Im April waren gleich fünf Einsatzfahrzeuge an die Filderstädter Feuerwehr übergeben worden. Foto: Caroline Holowiecki

Weil das Feuerwehrhaus zu klein ist, muss ein Neufahrzeug für die Abteilung Harthausen zunächst eine andere Antriebsart bekommen.

Was nicht passt, wird passend gemacht: Nach diesem Motto wird offenbar die nächste Beschaffung eines Löschfahrzeugs für die Feuerwehrabteilung Harthausen ablaufen. Dort steht gemäß Feuerwehrbedarfsplan der Kauf eines Löschgruppenfahrzeugs LF 20 an. Es soll als Ersatz für das bisherige LF 16/12 dienen, das bereits mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat. Schon vor einigen Jahren ist die Feuerwehr in Filderstadt dazu übergegangen, jeweils baugleiche sogenannte erstausrückende Löschfahrzeuge anzuschaffen. Allerdings wird sich das neue Fahrzeug in Harthausen offenbar zwangsläufig von denen in Bernhausen, Bonlanden, Plattenhardt und Sielmingen unterscheiden müssen – denn das Feuerwehrhaus dort ist zu klein. Es weist lediglich eine eingeschränkte Einfahrtshöhe von etwa drei Metern auf – zu wenig für das gewünschte Auto. Die vergleichbaren Modelle der anderen Abteilungen sind etwa 30 Zentimeter höher.

 

Ein skurriler, teurer Kniff

Wie nun in der Sitzung des Technischen Ausschusses bekannt wurde, wird sich die Stadt daher mit einem skurrilen – und auch teuren – Kniff behelfen. Statt eines LF 20 mit Allradantrieb will sie zunächst eines mit Straßenantrieb beschaffen, zudem sollen die Hallentore baulich ertüchtigt und ein Vorbau ans Feuerwehrhaus gesetzt werden, damit selbst dieses niedrigere Fahrzeug untergestellt werden kann. Die Kosten für die bauliche Lösung werden auf etwa 170 000 Euro geschätzt. Für das Auto werden 750 000 Euro veranschlagt. 96 000 Euro an Fördergeldern wurden bereits bewilligt.

Über das Feuerwehrmagazin in Harthausen wird schon lang diskutiert. Wie auch das in Plattenhardt entspricht es längst nicht mehr modernen Anforderungen. „Das Haus in Harthausen ist überfällig“, sagte auch der Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing in der Sitzung. Neubauten sind seit geraumer Zeit im Gespräch, und sobald der in Harthausen kommt, soll dann auch nachträglich das Löschfahrzeug mit Allradantrieb gekauft werden. Wann das sein wird: unklar. „Ein verbindlicher Termin bis zur Fertigstellung eines neuen Feuerwehrhauses für die Abteilung Harthausen kann aktuell nicht benannt werden“, heißt es in der Vorlage des Ordnungsamts. Das Fahrzeug mit Straßenantrieb soll dann, sobald die Ehrenamtlichen in Harthausen es nicht mehr brauchen, für Übungszwecke und als Zusatz- und Reservefahrzeug umgenutzt werden.

Das letzte Wort hat der Gemeinderat am 9. Dezember, die vorberatenden Mitglieder des Technischen Ausschusses haben diese Lösung einstimmig empfohlen. Allerdings: So richtig glücklich war keiner damit. „Wir sehen viele Fragen, was den Austausch der Fahrzeuge betrifft“, sagte etwa Ulrich Steck (CDU), und auch Dominic Dean Haag (Grüne) betonte: „Wenn wir nach fünf Jahren ein neues Auto anschaffen, ist das nicht nachhaltig und wirtschaftlich.“