Die neue Rettungswache im Sulzbacher Teilort Lautern war bis vor kurzem noch ein Malerbetrieb. Foto: Gottfried Stoppel

Ein Rettungswagen des Malteser Hilfsdiensts ist seit Anfang 2018 in Sulzbach werktags von 7 bis 19 Uhr einsatzbereit. Künftig sollen die gesetzlichen Hilfsfristen auch im nördlichen Teil des Landkreises eingehalten werden.

Sulzbach - Man könnte sagen, die Malteser haben ihre erste Rettungswache im Landkreis förmlich aus dem Boden gestampft. Der Hilfsdienst hat es geschafft, binnen weniger Monate ein passendes Gebäude zu finden, umzubauen und das nötige Personal zu rekrutieren. Seit Anfang dieses Jahres ist die neue, zusätzliche Rettungswache im Gebäude Lindenstraße 8 im Sulzbacher Teilort Lautern in Betrieb. Die Einrichtung soll helfen, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

Bis dato gelingt es den Rettungsdiensten nämlich nicht, die Fristen einzuhalten. Speziell im nördlichen Teil des Landkreises, etwa in Spiegelberg und Großerlach, bestehe Handlungsbedarf – das war das Ergebnis eines Gutachtens einer Arbeitsgemeinschaft, in der die Hilfsorganisationen, der Landkreis und die Krankenkassen vertreten sind. Eigentlich müssen spätestens 15 Minuten nach dem Eingang eines Notrufs die Rettungskräfte vor Ort sein. Ob die neue Wache, die zunächst „nur“ werktags von 7 bis 19 Uhr besetzt ist, ausreicht, um die Vorgaben – wie gefordert – in 95 Prozent aller Fälle zu erfüllen, das bleibe abzuwarten, sagt der Leiter des Malteser Rettungsdienstes im Bezirk Stuttgart, Joachim Fässler. Verbessern werde sich die Notfallversorgung aber mit Sicherheit. Nach ein paar Monaten werde man eine erste Bilanz ziehen. Es sei möglich, die neue Wache auch täglich rund um die Uhr zu betreiben oder einen zweiten Wagen zu stationieren.

Bis dato betreibt das DRK alle Rettungswachen im Kreis

Stippvisite in dem neuen Domizil der Malteser. An diesem Nachmittag schieben Kilian Speit und Frank Fossa Dienst in dem schmuck renovierten ehemaligen Malerbetrieb. Das Gebäude haben die Malteser mit Hilfe des Sulzbacher Bürgermeisters Dieter Zahn gefunden. Die beiden Rettungsassistenten arbeiten eigentlich in der Wache in Freudenstadt beziehungsweise in Bad Wimpfen. Sie helfen in Sulzbach aus. Die künftigen Mitarbeiter für die neuen Wache seien bereits gefunden worden, erklärt Fässler, sie kämen aber nicht sofort aus den Verträgen bei ihren bisherigen Arbeitgebern heraus. Wo genau die vier neuen Mitarbeiter für die Sulzbacher Wache zurzeit noch beschäftigt sind, das will er nicht verraten. Gut möglich, dass sie vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) kommen, das bis dato alle Rettungswachen im Rems-Murr-Kreis betreibt, unter anderem die beiden benachbarten in Murrhardt und in Backnang.

Die Kollegen vom DRK hätten die neue Wache der Malteser am Eröffnungstag besucht, erklärt Florian Hambach, der Malteser-Kreisbeauftragte, der von einem guten Verhältnis der Mitarbeiter der beiden Organisationen spricht. Alle Betreiber von Rettungswachen hätten zurzeit generell Schwierigkeiten, genügend Personal zu finden, sagt Joachim Fässler. Das liege in erster Linie daran, dass die einjährige Ausbildung zum Rettungsassistenten abgeschafft wurde und die neuen Ausbildung zum Notfallsanitäter drei Jahre dauert. Es fehlen also zwei Ausbildungsjahrgänge. Den Maltesern im Bezirk Stuttgart sei es bislang aber immer gelungen, genügend Mitarbeiter für die insgesamt sieben Wachen zu finden.

Ein großes Manko: die Garage ist zu klein

Ein Manko hat die neuen Wache indes: Die Garage im Gebäude ist zu klein für den Rettungswagen. Fässler sagt, die Malteser wollten für den rund 200 000 Euro teuren Rettungswagen möglichst bald einen Carport bauen. Der Mietvertrag für das Haus ist auf drei Jahre befristet. Wer weiß: womöglich bauen die Malteser bis Ende 2020 andernorts in Sulzbach eine nagelneue Rettungswache – mit einer großen Garage.

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