Vier Jahre lang war das Pallotti-Areal eine große Baustelle. Foto: Archiv/Jacqueline Fritsch

Das frisch gebaute Wohnviertel in Birkach wird nun nach und nach bezogen. Es gibt schon erste Ideen für die neu entstandene Gemeinschaft.

Birkach - Vier Jahre lang war es eine große Baustelle. Nach dem Abriss der Vinzenz-Pallotti-Kirche waren im Spätsommer 2018 die Bagger angerückt, um ein neues Wohnviertel aus dem Boden zu stampfen. Nun rücken die Baufahrzeuge ab und stattdessen die Möbelwagen an: Die ersten Bewohner sind ins neue „St. Vinzenz Pallotti“-Areal eingezogen. Die Kosten für das Neubauprojekt lagen bei circa 32 Millionen Euro.

Bauherr ist das Siedlungswerk, das sich zum Ziel gesetzt hat, dass Nachbarschaft und Integration aktiv gelebt werden. Das Viertel soll bunt gemischt sein. Daher sind in den acht neu gebauten Häusern neben 60 Eigentums- und sieben Mietwohnungen auch eine Kindertagesstätte für 60 Kinder untergekommen, fünf Wohngruppen für 35 Geflüchtete, die im Juli einziehen und vom Caritasverband betreut werden, zwei Wohngruppen für Studenten mit und ohne Migrationshintergrund, die im nächsten Semester kommen, sowie ein Quartiersraum für die Begegnung der Bewohner. Um trotz des Abrisses der Kirche noch geistliches Leben zu erhalten, ist zudem Platz für einen Gemeinderaum der katholischen Gemeinde Sankt Antonius geschaffen worden. Außerdem gibt es eine Wohnung für zwei Ordensschwestern des Franziskanerinnen-Ordens von Sießen – eine kümmert sich um das Quartiersleben, die andere wird in der Kindertagesstätte arbeiten, die im neuen Schuljahr eröffnet.

Ideen fürs Miteinander

Um die Bewohner mit ihren unterschiedlichen Lebensstilen zusammenzubringen, begleitet das Siedlungswerk das Projekt bereits seit dem Baustellenfest in der Quartiersarbeit. Mittlerweile haben sich erste Gruppen mit gemeinsamen Interessen zu den Themen „Familie und Kind“ und „Feste und Feiern“ gefunden. Erste Ideen, was man im Quartier zusammen machen will, gibt es schon, wie einen „Fair-Teiler“. Dabei sollen übrig gebliebene Lebensmittel für Quartiersbewohner und Nachbarn kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Außerdem gibt es Überlegungen, die Lebensmittel bei einem Kochabend mit den Nachbarn gemeinsam zu einem Menü zu verarbeiten und in geselliger Runde zu verspeisen – soweit es die Corona-Verordnungen zulassen..

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