Karin Hagmann, Völker Körner und Sabine Essinger (von links) sagen Ade Foto: Neue Museumsgesellschaft

37 Jahre standen sie auf der Bühne, gelten als Erfinder des schwäbischen Kabaretts. Doch „einmal muss Schluss sein“, sagt Völker Körner, Gründer der Neuen Museumsgesellschaft. Im Rahmen ihrer Abschiedstournee spielen sie am 7. und 8. April auch in Stuttgart im Renitenz-Theater.

Stuttgart - Kaum ein Flecken im Württembergischen ist ihnen unbekannt, in Turn-hallen, Festsälen, Scheunen, Fabrikhallen oder Bierzelten krümmen sich die Zuschauer vor Lachkrämpfen, trampeln mit den Füßen und heulen vor Freude. Und immer mal wieder begeistert das Trio bei gelegentlichen Abstechern ins Badische auch die Gelbfüßler. Besser gesagt: begeisterte. Denn: Die Neue Museumsgesellschaft macht sich vom Acker. „Einmal muss Schluss sein“, sagt Volker Körner. Er ist einer der Gründer jener Truppe, die nach allgemeiner Einschätzung das schwäbische Kabarett erfunden hat.

 

Immerhin: „Hälenga machen wir uns nicht davon.“ Also nicht heimlich (dies als Übersetzungshilfe für alle Hochdeutschen), sondern in aller Öffentlichkeit: Ihre große Abschiedstour – die, anders etwa als bei manchen Schlagerstars, tatsächlich keine Verlängerung umfassen soll – führt sie noch bis Mai durch diverse Hallen und Kirchen im Südwesten. Die Geburtsstunde der Museumsgesellschaft, Körner erinnert sich noch genau, war am 22. Juli 1978 in Brackenheim. Titel des ersten Programms: „Liederliches und Liderliches.“ Der Titel des 17. und somit letzten Programms, mit dem Körner, Sabine Essinger und Musikerin Karin Hagmann 37 Jahre später auftreten, trägt den programmatischen Titel: „Fleischles ade!“ Denn die Fleischles, das ist das kongeniale Spießerpaar Erich und Berta Fleischle – ihr Markenzeichen: Kittelschurz, Schwertgosch und angriffslustig in die Hüften gestemmte Fäuste. Sie präsentieren sich letztmals am Samstag, 16. Mai – natürlich in Brackenheim, wo alles anfing. „Und no isch Schluss!“, sagt Körner.

Bis dahin jedoch „wollen wir es noch mal krachen lassen“, mit runderneuerten Klassikern und den beliebtesten Sketchen. „Wir wollen aufhören, bevor die Leute sagen, denen fällt ja nichts mehr ein.“ Körner ist im Übrigen überzeugt: „Eine solche Show wie wir macht heute niemand mehr, 15 Kostüme, acht Perücken, Songs im Solo oder als Duo, Parodien, deftige Beschimpfungen, die ganze Technik, die man zu den Bühnen hochschleifen muss.“ Und zum Abschluss gibt’s natürlich die schwäbische Hymne: „Ein Fleischle steckt in jedem, der hockt in diesem Saal. Drum schimpft nicht auf euch alle – Fleischles gibt’s überall.“

Termine in der Region: Donnerstag, 12. Februar, Künkelinhalle Schorndorf; Samstag, 27. Februar, Gemeindehalle Remseck-Aldingen; Dienstag, 7., und Mittwoch, 8. April, Renitenz-Theater Stuttgart; Samstag, 18. April, Alte Kelter Bietigheim. Beginn jeweils 20 Uhr.