Kita fast über den Wolken: Im vierten Obergeschoss der neuen Rathausgarage kommt eine Kindertagesstätte unter. Foto: Martin Haar

Nach knapp einjähriger Verzögerung naht in Stuttgart die Vollendung der neuen Rathausgarage samt Büros, Läden und Kitas. Im Juli dieses Jahres zieht die Stadtkämmerei auf drei Etagen ein.

S-Mitte - Was lange währt, wird endlich gut. Weil der Fassadenfirma finanziell die Luft ausgegangen war, hat sich die Fertigstellung des Gebäudes der ehemaligen Rathausgarage deutlich verzögert. Eigentlich hätte alles im Frühsommer 2018 fertig sein sollen. Nun wird es Herbst 2019, bis alles komplett ist. Nicht nur das: der zwischenzeitliche Stillstand soll den Neubau für 42 Millionen Euro rund eine Million Euro teurer gemacht haben. Doch nun sind die Gerüste entfernt und die neue Rathaus-Garage inklusive Büros und Kitas zeigt ihre moderne Fassade.

„Endlich“, seufzte Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle schon damals im Bezirksbeirat, als über das Areal Eichstraße beraten wurde: „Endlich ist es mit dieser fürchterlichen Hinterhof-Atmosphäre vorbei. Denn dieser Platz am Rathaus soll eigentlich der erste Platz der Stadt sein.“ Bereits seit 15. März hat die Tiefgarage mit 154 Plätzen (früher 290) nach einer Testphase offiziell ihren durchgängigen 24-Stunden-Regelbetrieb aufgenommen. Eine Beschilderung sowie eine neue Einzelplatzerfassung sorgen dafür, dass freie Stellplätze leichter gefunden werden können. Auch die Beleuchtungsanlage ist auf dem neusten Stand. Gerade im Einfahrtsbereich, wo es elf Frauen- und vier Mutter-Kind-Parkplätzen gibt, soll so ein besseres Sicherheitsgefühl entstehen.

Helles Parkhaus

Auch an mobilitätseingeschränkte Personen wurde bei der Planung gedacht: Es gibt drei extrabreite Behindertenparkplätze. Zusätzlich gibt es acht Stellplätze mit Ladestationen für Elektroautos. Der Ökostrom der Stadtwerke ist kostenlos. Das Parken kostet 2,90 Euro je angefangener Stunde. Der Tageshöchstsatz liegt bei 22 Euro. Der Abendtarif bei einer Einstellzeit von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens des Folgetages beträgt sechs Euro. Mobilitätseingeschränkte Personen, deren Schwerbehindertenausweis mit dem „aG“-Merkzeichen für „außergewöhnliche Gehbehinderung“ gekennzeichnet ist, können nach Rücksprache mit dem Garagenpersonal sogar drei Stunden kostenlos parken.

„Im Juli dieses Jahres wird die Stadtkämmerei von ihrem jetzigen Standort in der Schmalen Straße in die Büroetagen vom ersten bis zum dritten Obergeschoss einziehen“, übermittelt eine Sprecherin der Stadt die Kunde aus dem Hochbauamt. „Parallel findet die Vermarktung der vier Ladeneinheiten und der Gastronomiefläche im Erdgeschoss statt“, sagt sie weiter.

In ein paar Monaten ist dann der Abschluss des Projektes geplant. Dann soll im vierten Obergeschoss eine Kindertagesstätte einziehen. „Dafür gestalten wir momentan noch die Außenspielflächen. Die Tagesstätte, wie auch die öffentliche Toilette im Erdgeschoss, werden im Herbst den Betrieb aufnehmen“, sagt die Sprecherin.

Toilette für Behinderte

Damit reagiert die Stadt als Bauherr auf den Mangel an öffentlichen Toiletten, den auch der Seniorenrat immer wieder angeprangerte. Die unterirdische WC-Anlage gegenüber am Café Tattis fällt dann zwar weg, aber dafür gibt es im Neubau der Rathausgarage ganz besondere Toiletten. Dabei handelt es sich um sogenannte „Toiletten für alle“, die auch für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen geeignet sind.

Die Stiftung „Leben pur“ setzt sich bundesweit immer wieder für diesen Toiletten-Typ ein, damit Menschen mit schweren Behinderungen am öffentlichen Leben teilhaben können.

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