Kassenbons auf Thermopapier enthalten Schadstoffe. Was geschieht, wenn sie dennoch im Altpapier landen? Foto: picture alliance/dpa/Andrea Warnecke

Das Finanzamt will Bareinnahmen von Firmen besser erfassen. Doch die Kassenbonpflicht hat ökologische Nebenwirkungen, denn die Zettel enthalten problematische Stoffe.

Stuttgart - Die seit Jahresanfang gültige Belegpflicht für Verkäufe, die mit Bargeld bezahlt werden, kann nach Ansicht des Umweltministeriums im Land das Altpapier mit Schadstoffen belasten. Belege, die auf Thermopapier gedruckt sind, müssten zwar über den Restmüll entsorgt werden, dennoch könnten Kunden diese ins Altpapier geben, erklärt die Landesregierung in ihrer Antwort auf einen Antrag der FDP-Fraktion.

Dadurch könne das Altpapier „verstärkt mit Schadstoffen verunreinigt werden“, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Als Folge könne die Schadstoffkonzentration im Lauf der Zeit immer weiter steigen, zitiert das federführende Wirtschaftsressort das Umweltministerium.

Schadstoff wird über Haut aufgenommen

Das in Thermopapier enthaltene Bisphenol A gelte als Substanz, die im Körper ähnlich wie Hormone wirken könnten. Allerdings liege die Aufnahme durch Hautkontakt mit dem Papier weit unter den Grenzwerten.

Zugleich verteidigt die Landesregierung die Verpflichtung, dass Betriebe auch für den Verkauf geringwertiger Güter wie etwa einer Brezel Belege ausstellen müssen. Gerade bei Firmen, die viele günstige Produkte verkaufen, sei die Vollständigkeit der Einnahmen schwierig zu prüfen. Die Belegpflicht solle unter anderem verhindern, dass Vorgänge statt in das richtige Kassensystem in eine zweite, baugleiche „Schwarzkasse“ eingegeben werden.

FDP: Regeln müssen überarbeitet werden

Die Landtags-FDP fordert grundlegende Veränderungen an den Regelungen. Die Antwort bestätigte die Einschätzung, dass „massenhaft Kassenbelege ausgedruckt werden, um sofort im Müll zu landen“, erklärte ihr handwerkspolitischer Sprecher Erik Schweickert unserer Zeitung. Bereits mit der Einführung einer Bagatellgrenze lasse sich „der gröbste Unfug verhindern“.

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