Blick von Süden: Großzügige Glasfronten und eine aufgeräumte Architektur bestimmen das Gesicht der Schule. Foto:  

Die Albert-Schäffle-Schule auf dem Nürtinger Säer ist baufällig. Sie wird durch einen Neubau ersetzt. Der Esslinger Kreistag hat das Millionenprojekt jetzt auf den Weg gebracht.

Esslingen - Gesamtpauschalfestpreis. Das ist ein Wort. Es hat den gesamten Esslinger Kreistag so festlich gestimmt, dass er sich pauschal einverstanden erklärt hat, die Katze ohne Sack zu kaufen. Zum fixen Preis von 24 766 163 Euro wird das Bauunternehmen Wolff & Müller auf dem Nürtinger Säer eine neue Schule bauen. Sie ersetzt einen maroden Altbau. Auch dessen Abriss gibt es zu einem Gesamtpauschalfestpreis von 811 023 Euro. Inklusive der Einrichtung werden für den Ersatzbau damit Gesamtkosten in Höhe von 27,8 Millionen Euro fällig. Im Esslinger Landratsamt geht man davon aus, dass sich das Land Baden-Württemberg im Rahmen seiner Schulbauförderung mit einem Zuschuss in Höhe von 5,3 Millionen Euro beteiligt.

Der Zeitplan ist ambitioniert: Nach dem einmütigen Bau- und Vergabebeschluss des Kreistags in dessen jüngsten Sitzung soll mit den Arbeiten im Juni des kommenden Jahres begonnen werden. Nach einer Bauzeit von knapp zwei Jahren, im März 2020, soll das Gebäude dann so weit fertig gestellt sein, dass die rund 1100 Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrer die neuen Unterrichtsräume nach den Osterferien in Besitz nehmen können.

Kreisräte loben die Campus-Idee

Die neue Albert-Schäffle-Schule, die ein kaufmännisches und ein wirtschaftliches Schulprofil abdeckt, wird dann auch noch mehr von der räumlichen Nähe zur Fritz-Ruoff-Schule profitieren, deren Schwerpunkt in den Naturwissenschaften, der Gesundheit, der Ernährung, der Hauswirtschaft, der Pflege und der Erziehung liegt. Diese „Campuslösung, verbunden mit den Synergieeffekten, die kurzen Wege und die geplanten offenen Lernräumen“ war denn auch Michael Medla, dem SPD-Sprecher im Kreistag, ein Sonderlob wert. Der vorliegende Entwurf sei nicht nur bildungspolitisch, sondern auch baulich ein Gewinn für den Landkreis Esslingen und seine Wirtschaft, so Medla.

Für die Freien Wähler (FW) im Kreistag lobte Rainer Lechner neben der hohen Funktionalität und dem hohen Energiestandard des Neubaus ausdrücklich auch die „hohe Kostensicherheit“, die dem Projekt zugrunde liegt.

Auch aus Sicht der CDU ist der Baubeschluss ein wichtiger Beitrag, um die Berufschullandschaft im Landkreis im Allgemeinen und den Schulstandort Nürtingen im Speziellen zu unterstützen. Allerdings machte der christdemokratische Sprecher, Sieghart Friz, auch deutlich, dass der Neubau der Albert-Schäffle-Schule nur eine Etappe auf dem Weg sei, die Schulen und die Verwaltungsgebäude im Kreis Esslingen im nächsten Jahrzehnt fit für die Zukunft zu machen. „Mit einem Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Euro geht der Kreis hier an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit“, stellte Friz fest.

Marianne Erdrich-Sommer (Grüne) zäumte das Pferd von der anderen Seite auf. Eben dass sich das Staatswesen als so leistungsfähig erweise und dass es so viel in Jugend, Bildung und in das Gemeinwesen investiere, sei ein wichtiges Signal gegen alle Kritiker, sagte sie.

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