Gefäßchirurg Thomas Hupp (links), Jan Steffen Juergensen (Geschäftsfuehrender Aerztlicher Direktor) und der Nephrologe Vedat Schwenger freuen sich über die neue Abteilung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Nierenkranke Menschen haben ein hohes Risiko, auch Gefäßerkrankungen zu bekommen. Im Katharinenhospital wird dem nun Rechnunge getragen – in einer neuen interdisziplinären Abteilung.

Stuttgart - Nieren- und Gefäßerkrankungen hängen oft zusammen. Bisher waren die behandelnden Abteilungen am Klinikum Stuttgart jedoch räumlich getrennt, was auch für die Ärzte einen höheren bürokratischen Aufwand mit sich brachte, weil viele Konsile, also Beratungen, nötig waren. Mit den Umwegen in der interdisziplinären Zusammenarbeit und entsprechender Verzögerung in der Behandlung ist es am städtischen Klinikum allerdings vorbei: In der neu gegründeten Interdisziplinären gefäßchirurgischen und nephrologischen Abteilung (Iguna) können Gefäßchirurgen und Nierenärzte nun direkt zusammenwirken.

Das Design der neuen Spezialabteilung mit einem Team aus beiden Disziplinen unter einem Dach und einem gemeinsamen Bettenbereich nennt Jan Steffen Jürgensen, der Geschäftsführende Ärztliche Direktor des Klinikums, „ein in die Zukunft weisendes Zusammenspiel, um den betroffenen Patienten ein noch wirkungsvolleres Behandlungsangebot machen zu können“. Diesen deutschlandweit bisher einzigartigen interdisziplinären Verbund hatten die beiden Leiter der jeweiligen Abteilungen, Thomas Hupp und Vedat Schwenger, in die Wege geleitet. Beide Mediziner unterstrichen bei der Übergabe „den logischen Schulterschluss in dieser Zusammenarbeit“, wie der Nieren-Spezialist Schwenger sagte: „Nierenkranke Menschen haben ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko auf Gefäßerkrankungen.“ Bei „drei Million Menschen mit relevanter Nierenstörung“ handele es sich im übrigen um eine „Volkserkrankung“, so Schwenger.

Verweildauer im Krankenhaus soll sinken

Auf der anderen Seite „haben gefäßkranke Patienten oft eine eingeschränkte Nierenfunktion“, berichtete der Gefäßchirurg Hupp. Es gehe hier „um die zwei Seiten einer Medaille“. Mit der interdisziplinären Abteilung Iguna, so das Fazit, würden am Katharinenhospital innovative Therapiekonzepte entwickelt, die Behandlungsqualität gesteigert und so auch die Verweildauer im Krankenhaus verkürzt. Die neue Abteilung befindet sich im Katharinenhospital, im Gebäude A.

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