Die ursprüngliche Idee, an prominenter Stelle in Ludwigsburg ein Hochhaus zu errichten, ist zur Freude der Anwohner vom Tisch. Doch es seien zu wenig Parkplätze geplant, so die Kritik.
Wer hätte das gedacht – beim ursprünglichen Konzept, am Comburgkreisel zwischen der Ludwigsburger Oststadt und Oßweil zwei Gebäude zu errichten, von denen eines nach dem Wunsch des damaligen Investors sieben, lieber acht Stockwerke hoch hätte werden sollen, waren die Anwohner noch auf die Barrikaden gegangen.
Dementsprechend groß war mit rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Informationsveranstaltung von Stadtverwaltung, dem neuen Investor DQuadrat und dem Architekturbüro. Und einige der Anwesenden fanden die neue Planung gar „klasse“ – mit einem großen Kritikpunkt: dem Parkkonzept.
Die Stadt sieht für das Neubaugebiet Fuchshof laut Baubürgermeisterin Andrea Schwarz einen Stellplatzschlüssel von 0,8 bis 0,9 vor, der auch für die am Comburgkreisel geplanten drei Gebäude gelten soll. Für die 54 Wohnungen in den vier und fünf Stockwerke hohen Neubauten sind 108 Fahrradstellplätze, aber nur 38 Auto-Stellplätze vorgesehen – worauf einer der Anwesenden flugs darauf hinwies, dass das aber nur 0,7 Auto-Stellplätze je Wohnung seien. Der Architekt versuchte, zu erklären, dass die 0,8 ja nur ein Durchschnittswert seien, der je nach Wohnung unterschiedlich ausfallen könnte. Warum der sich von dem errechneten Durchschnittswert des Anwohners unterscheidet, konnte er aber nicht schlüssig darlegen. Die Berechnung sei hochkomplex, hieß es.
Schon heute zu wenig Parkplätze
Mehrere der Anwesenden monierten, dass die Parksituation schon jetzt sehr angespannt sei – nicht nur im Alten Oßweiler Weg, sondern auch in Oßweil. „Vor allem, seit das HCL-Gebäude entstanden ist, findet man bei uns kaum noch einen freien Platz“, sagte eine Anwohnerin. Die Baubürgermeisterin sieht die Lösung darin, auch diesen Teil Ludwigsburgs in die Parkraumbewirtschaftung einzubeziehen – was bedeutet, dass das Parken hier künftig kostet. Derzeit zahlen Anwohner 120 Euro im Jahr für einen Parkausweis.
Diejenigen, die in die drei neuen Häuser einzögen, sollten jedoch keine Anwohnerparkausweise bekommen, so Schwarz. „Ihnen muss klar sein, dass das hier ein verkehrsreduzierter Ansatz ist.“ Immerhin, argumentierte sie, sollten Kinder wie früher auch mal wieder auf der Straße spielen können.
So soll das Ganze aussehen
Entstehen soll ein Ensemble aus drei Stahlskelettbauten mit Holzaußenwänden. In Richtung Schorndorfer Straße soll ein fünfstöckiges Gebäude mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss gebaut werden, die der Nahversorgung dienen – dafür sind in einem Gewerbehof zwölf Stellplätze vorgesehen. Das Gebäude in Richtung Alter Oßweiler Weg wird als einziges nur vier Stockwerke hoch sein.
Der Schwerpunkt liegt auf Mietwohnungen, von denen 30 Prozent öffentlich gefördert und damit etwas billiger sind. Alle Wohnungen haben zwischen anderthalb und vier Zimmer und sind barrierefrei über einen Aufzug erreichbar. Vorgesehen ist nicht nur Photovoltaik auf dem Dach, sondern auch an den Balkonbrüstungen, damit dort „kein Wildwuchs“ entsteht, wie es der Architekt formulierte. Beheizt werden die Häuser mit Fernwärme.
Auf dem Gelände wird es außer dem Gewerbehof mit Anlieferungsbereich auch einen begrünten Wohnhof in Richtung Süden geben sowie einen kleinen Quartierhof in Richtung Norden. Von diesem aus sollen alle Gebäude zu Fuß erreichbar sein. Die Tiefgarage unter dem Wohnhof soll über die Schorndorfer Straße erschlossen werden.