Die Stadt Sindelfingen will mit der Kampagne „Sindelfingen parkt fair“ über die Gefahren des Falschparkens aufklären und die loben, die sich an die Regeln halten – mit einer essbaren Kleinigkeit.
Die Stadt Sindelfingen will für das Thema Falschparken sensibilisieren. Deshalb startet sie am kommenden Donnerstag, 15. August, die Kampagne „Sindelfingen parkt fair“, die bis zum 31. August läuft. Parallel dazu führt die Stadt dauerhaft das „Online-Knöllchen“ ein.
Während der Kampagne klemmt das Ordnungsamt Falschparkern zusätzlich zum Strafzettel einen Flyer hinter den Scheibenwischer, der erklärt, warum es gefährlich ist, sein Auto ordnungswidrig abzustellen. Diejenigen, die es richtig machen, bekommen ebenfalls etwas: ein Kompliment – in Form von Gummibärchen. „In erster Linie geht es darum, zu informieren und zu mehr Rücksicht aufzurufen“, sagt Sindelfingens Erster Bürgermeister Christian Gangl, der zusammen mit Ordnungsamtsleiter Mehmet Koc die Kampagne vorstellt.
Hoffnung auf mehr Verkehrssicherheit
„Wir finden regelmäßig zugeparkte Gehwege, zugeparkte E-Ladesäulen, und teilweise haben sogar Feuerwehr und andere Einsatzfahrzeuge wegen Falschparkern keine Möglichkeit durchzukommen“, berichtet Koc. Das komme im ganzen Stadtgebiet vor. Im Infoflyer sind exemplarisch zehn Falschpark-Situationen aufgeführt. Zwei Beispiele: Autos, die zu dicht an Überwegen stehen, versperren Fußgängern die Sicht, während Schwerbehindertenparkplätze frei bleiben müssen für Menschen, die darauf angewiesen sind. Koc bezeichnet die Kampagne als „wichtigen Baustein für mehr Verkehrssicherheit.“ Gangl hofft, dass sie gut angenommen wird, auch wenn die Stadt nicht erwarte, dass mit einer Aktion alles gut wird. „Wir werden so etwas sicher wiederholen.“
Die Kampagne knüpft an das Programm „Sindelfingen sauber und sicher“ an, das unter anderem eine stärkere Überwachung des ruhenden Verkehrs vorsieht. Jetzt soll der Fokus auf Aufklärung liegen. Im vergangenen Jahr hatte das Durchgreifen des Ordnungsamts teils Unmut ausgelöst, weil jahrelang unbehelligtes Falschparken plötzlich geahndet und das Vorgehen möglicherweise zu wenig erklärt worden war. „Es war uns wichtig, die geltenden Regeln klarzustellen“, sagt Koc. In der Lützelwiesenstraße, einer der besonders betroffenen Straßen, seien inzwischen Markierungen angebracht. „Wir stellen seitdem keine Verstöße mehr fest.“
„Online-Knöllchen“ ist aus Papier
Zu tun hat Kocs Team in jedem Fall genug: Zwischen September 2022 und Ende 2023 wurden rund 31 000 Parkverstöße geahndet und in 317 Fällen die Fahrzeuge abgeschleppt. Von Januar bis Juni 2024 führt Koc 8447 Parkverstöße und 142 „Abschleppfälle“ an. Die Summe der verhängten Verwarn- und Bußgelder beläuft sich demnach im ersten Halbjahr 2024 auf 227 126 Euro. Die Stadtverwaltung hat vor, den Vollzugsdienst weiter zu stärken. Im Verkehrsüberwachungsdienst gibt es derzeit fünf besetzte Stellen, im kommunalen Ordnungsdienst sechs. Beide Bereiche sollen je vier Stellen dazubekommen, die noch offen sind.
Nicht nur Flyer finden Falschparker möglicherweise ab dem 15. August an ihrem Auto, sondern auch ein sogenanntes Online-Knöllchen. Das ist ein Zettel mit QR-Code und einem Link zum Online-Portal der Stadt. Über den Code oder den Link kann man die vorgeworfene Ordnungswidrigkeit einsehen und das Bußgeld binnen einer Woche zahlen.
Wem das nicht geheuer ist, der macht zunächst nichts und erhält nach einer Woche die Verwarnung per Post. Die Stadtverwaltung hofft, mit dem Online-Knöllchen Prozesse zu vereinfachen, weil beispielsweise bei direkter Zahlung der Postweg entfällt.