Daniela Kohlberger leitet seit Januar die Büchereien in Großbottwarer und Winzerhausen. Foto: Werner Kuhnle

Daniela Kohlberger erlebt als neue Leiterin der Stadtbücherei eine besondere Anfangszeit.

Großbottwar - Von einem Sprung ins kalte Wasser spricht Daniela Kohlberger mit Blick auf ihren Dienstbeginn im Januar als Leiterin der Großbottwarer Stadtbücherei. Schließlich ist die Storchenstadt für die 50-Jährige aus Heilbronn gänzlich neu. Auch die Leitungsposition hat sie erstmals inne. Dass ihr Start in der Burgermühle dann sogar zum Sprung in eisiges Wasser wurde, dafür sorgte erst eine große EDV-Umstellung, dann die Pandemie. Ihr Plan, in den ersten Monaten die Arbeitsabläufe ihres Teams zu sichten, Veranstaltungen zu planen und Klassenführungen durchzuführen, war nicht umsetzbar. Stattdessen schloss die Einrichtung bis Ende April. Doch mit ihren Mitarbeitern bestand sie diese Bewährungsprobe: Dank der Aktion „10 Medien to go“ blieben die Bürger während der Schließung mit frischem Lesestoff versorgt (siehe Infobox).

Von ihrem Enthusiasmus und Tatendrang hat Daniela Kohlberger durch die zwischenzeitliche Schließung nichts verloren. Im Gegenteil. Auch während der Zwangspause blieb sie ihrem Vorgehen treu, Ideen und Schlagworte, die ihr in den Sinn kommen, aufzuschreiben und dann zu entwickeln. „Ich bin da eigentlich immer in Bewegung. Stillstand ist nicht meins“, sagt sie. Entsprechend freut sie sich umso mehr darauf, wenn Normalität einkehrt. An Vorhaben mangelt es nicht, manches Konzept ist in der Pipeline: Den Jugendbereich im Dachgeschoss möchte sie attraktiver gestalten, denkbar seien auch Kooperationen mit weiterführenden Schulen. Für den Kinderbereich kann sie sich eine Vergrößerung vorstellen. „Ich liebe es, einen Bezug zu Kindern herzustellen. Darin blühe ich auf“, sagt die gelernte Lesepädagogin. Froh wäre sie sicherlich um Nachschub, was die angesagten Tonie-Boxen angeht, über die Audiodateien gehört werden können: von 30 sind 29 verliehen. Ins Auge gefasst hat Kohlberger auch Veranstaltungen wie Autorenlesungen unter freiem Himmel. „Und das nicht nur wegen Corona. Das ist hier doch eine schöne Gegend.“

Aus diesen Zeilen klingt bereits heraus: Die neue Leiterin ist in Großbottwar angekommen. Zuvor arbeitete sie 17 Jahre in der Mediathek Möckmühl und baute sie als stellvertretende Leiterin von Grund auf mit auf. „Als ich dann die Stellenausschreibung hier gesehen habe, dachte ich mir, diesen Sprung zu versuchen. Nach dem Motto: Wenn nicht jetzt, wann dann!“ Auch weil sie keine gelernte Bibliothekarin ist, sondern sich über Fortbildungen und ihre Chefin in Möckmühl ihren Wissensstand aneignete, war sie „hocherfreut“ als die Zusage kam. „Ich habe mir diesen Schritt sehr genau überlegt“, sagt Daniela Kohlberger, die in Möckmühl auch aufgewachsen ist. Vor ihrer Bewerbung hatte sie sich in der Großbottwarer Bücherei umgesehen. „Ich habe die Atmosphäre auf mich wirken lassen und den Bestand angesehen. Die Eindrücke waren sehr gut.“ Schon die Begrüßung sei freundlich gewesen. „Das ist für mich immer mit ausschlaggebend. Kinder zum Beispiel sollen gerne hier reinkommen und sich trauen, Fragen zu stellen.“ Spätestens nach diesem Besuch habe nichts mehr gegen die Bewerbung gesprochen, die sie letztlich zur Nachfolgerin von Verena Gänsler machte, die die Einrichtung Ende Oktober verlassen hatte.

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