Im Internet wird die neue Attraktion im Hardtwald bei Steinheim (Kreis Ludwigsburg) schon länger gehypt. Seit der offiziellen Einweihung sind die Kugeln dazu auch vor Ort erhältlich.
Der Hardy-Pfad mit all seinen pfiffigen Mitmach-Stationen ist immer schon ein Publikumsmagnet gewesen. Am Sonntag waren aber noch mehr Kinder, Frauen und Männer als üblich zu dem eineinhalb Kilometer langen Erlebnis-Rundweg im Hardtwald zwischen Großbottwar und Steinheim-Kleinbottwar geströmt. „Es war viel Andrang“, sagt der Revierförster Jürgen Weis. Das lag daran, dass eine neue Attraktion offiziell eröffnet wurde: eine Kugelbahn, die Weis und sein Team liebevoll zusammengezimmert haben – und die bereits vorab im Internet mächtig gehypt wurde.
Gezählt habe man die Besuchermassen nicht, sagt Weis. Doch er schätzt, dass bei Kaiserwetter zwischen 500 bis 800 Personen einen Ausflug zu der kleinen Einweihungsparty im Forst unternommen haben, die sich aber gut über das Gelände verteilt hätten. Gäste seien sogar aus Heilbronn oder Stuttgart und von noch weiter her angereist. „Vor allem die Zielgruppe war da, viele junge Familien mit kleinen Kindern“, erklärt der Förster.
1000 Kugeln bestellt
Für die Kids war allerhand geboten. So waren eigens vier waldpädagogische Stationen aufgebaut worden, an denen man zum Beispiel Murmeln balancieren musste. Am Feuersee konnten sich die Besucher derweil eine Rote Wurst schmecken lassen. Und dann gab es natürlich die neue Holz-Murmelbahn, die Groß und Klein ausprobieren konnten.
Das war bislang auch schon möglich. Dazu musste man allerdings seine eigenen Kugeln mitbringen. Seit Sonntag ist das anders: Weis hatte 1000 Murmeln bestellt, die in einem ausgehöhlten Baumstamm mit einem Sichtfenster deponiert wurden. Wer will, kann sich nun ein Spielgerät herausfischen, es über die Bahn flitzen lassen – und auch mit nach Hause nehmen für den nächsten Besuch. Als Gegenleistung sollte man nach Möglichkeit einen Euro in ein Kässchen werfen. „Ungefähr 400 Kugeln sind schon im Umlauf. Manche haben dafür auch eine großzügige Spende hinterlassen“, sagt Weis.
Bei der Eröffnung am Sonntag konnte man die Kugeln zudem nach eigenem Gusto anmalen und dann auf die Reise schicken.
Wettrennen mit zwei Kugeln möglich
Das Besondere an der Bahn im Hardtwald ist, dass sie nur aus Unikaten zusammengesetzt ist. Die Route wird nie eintönig, unterwegs passiert immer etwas. Mal klackert die Kugel über eine Art Waschbrett, mal plumpst sie in ein Loch. Außerdem ist am Anfang ein Element platziert, in das zwei Rinnen hineingearbeitet wurden. Das ermöglicht, zwei Murmeln parallel hinabrollen zu lassen und ein Wettrennen zu veranstalten. Kinder können zum Beispiel gegen ihre Eltern antreten und neben den Kugeln herlaufen. „Das ist einfach ein Erlebnis. Es gibt Interaktion. Man hat Bewegung, Spiel und Spaß“, sagt Weis.
Die Rückmeldungen zu der Konstruktion seien insgesamt „hochgradig positiv“ gewesen, freut sich Jürgen Weis. Er hebt außerdem hervor, dass sich die Besucher vorbildlich verhalten hätten. „Es gab keine Vermüllung und keine Zerstörung“, sagt der Förster. Die 60 Parkplätze hätten trotz des großen Andrangs ausgereicht, viele seien beispielsweise mit dem Rad angereist. Kurzum: „Es war eine tolle Sache und eine gute Veranstaltung. Ganz so, wie man es sich wünscht“, fasst Weis zusammen.