Taucht eine Virusmutation auf müssen alle Kontaktpersonen und deren Haushaltsangehörige in Quarantäne. Foto: imago images/Jochen Tack/Jochen Tack via www.imago-images.de

Wird bei einem Corona-Infizierten eine der Virus-Mutationen nachgewiesen, müssen nicht nur die Kontaktpersonen, sondern auch deren Haushaltsangehörige 14 Tage in Quarantäne. Das sorgt für steigende Zahlen.

Stuttgart - Seit Ende Februar die neuen, strengeren Quarantäne-Regelungen des Landes in Kraft getreten sind, steigen in der Landeshauptstadt die Zahlen der Menschen in häuslicher Isolation „deutlich“ an. Das sagte ein Sprecher der Stadt unserer Zeitung. Zuletzt hätten sich die Quarantäne-Zahlen von Januar (4700 Fälle) auf Februar (2500 Fälle) fast halbiert. „Im März geht die Tendenz wieder nach oben“, so der Sprecher.

Grund könnten die neuen Regeln sein, die gelten, wenn bei einem Infizierten eine der Virusmutationen nachgewiesen wurden. Dann müssen nicht nur diejenigen, die direkt mit ihm Kontakt hatten, 14 Tage in Quarantäne, sondern auch deren Haushaltsmitglieder. Daran ändert auch ein negatives Testergebnis dieser nichts.

Vor diesem Hintergrund hatte ein Fall aus dem Kreis Ravensburg diese Woche für Aufsehen gesorgt. Weil in dem kleinen Ort Achberg ein Schulkind positiv auf die südafrikanische Virusvariante getestet wurde, schickten die Behörden 150 Menschen für zwei Wochen nach Hause – und damit fast jeden zehnten Bewohner der Gemeinde. Auch im Kreis Göppingen mussten nach einem Ausbruch in einer Kita rund 200 Menschen in häusliche Isolation.

Die Lage ist dynamisch

Auch in Stuttgart sind laut Stadt aktuell gut 300 Menschen wegen Virusmutationen in der verschärften Quarantäne, wobei das keine abschließende Zahl sei, so der Sprecher, da fortlaufend Fälle dazukämen. In der Zahl enthalten sind teilweise Kinder und Erzieherinnen aus neun geschlossenen Kita-Gruppen, in denen Mutationen auftraten sowie deren Angehörige. Aus diesem Bereich könnten aber noch einige dazukommen.

Währenddessen hält Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die stärkere Lockerung des Corona-Lockdowns für Kreise mit niedrigen Infektionszahlen von Montag an für vertretbar. Zugleich warnte er im Landtag vor „Einkaufstourismus“ zwischen den Kreisen. Man werde die „Notbremse“, ziehen, sollte die Inzidenz vor Ort über 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in 7 Tagen steigen.

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