Mit dem Spatenstich ist zumindest der Anfang für den Bau von zehn Doppelhaushälften am Stumpenhof gemacht. Foto: /Philipp Braitinger

Im Plochinger Neubaugebiet am östlichen Stumpenhof werden zehn Doppelhaushälften in einer nachhaltigen Bauweise errichtet. Ob Kosten- und Zeitplan eingehalten werden können, ist noch ungewiss.

Es soll jetzt schnell gehen. Bis Jahresende könnten die ersten sechs Häuser stehen. Am Dienstagnachmittag fand der offizielle Spatenstich für das Bauprojekt der Kreisbau Kirchheim-Plochingen auf dem Stumpenhof am Zwettler Weg statt. Dass das Vorhaben angesichts der hohen Nachfrage nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, daraus machte der Sprecher des Vorstandes der Kreisbau, Bernd Weiler, keinen Hehl. „Wir bleiben ein angespannter Wohnungsmarkt“, sagte er.

 

Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau seien schwierig. Umfassende Regularien, ausgebuchte Handwerker und steigende Materialkosten seien nur einige Beispiele, weshalb der Wohnungsbau trotz hoher Nachfrage nicht umfassender gelinge. „Der Markt ist mehr als angespannt“, so Weiler. Gleichzeitig wurde die Bauwirtschaft durch den überraschenden KfW-Förderstopp im Februar verunsichert.

Die Objekte werden noch nicht vermarktet

„Niemand gibt seriöse Angebote ab, Kalkulationen werden zur Farce“, erklärt die Kreisbau. Die entgangene KfW-Förderung schlage sich beim Projekt auf dem Stumpenhof mit wenigstens 37 000 Euro pro Doppelhaushälfte nieder. Außerdem hätten Nachverhandlungen mit der Stadt zu den Grundstückspreisen die Kosten erhöht.

Nichtsdestotrotz wolle man auf dem Stumpenhof neuen Wohnraum zum Kauf anbieten. Nach einer öffentlichen Ausschreibung vergab der Plochinger Gemeinderat vor einem Jahr die Grundstücke an die Kreisbau. Die Kreisbau rechnet derzeit mit Kosten von einer Million Euro pro Doppelhaushälfte. Das sei zugegebenermaßen „sportlich“, so Weiler. Und angesichts der dynamischen Preisentwicklung seien noch keine Verkaufsverträge unterschrieben. „Wir werden nicht sofort in die Vermarktung gehen“, erklärte er. Geplant wurden die Gebäude vom Architekturbüro schleicher.ragaller aus Stuttgart. Umsetzen soll die Pläne der Generalunternehmer Wolf-Haus aus dem bayerischen Burkardroth-Gefäll.

Die Häuser, die überwiegend neben dem Schallschutzwall entlang der Schorndorfer Straße liegen werden, sollen jeweils zwei Stockwerke mit Flachdach, einen Keller, einen Außenparkplatz und einen Carport erhalten. Auch eine Terrasse soll es geben. Von der Aussicht bis zum Albtrauf sollen die neuen Anwohner trotz Lärmschutzwall und -wand etwas haben. Für den Keller wird Beton als Baumaterial genutzt.

Wohnflächen von jeweils rund 135 Quadratmetern

Das eigentliche Haus soll aus heimischer Fichte und Tanne sowie Dämmmaterial gebaut werden. Die Wände können vorgefertigt angeliefert werden. Die Wohnfläche soll rund 135 Quadratmeter betragen. Ebenfalls zur Nachhaltigkeit tragen Wärmepumpen, Solaranlagen und Auto-E-Ladestationen bei. Die Gebäude sollen den sogenannten Standard EEH 40 Plus erfüllen.

Ob Kosten- und Zeitplanung gehalten werden können, ist vor dem Hintergrund der momentanen Lage auf dem Bausektor ungewiss. Zwar sagte Weiler: „Wir freuen uns, dass es losgehen kann.“ Allerdings lag zum offiziellen Spatenstich noch keine vollumfängliche Baugenehmigung vor. Er hoffe darauf, dass die Baugenehmigung nun schnell komme, so Weiler an die anwesenden Vertreter der Plochinger Stadtverwaltung und des zuständigen Gemeindeverwaltungsverbands gerichtet.

Der Bürgermeister freut sich auf die „Hingucker“

Der Plochinger Bürgermeister Frank Buß betonte, dass die Stadt derzeit auf einem guten Weg sei, ihren Masterplan Wohnungsbau umzusetzen. Neben den neuen Häusern auf dem Stumpenhof sollen beispielsweise auf dem Gelände zwischen Hindenburg- und Moltkestraße (Otto-Wurster-Anlage) neue Wohnungen gebaut werden. Das Ziel auf dem Stumpenhof sei es gewesen, neuen Wohnraum mit hoher städtebaulicher Qualität zu schaffen. Die Meinungen innerhalb des Gemeinderates seien bei der richtigen Umsetzung des Ziels aber auseinandergegangen, erinnerte Buß. Er finde, die neuen Doppelhaushälften seien ein „Hingucker“.