das Jahr ist mittlerweile vorbei, ans Aufhören denkt Eva Reitenbach aber keineswegs. Denn ihr eigenes Ziel hat sie durch ihren Blog erreicht: Sie ist wieder angekommen in der Bücherwelt.

Von dieser hatte sie sich mit dem Eintritt ins Berufsleben nämlich Schritt für Schritt entfernt. Seit Eva Reitenbach denken kann, gehören Bücher dazu. "Ich habe mit vier Jahren angefangen zu lesen, und in der Schule bestimmt fünf bis sechs Bücher pro Woche verschlungen", sagt die heute 28-Jährige.

Doch mit dem Eintritt ins Berufsleben kam der Abschied von der Bücherwelt. "Irgendwie habe ich immer weniger gelesen und dann auch gemerkt, dass es mir immer schwerer fällt, ein Buch in die Hand zu nehmen." 

Weil sie diesen Umstand ändern wollte und zudem als Texterin einer Werbeagentur auch große Freude am Schreiben hat, beschloss die Stuttgarterin einfach, beide Leidenschaften miteinander zu verbinden und einen Blog mit Rezensionen über die von ihr gelesenen Bücher zu eröffnen.

Jede Woche ein Buch? Garnicht so schwer!

Es tatsächlich durchzuziehen, jede Woche ein Buch zu lesen, war dann garnicht so schwer. "Manchmal brauche ich für ein Buch nur zwei Tage, dann wieder für ein anderes zwei Wochen, aber die 52 Exemplare habe ich zusammenbekommen."

Schnell hat Eva Reitenbach gemerkt, dass sich ihr Leseverhalten verändert: "Weil ich weiß, dass ich darüber schreiben werde, lese ich gewissenhafter und versuche verschiedene Perspektiven einzunehmen." Stress war ihr Vorhaben nie, im Gegenteil: "Ich habe gemerkt, dass ich dabei zur Ruhe komme, es mir gut tut und mich entspannt."

Erstaunt war sie allerdings darüber, wie sich ihr Blog herumgesprochen hat. Mittlerweile hat sie jeden Monat etwa 1000 Zugriffe, teilweise sogar aus Frankreich oder Russland. "Dabei bewerbe ich den Blog garnicht großartig. Trotzdem werde ich oft darauf angesprochen."

Über ihren Blog ist sie zum Beispiel mit anderen Buch-Bloggern in Kontakt gekommen. "Mit zwei Bloggern lese ich gerade zusammen Marcel Proust. Wir nehmen uns immer 100 Seiten vor und unterhalten uns dann darüber."

Auch einige Verlage oder Autoren sind auf ihren Blog aufmerksam geworden. "Die bitten mich dann darum, ihre Bücher zu lesen. Das mache ich dann schonmal - allerdings kann ich natürlich keine Garantie dafür geben, wie die Kritik ausfällt." 

Und zu professionell soll der Blog auch nicht werden, denn bisher macht er Eva Reitenbach sehr viel Spaß - und so soll es bleiben. Das Futter wird ihr so schnell auf jeden Fall nicht ausgehen: "Ein Buchladen ist für mich das, was für andere Ikea ist - ich finde immer etwas."

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