Benjamin Schneider und Tien Loc Nguyen betreiben das Restaurant Ginza Dining in Böblingen. Foto: Stefanie Schlecht

In Böblingen bietet ein neues Restaurant vietnamesische Küche und aufwendig inszeniertes Sushi. Die Inhaber stecken viel Herzblut in ihr Konzept und wollen selbst ausbilden.

Tien Loc Nguyen und Benjamin Schneider haben Anfang Dezember das Restaurant Ginza Dining in Böblingen eröffnet. Es ist nicht das erste gastronomische Projekt, dass das Paar gemeinsam stemmt. Auch in Kirchheim (Kreis Esslingen) gibt es seit anderthalb Jahren nämlich ein Ginza Dining. Dort – wie auch in Böblingen – gibt es vietnamesische Küche und Sushi. Lange haben die beiden bei Mercedes gearbeitet, doch ihre wahre Leidenschaft haben sie in der Gastronomie gefunden.

 

Ihr Faible für Autos hat das Paar nach Böblingen gebracht: Immer wieder waren die beiden in der Motorworld. So sind sie schließlich über die Räumlichkeiten am Flugfeld gestolpert. Dort, wo zuvor das Restaurant Bio Kitchen war. Noch bis Juni hat Benjamin Schneider bei Mercedes gearbeitet. Dass er aufgehört hat, lag daran, dass ihr erstes Restaurant in Kirchheim so gut läuft, aber auch, weil er berufliche Veränderung gesucht hat. Sein Berufsalltag war zuvor gefüllt mit Meetings. „Ich habe mich einfach gelangweilt“, sagt Schneider. Jetzt sei jeder Tag anders. „Wir wollten uns selbst etwas aufbauen“, sagt Tien Loc Nguyen, die zuvor als Controllerin gearbeitet hat. Sie selbst kam vor zehn Jahren aus Vietnam nach Deutschland für ihr Masterstudium. Sie ist ebenfalls froh, ihren Schreibtischjob aufgegeben zu haben: „Hier erlebt man einfach mehr“, sagt die 35-Jährige.

Der Umbau hat viel Arbeit gekostet

In dem weitläufigen Restaurant finden innen rund 130 Leute Platz, im Außenbereich könnten im Sommer weitere 80 Personen unterkommen. „Wir würden aus dem Restaurant gern ein Szene-Lokal machen“, sagt Benjamin Schneider. Sie planen, das Restaurant zu einem lebendigen Treffpunkt zu entwickeln, der etwa mit Live-Musik-Events und einem einladenden Ambiente zum Verweilen einlädt. Einige Dinge haben die neuen Inhaber von ihrem Vorgänger Bio Kitchen übernommen, doch viel Arbeit hat der Umbau trotzdem gekostet. Auch hier haben die Inhaber selbst Hand angelegt.

Für solch ein Kunstwerk braucht ein Sushi-Koch rund 20 Minuten. Foto: Stefanie Schlecht

Wert legen die beiden Gastronomen darauf, dass sich alle wohlfühlen in ihrem Restaurant. Auch ihr Personal. Serviceleiter Marc Jiang, der eigentlich mit der Gastronomie abgeschlossen hatte, ließ sich von den neuen Chefs überzeugen. Er schätze besonders das Arbeitsklima im Ginza Dining, erzählt Jiang.

In den Räumlichkeiten in der Charles-Lindbergh-Straße finden rund 130 Personen Platz. Foto: Stefanie Schlecht

Auch Fachpersonal für die Küche zu finden, hat sich gar nicht so einfach gestaltet, erzählt Benjamin Schneider. Jemanden zu finden, der sowohl die vietnamesische Küche beherrscht, als auch Sushi zubereiten kann, sei herausfordernd. Zumal sie bei ihren Besuchen in Japan festgestellt hätten, dass sich Sushi-Köche teilweise 15 Jahre in Ausbildung befinden bis sie die Kunst beherrschen würden – dass es in diesem Metier schwierig ist, Fachpersonal zu finden, wundert also kaum. Und dass das Niveau im Ginza Dining hochgehalten wird, sieht man an den regelrechten Sushi-Kunstwerken, die in der Küche gestaltet werden: Sorgfältig drapierte Sushi-Rollen, Blumen aus Lachsscheiben und Türme aus aufeinander gestapelten Leckereien. In Zukunft, sagt Benjamin Schneider, wollen sie auch selbst ihre Sushi-Köche ausbilden.

Seit Anfang Dezember hat das Restaurant in der Charles-Lindbergh-Straße geöffnet. „Die erste Woche war uns etwas langweilig“, sagt Benjamin Schneider. Eine ungewohnte Situation: In Kirchheim müssten sie ständig Leute wegschicken. Doch mittlerweile sei das Geschäft auch in Böblingen angelaufen.