Wie hier in Zazenhausen sollen weitere Systembauten für Flüchtlinge entstehen Foto: Max Kovalenko

Die Landeshauptstadt bricht mit dem Bau von zwei Flüchtlingsheimen an der Helene-Pfleiderer-Straße in Degerloch erstmals mit ihrem Grundsatz, dem Wohnungsbau Vorrang vor Flüchtlingsunterkünften einzuräumen. An der Straße war Ende Juni mit der Umlegung der Bau von 17 Reihenhäusern möglich geworden. Sie sollten von der Stadt im Programm preiswertes Wohneigentum gefördert werden.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt bricht mit dem Bau von zwei Flüchtlingsheimen an der Helene-Pfleiderer-Straße in Degerloch erstmals mit ihrem Grundsatz, dem Wohnungsbau Vorrang vor Flüchtlingsunterkünften einzuräumen. An der Straße war Ende Juni mit der Umlegung der Bau von 17 Reihenhäusern möglich geworden. Sie sollten von der Stadt im Programm preiswertes Wohneigentum gefördert werden.

„Wir werden hier eine Ausnahme machen, Flüchtlinge statt Wohnungen“, sagte Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) am Dienstag im Technikausschuss des Gemeinderates. Degerloch solle aber nicht zum Regelfall werden. Wo eine „andere Entwicklung stattfinden“, also Wohnungen gebaut werden könnten, solle diesen Vorrang eingeräumt werden. Degerloch hatte bisher kein Heim. Das sei in anderen Bezirken debattiert worden und habe bei der Entscheidung „eine Rolle gespielt“, so Föll.

Der scharfe Schwenk der Verwaltung hat eine Eigentümerin in Degerloch massiv verärgert. Die 81-jährige aus der Pfleiderer-Straße 18 hatte sich „schweren Herzens zur Umlegung einverstanden erklärt“. Die Frau sieht sich von der Stadt „angelogen, betrogen und wissentlich getäuscht“. Ihr sei „bewusst nicht die Wahrheit gesagt worden“, um ihre Unterschrift für die Neueinteilung der Grundstücke zwischen Löffel- und Pfleidererstraße zu erhalten, schreibt sie an OB Fritz Kuhn (Grüne). Kurz nach Ende der Einspruchsfrist habe die Stadt den Bau für Flüchtlinge bekannt gegeben.

Bei allen Systembauten – in Degerloch zwei mit je 78 Plätzen – nehme die Stadt kalkulatorisch eine zehnjährige Nutzung an, sagte Föll im Ausschuss. Im Fall Degerloch sei die Unterschrift der Eigentümerin „nicht relevant“, die Stadt dürfe die Heime bauen. Man habe niemanden in die Irre geführt. Die Eigentümerin erhalte mit der Umlegung aber eine „bauliche Erweiterungsmöglichkeit“. Nach dem Abbruch ihres Wohnhauses soll dort ein Doppelhaus entstehen. Insgesamt stimmte der Ausschuss am Dienstag dem Bau von 2238 weiteren Plätzen für Flüchtlinge in elf Stadtbezirken zu.

Der bis Ende 2016 nötige Ausbau ist damit nicht abgeschlossen. „Wir brauchen weitere 1800 Plätze“, sagte Föll. Alle Fraktionen begrüßten das Bemühen, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Maximal entstehen an den neuen Standorten 243 Plätze in drei Systembauten. Am meisten werden bis Ende 2016 in Stammheim (2,9 auf 100 Einwohner), Wangen (2,5) und Plieningen (2,4) eine Heimat finden.

Deutliche Kritik übten Föll und die Fraktionen am Angebot der Sportvereinigung Die Landeshauptstadt bricht mit dem Bau von zwei Flüchtlingsheimen an der Helene-Pfleiderer-Straße in Degerloch erstmals mit ihrem Grundsatz, dem Wohnungsbau Vorrang vor Flüchtlingsunterkünften einzuräumen. An der Straße war Ende Juni mit der Umlegung der Bau von 17 Reihenhäusern möglich geworden. Sie sollten von der Stadt im Programm preiswertes Wohneigentum gefördert werden.Feuerbach, die Stadt könne ihre Beachvolleyballfelder nutzen, wenn sie neue baue und eine Sporthalle für den Verein mit finanziere. „Da erinnert mich an Ablasshandel“, so Föll. Er schäme sich für den Verein, dem er angehöre, sagte Ralph Schertlen (Stadtisten). Die Stadt wird in Feuerbach bauen, mehr als ein Ballfangzaun für 6000 Euro und die Verlegung eines der Volleyballfelder (50 000 Euro) sind wohl nicht nötig. AfD-Stadtrat Eberhard Brett kritisierte, am Standort Vaihingen (Möhringer Landstraße, drei Heime) komme es zur „Gettobildung“, die Heime seien insgesamt zu teuer. Dem widersprach Föll. Die Stadt erhalte im Gegenteil „Abzockerangebote“ für Häuser und Wohnungen, die sie nicht annehmen werde.

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