Christiane Sutter ist die neue Leiterin des Stadtmuseums Bad Cannstatt. Foto: Iris Frey

Christiane Sutter ist seit Anfang März Leiterin des Stadtmuseums Bad Cannstatt. Sie ist vom Museum begeistert, auch von der Technik und möchte gerne die Museumspädagogik noch ausbauen.

Bad Cannstatt - Ich bin begeistert vom Stadtmuseum und habe Bad Cannstatt schon sehr lieb gewonnen“, sagt Christiane Sutter. Die 39-Jährige ist seit März neue Leiterin der geschichtsträchtigen Institution – und darüber hinaus der ganzen Museumsfamilie in Stuttgart. Unter ihren Fittichen sind neben dem Stadtmuseum das Hegelhaus, das Lapidarium und die Heimatmuseen in Möhringen und Plieningen. Das Gesamtpaket habe sie gereizt, sich zu engagieren. Schließlich hat sie in ihrer beruflichen Laufbahn schon verschiedene Seiten der Museumsarbeit kennengelernt: stadtgeschichtliches Arbeiten und auch organisatorisch-personell die Betreuung von Ehrenamtlichen. Alles kann sie nun hier vereinen in ihren neuen Aufgaben in Stuttgart und in Bad Cannstatt. Mit den verschiedenen Standorten hat sie keine Probleme: „Ich bin aus Durlach bei Karlsruhe und weiß, wie wichtig jeder Stadtteil ist. Ich fühle mich auch als Durlacherin.“

Jetzt hat sie Organisation von Ausstellungen, Personal und wissenschaftliches Arbeiten unter einen Hut zu bekommen in Zusammenarbeit mit dem Wilhelmspalais. Im Stadtmuseum in Bad Cannstatt freut sie sich, das sie auf einen bewährten Stamm an Mitarbeitern blicken kann, der sich bestens auskennt. So hat sich auch bei den Aufsichten nichts geändert. Alles altbewährte Kräfte.

Kontakt zu Pro Alt-Cannstatt

Auch mit dem Verein Pro Alt-Cannstatt hatte sie bereits Kontakte. Das Geschichtsbuch von Jürgen Hagel hat sie von Olaf Schulze vom Vereinsvorsitzenden von Pro Alt-Cannstatt bekommen. Ihr Spezialgebiet ist das 10. Jahrhundert. Hier ist sie fasziniert von der langen Geschichte Bad Cannstatts einschließlich der Römerzeit. „Ich bin ein sehr vielseitig interessierter Mensch“, sagt Sutter. Die Themen, die es bislang im Cannstatter Stadtmuseum gab, findet sie spannend, sei es vom Fußball bis hin zur Berger-Ausstellung mit den Kakteen. Sie mag ungewöhnliche Ideen und Themen und findet es spannend.

In ihrer Berufslaufbahn war sie in kulturhistorischen Häusern. Die promovierte Kunsthistorikerin war im Historischen Museum der Pfalz in Speyer tätig und auf einer Burg im Oberhausmuseum in Passau. „Ich hatte dort mein Turmzimmerbüro mit Blick auf die Donau“. Dort kümmerte sie sich um die Ausstellung „Passau im 19. Jahrhundert“. Zuletzt war sie am Technoseum, dem Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, als Koordinatorin der ehrenamtlichen Mitarbeiter und hatte mit dem Personalmanagement von 150 Ehrenamtlichen zu tun.

Nun wird sie für das Stadtmuseum ein Veranstaltungsprogramm aufbauen. „Ich möchte die Museumspädagogik erweitern“, sagt die 39-Jährige. So sollen mehr Angebote für Jugendliche und Schulklassen geschaffen werden. Auch will sie die Dauerausstellung mit Führungen zu speziellen Themen mehr in den Mittelpunkt rücken. Die Sonderausstellungsreihe möchte Sutter fortsetzen. Das sei eine sehr gute Möglichkeit, Neues zu präsentieren.

„Auch Pro Alt-Cannstatt freut sich über die Zusammenarbeit mit Christiane Sutter“, sagt Vereinsvorsitzender Olaf Schulze. „Wir haben einen positiven Eindruck und wünschen ihr einen guten Start in ihr neues Aufgabengebiet, das ja nicht nur das Stadtmuseum Bad Cannstatt umfasst“, so Schulze. „Wir erhoffen uns Kontinuität und neue Impulse und sehen den ersten Projekten und Sonderausstellungen mit Erwartung entgegen.“

Vernetzung ist ihr wichtig

Der Verein Pro Alt-Cannstatt, der sich seit Jahrzehnten neben seinen anderen Aufgabenfeldern auch für das Stadtmuseum in vielerlei Richtungen stark gemacht hat (durch finanzielle Förderung, Stiftung und Vermittlung von Objekten, Gestaltung von Ausstellungen, ehrenamtlichem Aufsichtsdienst zur Erweiterung der Öffnungszeiten zum Beispiel an Feiertagen oder kulturellen Ereignissen wie der Langen Museumsnacht, dem Kulturmenü und dem Schaufenster Kultur), vertritt den bürgerschaftlichen Teil der Geschichte des Stadtmuseums, das auf Initiative von Cannstatter Bürgern Ende der 50er Jahre überhaupt erst entstand. „Zusammen mit der Vereinigung Cannstatter Vereine wünschen wir uns, dass dies nicht vergessen wird und dass wir weiterhin auch an der Zukunft des Stadtmuseums und der Entwicklung von Sonderausstellungen und sonstigen Projekten, zum Beispiel einem speziellen Angebot für Kinder, Familien und Schulklassen mitarbeiten und ein Mitspracherecht haben, das auch zu Entscheidungen führt“, so Schulze.

Sutter ist offen für alle neuen Kontakte. Sie erklärt, dass ihr die Vernetzung wichtig ist, auch die Mitgliedschaft bei der Initiative Kulturnetz Bad Cannstatt. Sie freut sich auf alle neuen Kontakte und resümiert erst einmal: „Es gibt viel zu tun.“

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