Alles ist denkbar: Karl-Christian Vetter (von links), Nadja Betzler, Philipp Nicklisch. Foto: Michele Danze

In Hohenheim hat es einen Mann wie Carl-Christian Vetter gebraucht, um eine seit langem beklagte Lücke zu füllen. Denn gastronomisch gesehen waren Park und Campus bisher unterentwickelt.

Stuttgart - In Hohenheim hat es einen Mann wie Carl-Christian Vetter gebraucht, um eine seit langem beklagte Lücke zu füllen. Denn gastronomisch gesehen waren Park und Campus bisher unterentwickelt. Die Mensa, die noble Speisemeisterei, dazu die Garbe mit Biergarten – da ist noch Platz. Der wird nun vom Lokal Denkbar besetzt, das an diesem Montag um 7.45 Uhr zum Frühstück eröffnet wird.

Dabei ist Vetter gar nicht vom Fach: „Ich bin Alumnus dieser Universität und obendrein Plieninger“, verrät der 46-Jährige, der hier promoviert hat. Mit der Situation auf dem Campus und im Park wohl vertraut, stellte er fest: Hier fehlt eine gastliche Einkehr. Für die 10.000 Studenten, die 2500 Beschäftigten an der Uni, 20.000 Plieninger und Birkacher, 30.000 Besucher des Landwirtschaftsmuseums und 140.000 Spaziergänger im Park. „Ich bin Betriebswirt“, sagt Vetter zur Erklärung dieser Zahlen- und Marktanalyse, ehe er ein „Wohnzimmer nicht nur für Studenten“ einrichtete. Großzügig mit 148 Plätzen an großen Holztischen, einer Lounge mit Sofas und Sesseln und mit 100 Plätzen draußen.

Dreiviertel Million Euro investiert

Damit ist alles denkbar. Das Frühstück, serviert schon vor der ersten Vorlesung, aber für Langschläfer auch bis 15 Uhr, die Versorgung mit Sandwiches, Bagels und Kaffee to go als Proviant, ab 11.30 Uhr Mittagessen und ab 17.30 Uhr Cocktails und Tapas. Den Kaffee liefert die Wiener Traditionsrösterei Daniel Moser, bei Bier, Wein und sonstigen Zutaten sollen vor allem regionale Produkte verwendet werden. „Wir bieten mittags zwei Tagesessen und Gerichte à la carte“, erklärt Nadja Betzler, die zusammen mit Philipp Nicklisch den Betrieb leitet. In der Küche hat Jürgen Rein das Sagen, im Service finden Studenten einen Job.

Vetter hat viel investiert in sein Lieblingsprojekt: „Eine dreiviertel Million Euro, anders hätte ich die gewünschte Qualität nicht erreicht.“ Aber auch Zeit und Geduld: „Mehr als vier Jahre“, stöhnt Vetter in Erinnerung an die langwierigen Verhandlungen mit Land und Uni. Es hat sich gelohnt.

Café Denkbar, Fruwirthstraße 24, 70599 Stuttgart-Hohenheim, geöffnet Montag bis Freitag von 7.45 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr. (info@cafe-denkbar.de)
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