Der Marktplatz und die Parkplätze auf den Bärenwiesen liegen rund 800 Meter auseinander. Foto: Kuhnle/Archiv

Statt in der Unteren Marktstraße sollen die Händler ihre Fahrzeuge nun auf der Bärenwiese abstellen. Die ist allerdings rund 800 Meter entfernt.

Ludwigsburg - Das leidige Thema Parken belaste ihn durchaus, sagt Eberhard Klotz. Jahrelang hat der Gemüsehändler während der Wochenmarktzeiten in Ludwigsburg seinen Kleinlaster im Parkverbot in der Unteren Marktstraße abgestellt – mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadt. „Das hat immer gut funktioniert“, sagt Klotz. Doch damit soll nun Schluss sein. Die Stadt hat beschlossen, dass Klotz und alle anderen Händler künftig die Bärenwiese als Parkplatz nutzen sollen.

Grund sind Beschwerden der Ladeninhaber in der Unteren Marktstraße. Weil deren Schaufenster von den Fahrzeugen einiger Marktbeschicker blockiert werden, fürchten sie um ihre Umsätze. „Dafür habe ich natürlich Verständnis“, sagt Gemüsehändler Klotz. Die Bärenwiese sei aber einfach zu weit entfernt, um etwa mal eben frische Ware aus dem Laster zu holen.

Sicherheitsaspekt spielt eine Rolle

Dies sieht auch Matthias Kurz so, der Eier und Geflügel auf dem Wochenmarkt verkauft. Die Untere Marktstraße liege ihm keineswegs am Herzen, und er wolle auch keinen Streit mit der Verwaltung, der er ein professionelles Verhalten attestiert und mit der es auch bereits drei Gespräche wegen des Parkproblems gegeben habe. „Aber zur Bärenwiese ist man zu Fuß hin und zurück fast 20 Minuten unterwegs“, sagt er. Laufe ein Mitarbeiter von ihm diese Strecke zweimal am Tag, so seien das schon 40 Minuten Arbeitszeit, die er bezahlen müsse, ohne etwas davon zu haben. „Außerdem spielen Sicherheitsaspekte ein Rolle“, sagt Kurz. In der Zeit, in der ein Mitarbeiter unterwegs sei, könne am Stand das Vier-Augen-Prinzip als Schutz vor Diebstahl nicht eingehalten werden. „Außerdem sehe ich eine Gefahr darin, wenn man mit seinen gesamten Tageseinnahmen dreimal die Woche nach dahinten laufen muss.“

Eine „tolle Alternative“ wäre für Matthias Kurz daher der Rathausplatz. „Gerne auch mit Gebühren für die Händler, die dort parken wollen.“ Er vermute jedoch, dass dieser Vorschlag auf wenig Gegenliebe bei der Stadtverwaltung stoße.

„Wochenmarkt von allergrößter Bedeutung“

„Den Rathausplatz halten wir für keine gute Option“, sagt Oberbürgermeister Werner Spec. Da dort immer wieder Veranstaltungen und Projekte stattfinden, würde dies ein zu großes Hin und Her bedeuten. „Für uns ist der Wochenmarkt aber von allergrößter Bedeutung“, sagt der OB. Daher sei ihm auch sehr daran gelegen, für die Beschicker günstige Lösungen zu finden. „Dabei können wir aber nicht so weit gehen, dass Ladenbesitzer Umsatzeinbußen in Kauf nehmen müssen.“

Nachdem die Stadt in den vergangenen Wochen mehrere Alternativen geprüft habe, sehe es nun leider so aus, dass man allen Beschickern zumuten müsse, die Bärenwiese zu nutzen – zumindest vorerst. Mittelfristig gebe es Überlegungen, im Zuge der Umgestaltung der Lindenstraße dort privilegierte Stellflächen für Händler, die öfter an ihr Fahrzeug müssen, auszuweisen. Diese Plätze wären dann allerdings teurer als die weiter entfernt liegenden.

Wer als Händler momentan noch in der Unteren Marktstraße parkt, hat kein Bußgeld zu befürchten. „Wir verwarnen nicht, solange die Gespräche mit den Beschickern nicht abgeschlossen sind“, sagt Spec. In den kommenden Tagen wolle man die Händler aber abschließend über den Stand der Dinge informieren.

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