Fatih Akin Regisseur dreht Horrorfilm über Massenmörder von St. Pauli

Von Tim Schleider (mit dpa) 

Fatih Akin hat seinen Oscar-Traum abgehakt und widmet sich lieber ganz neuen Ideen. Foto: dpa
Fatih Akin hat seinen Oscar-Traum abgehakt und widmet sich lieber ganz neuen Ideen. Foto: dpa

Seinen Oscar-Traum für das NSU-Drama „Aus dem Nichts“ hat er abgehakt. Längst bastelt der Hamburger Filmregisseur Fatih Akin an neuen Projekten – zum Beispiel der Verfilmung des Heinz-Strunk-Romans „Der goldene Handschuh“ über den Serienmörder Fritz Honka. Das wird Horror.

Hamburg - Trauer und Ärger über den verpassten Oscar-Traum sind abgehakt, der Hamburger Filmregisseur Fatih Akin strickt längst an neuen Projekten. Gleich zwei Literaturverfilmungen stehen auf seinem Plan, und bereits die erste verspricht viel Gesprächsstoff: „Der goldene Handschuh“, Heinz Strunks viel gepriesener Roman über den Serienmörder Fritz Honka, der in den 1970er Jahren auf St. Pauli die Prostitiuierten nicht nur ermordete, sondern ihre Leichen auch noch schrecklich zurichtete. Akin steckt gerade mitten im Casting: „Das ist sehr spannend, aber auch schwierig zu besetzen, weil man die richtige Mischung aus abstoßend und attraktiv finden muss“, berichtet der 44-jährige Deutschtürke, der in seiner Jugend selbst auf St. Pauli und in Hamburg-Altona aufgewachsen ist. „Es ist zwar einerseits vertrautes Terrain, weil es in meiner Nachbarschaft spielt, aber es wird neu für mich, weil es viele Horrorelememente enthält. Das Horrorgenre möchte ich gerne mal ausprobieren.“

„Ich fühlte mich wie ein aufgepumpter Luftballon“

Die Enttäuschung darüber, dass sein NSU-Drama „Aus dem Nichts“ trotz hochrangiger Auszeichnungen gerade in den USA (im Januar ein „Golden Globe“ für den besten fremdsprachigen Film) dann doch nicht in die Oscar-Endrunde kam, hat Akin inzwischen offenbar gut weggesteckt – obwohl die Enttäuschung immer noch spürbar ist: „Alle Stimmen um mich haben immer gesagt: Das klappt, das klappt, das klappt. Ich fühlte mich wie ein aufgepumpter Luftballom, der plötzlich geplatzt ist, als es dann doch nichts wurde. Aber das gehört dazu und ist längst abgehakt.“

Diane Kruger als Marlene Dietrich

Zweites neues Projekt von Akin, noch eine Romanverfilmung: „Die Madonna im Pelzmantel“, eine deutsch-türkische Produktion. Grundlage ist das erfolgreiche Buch von Savahattin Ali von 2008, eine ebenso romantische wie dramatische Liebesgeschichte aus dem Berlin der 1920er Jahre. Und auch mit Diane Kruger geht die Zusammenarbeit weiter: Akin will mit ihr eine Mini-Serie konzipieren über die Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich. „Wir werden uns dabei auf die Nazi-Zeit von 1933 bis 1945 konzentrieren“, sagte Akin.

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