Bislang ist das Fernwärmenetz nur in Teilen von Ludwigsburg ausgebaut (Symbolbild). Foto: factum/Granville/Simon Granville/factum

Die Stadt Ludwigsburg startet eine Kampagne, mit der sie vor allem private Haushalte dazu ermutigen will, etwas für den Klimaschutz zu tun. Eine Idee: Fernwärme für möglichst viele Gebäude.

Ludwigsburg - Das Ziel, bis zum Jahr 2050 vollständig CO2-neutral zu sein, ist ambitioniert. Das weiß auch die Stadt Ludwigsburg. Und ohne die privaten Haushalte geht es nicht. Deshalb hat die Kommune mit den Stadtwerken und weiteren Partnern eine Kampagne zum Klimaschutz in den eigenen vier Wänden ins Leben gerufen. „Wir Energiewender“ lautet der Name, damit wolle man vor allem Hausbesitzer ansprechenund begeistern, sagt Bürgermeisterin Gabriele Nießen bei der Vorstellung. Geplant sind Infoveranstaltungen und Aktionen, außerdem wird es Beratungsangebote geben. Möglich wird das sogenannte Sanierungsmanagement mit Fördergeldern des Innenministeriums und der Förderbank KfW.

Haushalte in drei Gebieten erhalten Flyer

Die Ludwigsburger Energieagentur (Lea) , die bei dem Projekt ebenfalls involviert ist, bietet schon seit geraumer Zeit Beratungen zum Thema energetische Sanierung an. Warum also ein zusätzliches Angebot? „Wir werden die Leute noch ein Stück weiter begleiten“, sagt Lea-Geschäftsführer Anselm Laube. Denkbar sei es beispielsweise, Hinweise zu Förderanträgen zu geben oder auch ein Handwerkerangebot zu prüfen.

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„Wir wissen, dass wir vor allem diejenigen ansprechen, die schon eine gewisse Affinität für das Thema haben“, so Nießen. Ziel müsse es sein, auch die Bürger mit ins Boot zu holen, die sich „aus den verschiedensten Gründen dagegen wehren“. Zunächst werden aber nur Haushalte rund um das Stadionbad, im westlichen Teil von Eglosheim und im Süden der Weststadt direkt mit Wurfsendungen auf das Angebot aufmerksam gemacht. Ausschließen wolle man aber niemand, deshalb wird auch jeder beraten, der sich an die Stadt wendet – egal, wo er wohnt.

Separate Konzepte, eine Idee

In den drei Bereichen sei das Potenzial, CO2 einzusparen besonders groß, so Nießen. In der Weststadt hoffen die Sanierungsmanager beispielsweise auch auf die Mitarbeit der ansässigen Unternehmen. Die Initiatoren betonen zwar, dass für die drei Gebiete separate Konzepte entwickelt wurden, eines haben die drei sogenannten Quartiere aber gemein: Die Gebäude sollen an das Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen werden.

Derzeit entsteht auf dem Römerhügel zwischen Ludwigsburg und Kornwestheim die größte Solarthermie-Anlage Deutschlands. „Das Sanierungsmanagement geht Hand in Hand mit der Verbreitung der Fernwärme“, sagt Alexander Greschik, der für Energiekonzepte für Stadtquartiere verantwortlich ist.

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