Queerfeundliche Formate, neue Locations, neue Zeiten: Pink Room feiert Premiere in der Boa, Kosmo bringt Day-Club-Flair ins Oscho. Und die Sexpositiv-Party Pump wächst weiter.
Pink oder Kosmo? Nacht oder Tag? Club oder Day-Party? Die queerfreundliche Partyszene von Stuttgart bekommt am Samstag, 31. Januar, gleich doppelt Zuwachs. Zwei neue Formate feiern am selben Tag Premiere – mit unterschiedlichen Konzepten und zu unterschiedlichen Uhrzeiten.
Während um 23 Uhr die neue Partyreihe Pink Room in der Boa startet, lädt Konstantin Wulle, der aus der queeren Clubszene kommt, bereits für 16 Uhr zur Day-Party Kosmo ins Oscho. Dass beide Premieren auf denselben Tag fallen, sei kein Problem, heißt es von beiden Veranstaltern, die früher zusammengearbeitet haben. Man spreche unterschiedliche Zielgruppen an.
„Queer, laut, kompromisslos, pink“: Pink Room enthüllt Location
Wochenlang haben die Pink-Macher in den sozialen Medien Spannung aufgebaut, eine neue queere Party angekündigt, ohne zu sagen, wer sie macht und wo sie stattfindet. „Queer, laut, kompromisslos, pink“, hieß es dort – die Location blieb streng geheim. Nun ist das Rätsel gelöst: Die Opening-Party von „Pink Room“ findet in der Boa an der Tübinger Straße, Stuttgarts ältester Disco, statt.
Die Kultlocation wird im kommenden Jahr 50 Jahre alt und soll dennoch jünger und frischer denn je wirken. Dafür steht nicht zuletzt der neue Betreiber Henrik Biegger, gerade einmal 25 Jahre alt. Für die Premiere verspricht er eine visuelle Transformation: Die Boa werde dem Motto entsprechend überbordend in Pink dekoriert.
Hinter Pink Room stehen die Macher der erfolgreichen queeren Partyreihe Fame. Viele in der Szene hatten das bereits vermutet. In den sozialen Medien bedient Pink Room optisch ähnliche Klischees wie einst Fame: Auf den Ankündigungsfotos sind attraktive junge Männer mit freiem Oberkörper zu sehen. Die Bildsprache setzt bewusst auf Glamour, Körperlichkeit und ein ästhetisiertes Ideal, das in der queeren Clubkultur seit Jahren präsent ist. Damit Instagram das Portal nicht sperrt, sind die Brustwaren der halbnackten Männer zugeklebt.
Pink Room richtet sich gezielt an die queere Community in Stuttgart und setzt bewusst auf den Kontrast zwischen Traditionsclub und zeitgemäßer Clubkultur. Die neue Reihe zieht que(e)r durch die Stadt, geht in Locations, in denen es eine solche Party noch nie gab.
Day-Party ohne Label feiert Stuttgart-Premiere
Einen anderen Weg geht Konstantin Wulle, ein Großneffe der Schauspielerin Trudel Wulle. Er startet am selben Tag mit Kosmo ein Day-Party-Format im Oscho, Königstraße 29 (Eingang über die Neue Brücke). Beginn ist bereits um 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Seine neue Kosmo ist offen für alle. „Ich bin kein Fan von Labels“, erklärt der Architekt, „zu mir können alle kommen – egal mit welcher Sexualität.“ Auch unterschiedliche Generationen seien ausdrücklich erwünscht. Die Partyreihe Kosmo ist für Stuttgart neu. Gestartet ist sie bereits im vergangenen Sommer open air unter dem Hohen Asperg.
Day-Partys liegen im Trend
Day-Partys, die bereits am Nachmittag beginnen, seien derzeit ein großer Trend. „Viele wollen nicht erst um 22 Uhr losziehen“, sagt der Kosmo-Macher. Die zeitliche Überschneidung mit der Pink sei kein Problem. Man habe unterschiedliche Zielgruppen – und an beiden Orten könne das Ende des Dry January „stilvoll“ gefeiert werden. Gerade das gemeinsame Feiern am Tag habe seinen eigenen Reiz, sagt Wulle: „Es ist cool, wenn man tagsüber zusammenkommt und nachts schlafen kann.“
Die Pump wird zum Big Player bei Sexpositiv-Partys in Süddeutschland
Und noch eine Neuigkeit für Stuttgarts queere Partyszene gibt es: Die Pump findet nun im größeren Lehmann Club im Bosch-Areal statt, erstmals am 7. Februar. „Wir werden damit zu einer der ganz großen Sexpositiv-Queer-Kinky-Techno-Events“, sagt Pump-Veranstalter Ben Hille, der dem Vorstand des Clubkollektivs Stuttgart angehört. Im Climax Institutes – der bisherigen Location – wird Pump weiterhin „familiär“ feiern. Monat für Monat im Wechsel mit dem Lehmann.