Linda Teuteberg ist neue Generalsekretärin der FDP. Foto: dpa-Zentralbild

Mit 92,8 Prozent der Stimmen hat die FDP Linda Teuteberg zur neuen Generalsekretärin gewählt. Wir stellen Ihnen die Frau vor, die für Ihre erste Rede viel Beifall bekam.

Berlin - Der FDP-Bundesparteitag hat Linda Teuteberg mit dem glanzvollen Wahlergebnis von 92,8 Prozent der Stimmen zur neuen Generalsekretärin gewählt. Der Beifallssturm nach ihrer Rede war am Samstag der bisherige emotionale Höhepunkt des liberalen Familientreffens in Berlin. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die neue FDP-Generalin.

Wer ist Sie?

Linda Teuteberg ist eine 38-jährige, verheiratete, evangelische Rechtsanwältin aus Brandenburg. Sie ist seit 2017 Mitglied des Bundestages und migrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Zuvor war sie ab 2009 eine Wahlperiode lang Mitglied im Brandenburger Landtag. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins „Gegen Vergessen“, der sich vor allem der Aufarbeitung der deutschen Geschichte und der Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements widmet. Sie ist auch im Beirat des „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt“.

Was will Sie?

Teuteberg hat sich im Bundestag als migrationspolitische Sprecherin durchaus profiliert. Sie tritt für ein Einwanderungsgesetz ein, das mehr Fachkräfte ins Land bringt. Sie plädiert aber auch für eine wesentlich konsequentere Abschiebung von Personen, die sich unberechtigt in Deutschland aufhalten. Die wieder stärkere Betonung des rechtsstaatlichen Profils der FDP könnte ein Markenzeichen von Teuteberg werden. In ihrer Rede erhielt sie viel Beifall für ihre Bemerkung, dass Bürger kein Verständnis dafür hätten, wenn Steuerhinterzieher in Milliardenhöhe davonkämen, aber Hartz-IV-Empfänger oder Falschparker wegen kleiner Versäumnisse zur Rechenschaft gezogen würden.

Warum hat Parteichef Christian Lindner sie ausgewählt?

Diese Profilerweiterung dürfte durchaus im Sinne des Vorsitzenden sein, der wesentlich stärker mit dem Wirtschaftsliberalismus verbunden ist. Man wird Teuteberg zwar nicht darauf reduzieren dürfen, dass sie als Ostdeutsche und als Frau zwei offene Flanken der FDP abdeckt. Aber Lindner wird strategisch auch diese beiden Punkte im Blick gehabt haben. Nur rund 22 Prozent der FDP-Mitglieder sind Frauen. Der Anteil bildet sich ziemlich exakt auch in der Bundestagsfraktion ab. Es wäre schwer vermittelbar gewesen, wenn als Nachfolgerin von Nicola Beer nun ein Mann zum neuen Generalsekretär gewählt worden wäre. Dass die FDP mit Teuteberg nun eine Ostdeutsche in sehr herausgehobener Position aufbieten kann, dürfte angesichts kommender Landtagswahlen in Ostdeutschland ebenfalls sehr willkommen sein.

Wie stark ist die Position der neuen Generalsekretärin?

Traditionell haben FDP-Generalsekretäre das Amt zu nutzen gewusst. Die Vorsitzenden Guido Westerwelle und Christian Lindner waren zuvor Generalsekretäre. Allerdings kamen beide aus dem enorm einflussreichen nordrhein-westfälischen Landesverband. Diese Hausmacht fehlt Teuteberg vollkommen. Brandenburg ist in der Partei in keiner Weise ein Machtfaktor. Sie wird immer auf Allianzen angewiesen sein. Dennoch könnte sie sich durchaus eine starke Stellung erarbeiten. Die Partei ist Christian Lindner ausgesprochen dankbar dafür, dass er sie aus der außerparlamentarischen Trostlosigkeit wieder zu bundespolitischer Bedeutung geführt hat. Aber es nun tritt die Partei in eine neue Phase ein und das Bedürfnis wächst, dass sie die Liberalen personell breiter aufstellen. Für eine Profilierung Teutebergs ist die Stimmungslage in der Partei also durchaus günstig.

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