Neue Leitung der Akademie Schloss Solitude Elke aus dem Moore folgt auf Jean-Baptiste Joly

Von Adrienne Braun 

Wechselt vom Institut für Auslandsbeziehungen zur Solitude: Elke aus dem Moore Foto: Hagen Schmitt
Wechselt vom Institut für Auslandsbeziehungen zur Solitude: Elke aus dem Moore Foto: Hagen Schmitt

Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt sind an der Akademie Schloss Solitude zu Gast. Für die neue Leitung der internationalen Einrichtung ist das Land aber in Stuttgart fündig geworden.

Stuttgart - Man hat sich viel Zeit gelassen. Bis Ende April konnte man sich bewerben für die Leitung der Akademie Schloss Solitude. Jetzt endlich hat sich das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg entschieden und eine Stuttgarter Kandidatin auserwählt: Zum 1. April 2018 wechselt Elke aus dem Moore an die Akademie Schloss Solitude. Sie ist derzeit Leiterin der Abteilung Kunst des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa). Die 1965 geborene Kunstwissenschaftlerin folgt auf Jean-Baptiste Joly, der Ende März in den Ruhestand gehen wird. Er war Gründungsdirektor der Akademie Schloss Solitude, die seit 1990 Stipendien an Kulturschaffende aus aller Welt vergibt.

Elke aus dem Moore bringe „eine umfassende Expertise in der internationalen Kulturarbeit und langjährige Erfahrung als hochkarätige Kuratorin mit“, erklärte die Kulturstaatssekretärin Petra Olschowski. Sie habe „ausgezeichnete Kontakte“ und sei „global wie bundespolitisch bestens vernetzt“, so Olschowski. Man dürfe „auf künftige Akzente“ gespannt sein.

Elke aus dem Moore hat in Osnabrück, Zürich und Bochum Literatur- und Kunstwissenschaften studiert und war 1999 bis 2002 als Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Shedhalle Zürich tätig. 2003 wurde sie Leiterin des Künstlerhauses Stuttgart, das sie 2006 verließ und ans Institut für Auslandsbeziehungen wechselte. Dort war sie unter anderem für die Organisation des Deutschen Beitragsauf der Kunstbiennale Venedig zuständig.

Der Vertrag läuft über fünf Jahre

Für die Nachfolge hatte der Stiftungsrat der Akademie Schloss Solitude eine Findungskommission eingerichtet, der neben der Staatssekretärin auch externe Mitglieder angehörten wie Sven Beckstette, ehemals Kurator am Kunstmuseum Stuttgart und auch frühere Stipendiaten und Mitglieder des Kuratoriums der Akademie Schloss Solitude. Die Empfehlung der Findungskommission wurde vom Stiftungsrat einstimmig beschlossen. So, wie Jean-Baptiste Joly, der immer befristete Verträge hatte, erhält auch Elke aus dem Moore einen Fünfjahresvertrag – mit der Möglichkeit auf Wiederbestellung.

Die Akademie Schloss Solitude vergibt seit 1990 Stipendien an Künstlerinnen und Künstler aller Kunstsparten, inzwischen gibt es auch Stipendiaten für Rechtswissenschaften, Kunstkoordination oder digitale Medien. Die „weltweit renommierte Institution“, wie es im Ausschreibungstext hieß, soll weiterentwickelt werden und ähnlich wie die Museen des Landes stärker auf Digitalisierung setzen.

„Den kulturellen Austausch brauchen wir heute mehr denn je“, erklärte Petra Olschowski, gerade die Akademie Schloss Solitude sei ein vorbildlicher Ort des Austausches. Sie präge das Bild Baden-Württembergs in der Welt und habe sich unter der Leitung von Jean-Baptiste Joly auch zu einer Referenzinstitution für die Förderung von Kunst und Wissenschaft an der Schnittstelle zur Wirtschaft entwickelt.

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