Für eine Foto-Aktion zur Biennale wünscht sich der Organisator Tobias B. Bacherle neue Blicke auf eine alte Stadt. Foto: instagram.com/SindelfingerBlicke

Wie schon bei der Biennale 2019 will Tobias B. Bacherle auch das diesjährige Kulturfestival mit einer Fotoaktion auf Instagram begleiten. Bewerbungen sind noch bis zum 20. Mai möglich.

Sindelfingen - Was für die analoge Generation die Sofortbildkamera war, das ist Instagram heute für die so genannten „Digital Natives“: Alltagsfotografie irgendwo zwischen hoher Kunst und lässiger Knipserei. Für den Sindelfinger Grünenpolitiker und Musiker Tobias B. Bacherle ist die bildgetriebene Social-Media-Plattform vor allem eins: Die Betrachtungsweise, mit der besonders junge Menschen heute durchs Leben gehen und ihre Eindrücke mit anderen teilen.

„In nur wenigen Jahren hat sich unsere Gesellschaft rasant digitalisiert und es sind neue Wege entstanden, wie wir die Welt wahrnehmen können“, sagt der Sindelfinger. Auch die Fotografie habe in dieser Entwicklung neue Räume gefunden. Dabei, sagt Bacherle, habe sich unter anderem die Online-Plattform „Instagram“ als niederschwellige Fotogalerie durchsetzen können.

Eben diese Idee einer niederschwelligen Bildergalerie mit Sindelfinger Impressionen steht hinter einer Fotoaktion, die Bacherle jetzt bereits zum zweiten Mal im Rahmen der Biennale organisieren will. Unter dem Motto „Sindelfinger Blicke“ sollen ausgewählte Foto-Künstler im Festival-Zeitraum vom 26. Juni bis zum 17. Juli jeweils eine Woche lang ihre ganz persönlichen Impressionen der Daimler-Stadt dokumentieren und auf der eigens dafür eingerichteten Instagram-Seite dokumentieren.

„Einerseits ist Instagram für viele Alltag geworden, aber gleichzeitig ist es für mich eine Kunstform, die ein bisschen unter dem Radar fliegt“, sagt Bacherle. Der 26-Jährige ist selbst auf der Plattform aktiv. Die Aufmerksamkeit, die der Stadtrat und Bundestagskandidat dort bekommt, nutzt er unter anderem für seine politische Kampagnen. Das quadratische Bildformat auf Instagram prägt seiner Ansicht nach die Art, wie wir Fotografie heute wahrnehmen.

Bereits bei der Biennale 2019 hat die Aktion zahlreiche spannende Sindelfinger Perspektiven gebracht. Unter instagram.com/SindelfingerBlicke ist weiterhin sichtbar, was Roland Krämer, Jens Clar, Wissam Ibrahim und Franzi Steffen an kunst- und ideenreichen Impressionen zusammengetragen haben. Die Fotokünstler im Alter zwischen 21 und 30 Jahren stünden laut Bacherle auch für die diesjährige Biennale wieder bereit. Allerdings würde der Organisator der Foto-Aktion sich natürlich auch über neue Bewerbungen freuen.

„Wir hätten unter anderem gerne jemand, der nicht aus Sindelfingen kommt und komplett von außen auf die Stadt schaut“, formuliert Bacherle seine Wunschvorstellung. Tatsächlich habe er dafür schon eine Bewerbung aus Portugal vorliegen. Wegen der unplanbaren Pandemiesituation sei er da aber eher skeptisch. „Wenn man da womöglich eine Quarantäne samt entsprechend langer Unterbringung einplanen müsste, würde das wohl unseren Kostenrahmen sprengen“.

Konkret sind für die Aktion drei Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Künstlergruppen eingeladen, Sindelfingen während der Biennale wochenweise neu zu entdecken und fotografisch zu erfassen.

Ausgestellt werden die Aufnahmen zunächst auf Instagram. „Später könnten wir auch wieder eine Auswahl im s’Café zeigen, wie wir das schon mit Motiven der letzten Biennale gemacht haben“, kann sich Bacherle für die Zeit nach der Biennale auch eine „analoge“ Ausstellung im Szene-Treff in der Sindelfinger Altstadt vorstellen.

Wenn es nach Tobias B. Bacherle geht, wird die Fotoaktion nicht sein einziger Beitrag zur Biennale. Der Mit-Organisator des Sindelfinger Alternative-Rock-Festivals „dit is schade“ würde zudem gerne im Außenbereich der Sindelfinger Musikschule eine kleine Musiksession veranstalten. „Wir könnten das in unterschiedlichen Stufen anbieten“, erklärt er: Je nach Inzidenz könnte der Konzertabend mit Publikum, als reiner Livestream oder „hybrid“, also als ein Mix aus beidem über die Bühne gehen.

Info: Interessierte Fotokünstlerinnen und -künstler können sich bis zum 20. Mai 2021 bewerben. Die Bewerbungsunterlagen sollten eine kurze, biografische Vorstellung (max. 500 Zeichen) enthalten sowie ein kurzes Motivationsschreiben, das konzeptionelle Ansätze umreißt (maximal 1500 Zeichen) und auf Arbeitsproben verlinken. Für die Projektteilnahme und Übernahme einer Woche ist eine Aufwandsentschädigung vorgesehen. Online ist das Projekt unter www.instagram.com/SindelfingerBlicke zu finden. Dort findet sich auch die Ausstellung der Sindelfinger Blicke im Rahmen der Biennale 2019. Bewerbungen und Rückfragen bitte unter tobias@allesgut-enter- tainment.com an Tobias B. Bacherle.

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