Drinnen wird gebetet – aber von außen deutet in der Feuerbacher Mauserstraße bisher nichts auf eine islamische Glaubensstätte hin Foto: dpa

Der Standort für den Bau einer repräsentativen Moschee in Stuttgart wird die Feuerbacher Mauserstraße sein. Nach den Sommerferien will der Stuttgarter Ditib-Verein sich auf einen Entwurf festlegen – und rasch mit dem Bau beginnen.

Stuttgart - Die Pläne für eine repräsentative Moschee in Stuttgart schreiten voran. Der Architektur-Wettstreit für einen Neubau in einem Industriegebiet im Stadtteil Feuerbach geht nun in die entscheidende Phase. Von drei Architekturbüros mit Moscheebau-Erfahrung liegen dem Stuttgarter Verein der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) bereits Entwürfe vor. Zuletzt habe ein weiterer Architekt angekündigt, einen Vorschlag bis Ende August einreichen zu wollen, sagte der stellvertretende Stuttgarter Ditib-Vorsitzende, Bahattin Akyildiz, unserer Zeitung: „Diesen Entwurf wollen wir noch abwarten.“

Entscheidung nach den Sommerferien

Danach könnte alles sehr schnell gehen. Kurz nach den Sommerferien sollen den Vereinsmitgliedern alle vier Varianten präsentiert werden und weitere Gespräche mit der Stadt folgen. Die Mitglieder wollen sich rasch für ihren Favoriten entscheiden, die Bauarbeiten könnten dann womöglich noch in diesem Jahr beginnen. Bis spätestens 2019 soll das neue Gebetshaus mit einem attraktiven Gemeindezentrum fertig gestellt sein.

Der Stuttgarter Ditib-Verein besitzt in der Mauserstraße ein Areal von 8500 Quadratmetern. Auf ihr stehen das Vereinsgebäude, eine Gaststätte sowie Freizeit- und Gebetsräume. Von außen ist bisher jedoch nicht zu erkennen, dass sich auf dem Gelände eine islamische Glaubensstätte befindet. Deshalb ist in der Gemeinde mit der Zeit der Wunsch gewachsen, eine große repräsentative Moschee mit Minarett zu bauen. Sie soll auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern entstehen, zwischen 1500 und 2000 Menschen fassen und zusammen mit einem neuen Gemeindezentrum rund acht Millionen Euro kosten – Geld, das der Verein aus eigener Tasche aufbringen will.

Keine repräsentative Moschee im Stadtzentrum – aber Gebetsraum?

Eine repräsentative Moschee im Stuttgarter Stadtzentrum werde es derweil definitiv nicht geben, sagte Akyildiz. Diese Option hatte der Ditib-Landesverband angepeilt – und damit für Irritationen beim Stuttgarter Ableger gesorgt. Es sei aber angedacht, nach dem Moschee-Neubau in Feuerbach auch eine Anlaufstelle in der Innenstadt einzurichten, erklärte Akyildiz: „Wir stellen uns einen Gebetsraum vor, damit Muslime auch eine Möglichkeit zum Beten haben, wenn sie zum Beispiel in der Königsstraße einkaufen gehen.“

In Stuttgart ist jeder zehnte Einwohner ein Muslim. Insgesamt gibt es mehr als 30 Moschee-Vereine, Gebetsräume und muslimische Kultureinrichtungen.

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